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Antragsflut beim Wohngeld

Die Behörden rechnen mit Tausenden neuer Anträge. Betroffene müssen mit Bearbeitungszeiten von bis zu zwei Monaten rechnen.

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Von Heiko Engel

Die Neuregelung beim Wohngeld ließ die Zahl der Anträge in die Höhe schnellen. Beim Landkreis gingen allein im Januar 1634 Anträge ein, im Dezember waren es noch rund 670; bei der Stadt Bautzen waren es 478, das sind 287 mehr als vor einem Jahr.

Vor allem zwei Gründe sind aus Sicht der Fachleute dafür verantwortlich: Mehr Menschen als bisher können Wohngeld beantragen, und laufende Wohngeldzahlungen müssen auf der Basis der geänderten Bestimmungen neu berechnet werden. – Die Antragsflut führt zu Bearbeitungszeiten von sechs bis acht Wochen. Die Kreisverwaltung stockt deshalb ihr Personal in diesem Bereich auf. Für Hoyerswerda sei eine zusätzliche Kraft eingestellt worden, so Kreissprecherin Franziska Snelinski. Für die Bereiche Bautzen und Kamenz seien drei Stellen ausgeschrieben worden.

Mehr Beratungsgespräche

Lange Bearbeitungszeiten sind aber nicht ausschließlich auf Personalmangel zurückzuführen. Oft liegt es auch an lückenhaften Anträgen. „Die Bearbeitungszeit verkürzt sich, wenn diese vollständig eingereicht werden und damit Rückfragen entfallen können“, sagte Petra Hempel, Abteilungsleiterin Wohnen und Soziale Dienste bei der Stadt Bautzen. Mehr Zeit als sonst werde von den Mitarbeitern für zusätzliche Beratungsgespräche zum Wohngeld gebraucht. In dieser Zeit könnten keine Anträge bearbeitet werden, so Hempel.

Durch die Neuregelung ändert sich die Berechnungsgrundlage für die Sozialleistung. Für die Ermittlung des Wohngeldanspruches steigt der Höchstbetrag der anrechenbaren Kaltmiete um zehn Prozent. Statt beispielsweise 280Euro sind es seit 1. Januar 308Euro. Allein diese Anhebung um 28Euro sorgt nach Einschätzung der Sozialbehörden für jede Menge Erstanträge. Neu eingeführt wurde zudem eine Heizkostenpauschale von 50Cent je Quadratmeter.

Die Behörden gehen von einem Anstieg der Wohngeldbezieher um gut 70 Prozent aus. Über 8000Personen würden dann zu den gegenwärtig über 12000 Empfängern im Altkreis Bautzen hinzukommen, dies geht aus einer amtlichen Statistik hervor. Sie bekommen im Durchschnitt zwischen 84 und 100Euro Wohngeld.