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Anwohner finden keine Parkplätze mehr

Auf der Klosterstraße in Pirna wird gebaut. Die Stellflächen sind weg, der Ärger ist groß. Die Stadt sucht eine Lösung.

© Norbert Millauer

Von Alexander Müller

Immer wieder muss Bettina Riedel Runden fahren. Eigentlich will sie nur nach Hause, und eigentlich ist ihre Wohnung auch gleich um die Ecke. Doch es gibt ein Problem: „Ich finde keinen Parkplatz“, klagt die junge Frau. Seit Montag wurden die Kanalarbeiten der Stadtwerke auf der Klosterstraße ausgeweitet. Jetzt ist diese von der Grohmannstraße aus eine Sackgasse. Die Anwohnerparkplätze sind weg. „Und jetzt müssen wir ewig suchen.“

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Nun ist es nicht so, dass die Stadt keine Alternativen angeboten hätte. Die betroffenen Anwohner sollen und „dürfen“ auf dem Parkplatz Grohmannstraße, gegenüber dem Parkhaus Altstadt, ihre Autos abstellen. Der ist eigentlich gebührenpflichtig, aber mit den Anwohnerparkausweisen können die Klosterstraßenanlieger ihn jetzt kostenlos nutzen. Freude kommt bei ihnen trotzdem nicht auf. „Das ist doch ein Witz“, erklärt Jeanette Stiller. „Der Parkplatz ist doch schon zu normalen Zeiten immer komplett überbelegt.“

Chaos auf der Grohmannstraße

Und tatsächlich – wer auf den Flächen an der Grohmannstraße sein Auto abstellen will, der braucht Geduld und Nerven. Oft bildet sich eine Schlange von wartenden Autos. Erschwerend kommt hinzu, dass der Parkplatz äußerst unglücklich angelegt ist. Er hat nur eine gemeinsame Zu- und Ausfahrt, und die Verbindung zwischen den beiden Teilflächen ist eine einspurige Fahrbahn, die schnell zum Nadelöhr wird. So wird hier geflucht, gekurbelt und rangiert. Die viel zu schmal bemessenen Stellflächen tun ihr Übriges, um den Frust zu erhöhen. Eine Park-Alternative für die Anwohner der Klosterstraße ist das jedenfalls definitiv nicht.

Die Hoffnung, dass sich Anwohner und Altstadtkunden zeitlich abwechseln, erfüllt sich ebenfalls nicht. „Ich arbeite im Schichtbetrieb, da komme ich auch mal mittags nach Hause“, berichtet Kerstin Stiller, die ebenfalls betroffene Mutter von Jeanette. „Wir haben für unsere Parkkarten bezahlt, da können wir doch auch erwarten, dass es Stellflächen für uns gibt.“ Wenn diese Situation nur ein paar Tage oder wenige Wochen anhalten würde, so könnten die meisten Anwohner das noch ertragen. Doch die Einschränkungen sollen bis Ende des Jahres bestehen. „Bauarbeiter haben uns gesagt, dass es vielleicht sogar länger dauert“, erzählt Jeanette Stiller.

Von der Pirnaer Stadtverwaltung schien es vorerst aber keine Hilfe zu geben. Man bedaure den momentanen Zustand sehr, doch man könne keine alternativen Parkflächen bieten. Die Anwohnerparkkarte sei auch nicht mit dem Recht verbunden, tatsächlich einen Parkplatz zu bekommen. Man könne den Betroffenen auch nicht den Parkplatz etwas weiter auf der Klosterstraße bieten. Der werde zwar vom Rathaus verwaltet, sei aber komplett vermietet. Den Parkplatz an der Grohmannstraße ausschließlich für die Anwohner der Klosterstraße zuzulassen, wird von der Stadtverwaltung ebenfalls abgelehnt. Inzwischen ist man sich im Rathaus aber wohl trotzdem bewusst, dass man etwas tun muss. Und so hat die Verwaltung nun doch noch gehandelt.

Rathaus gibt weitere Plätze frei

Auf der Gartenstraße, am Thälmannplatz und am Busbahnhof sollen weitere Parkplätze für die Anwohner der Klosterstraße freigegeben werden, teilte die Stadtverwaltung der SZ mit. Wann genau, ist aber noch nicht klar. So bleibt den Anwohnern bis dahin nur übrig, durch die Stadt zu kreiseln oder teure oder weite Alternativen zu wählen. Jeanette Stiller bezahlt aktuell Gebühren dafür, dass sie ihr Auto abstellen kann, und ihre Mutter Kerstin parkt bisweilen am Tischerplatz. Bettina Riedel, die tatsächlich einen Platz auf der Grohmannstraße ergattert hat, will am liebsten gar nicht mehr wegfahren.