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Anwohner fordert Tonnage-Begrenzung für Lkw

Täglich donnern Brummis durch Schmerlitz, Rosenthal und Zerna. Sie zerstören Straßen und gefährden Fußgänger.

© plaul rené

Von Manuela Reuß

Eduard Luhmann hat die Nase voll. Seit geraumer Zeit donnern etliche mit Schüttgut beladene Brummis durch Schmerlitz. Genauso wie übrigens durch Rosenthal und Zerna. Denn durch diese Orte verlaufen die Staatsstraßen 92 beziehungsweise 97. Der Schmerlitzer, der übrigens bei den jüngsten Kommunalwahlen in den Gemeinderat von Ralbitz-Rosenthal gewählt wurde, vermutet, dass die Lkw aus dem Steinbruch bei Oßling kommen. Den Kennzeichen zufolge handelt es sich fast ausschließlich um Fahrzeuge aus Polen, Tschechien, Brandenburg oder anderen Landkreisen des Freistaates Sachsen, so Eduard Luhmann.. Sie sind „vermutlich mit den örtlichen Gegebenheiten nicht vertraut und wählen die Fahrtstrecke nach Vorgabe des Navi-Gerätes.“

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Allerdings seien die betreffenden Straßen keinesfalls verkehrstechnisch in dem Zustand, der heutzutage von Staatsstraßen erwartet werden kann. Bis auf wenige Ausnahmen befinden sie sich „nebst den Entwässerungsanlagen, im Altzustand der ehemaligen DDR“. Außerdem würden die beiden Pisten nicht über die Regelausbaubreite verfügen. „Somit ist ein gefahrloser Begegnungsverkehr gerade innerorts nicht möglich.“ Deshalb hat der gebürtige Rheinländer, welcher der Liebe wegen seit ein paar Jahren Schmerlitz zu seiner Wahl-Heimat erkoren hat, beim Straßenverkehrsamt im Landratsamt Bautzen den Antrag auf Tonnagen-Begrenzung für Lkw innerhalb der Ortschaften Schmerlitz, Rosenthal und Zerna gestellt.

Zumal seiner Meinung nach nicht nur die enge Fahrbahn ein Unfallrisiko in sich birgt. In Schmerlitz gibt es entlang der Staatsstraße „mit einem teilweise unübersichtlichen Straßenverlauf“ auch keinen Fußweg. „Naht zum Beispiel ein schwerer Lkw, weichen die Fußgänger auf die angrenzenden Privatgrundstücke aus, um eine Gefährdung ihrer Person zu mindern“, weiß der Schmerlitzer zu berichten. Besonders gefährlich sei das Spazieren im Ort und das Überqueren der Straßen für Mütter mit Kleinkindern. Und junge Familien gibt es in Ralbitz-Rosenthal etliche. Immerhin ist der Ort die jüngste Gemeinde Sachsens. Aber auch für die älteren Einwohner sei die jetzige Verkehrssituation eine erhebliche Gefahr.

Zusätzlich dazu führt Eduard Luhmann weitere wichtige Argumente für eine Tonnage-Begrenzung auf. Die schweren Fahrzeuge ruinieren die Straßen und durch die löchrige Piste entstehe – gerade auch bei Leerfahrten – zusätzlicher Lärm. Nicht zuletzt sei Rosenthal als Wallfahrtsort der katholischen Sorben eine Stätte mit überregionaler Bedeutung. „Durch den seit einiger Zeit bestehenden Schwerlastverkehr scheint mir der Erhalt und Charakter dieses Wallfahrstortes mehr als infrage gestellt; zumal die Staatsstraße direkt an der Wallfahrtskirche nebst Wallfahrtswiese verläuft und eine Störung der Wallfahrtsandachten durch den Schwerlastverkehr nicht auszuschließen ist.“ In diesem Zusammenhang kritisiert der engagierte Senior auch das Fehlen eines Fußgängerüberweges zur Wallfahrtskirche. Dadurch seien „ältere und gebrechliche Pilger beim Überqueren der Straße zusätzlichen Gefahren ausgesetzt.

Hubertus Rietscher, Bürgermeister von Ralbitz-Rosenthal versteht den Schmerlitzer und sein Anliegen sehr gut. Schließlich hat die Gemeinde auch schon mehrfach versucht, bei den Verantwortlichen ein offenes Ohr für das Problem zu finden. Sowohl beim Straßenbauamt Meißen, aber auch beim Straßenbauamt Bautzen habe er um eine Lösung für das Problem gebeten. Mehr könne er aber nicht tun. Denn in diesem Fall habe die Gemeindeverwaltung keine Entscheidungsbefugnis. „Die betreffenden Straßen sind Staatsstraßen und dafür ist der Landkreis zuständig“, erklärt Bürgermeister Rietscher. Allerdings will die Gemeinde die Bürger auf jeden Fall unterstützen. Denn auch Hubertus Rietscher schätzt ein, dass der Schwerlastverkehr überhand nimmt und die Straßen immer mehr ruiniere. „Aber Verkehrsschilder aufstellen können wir als Gemeinde leider nicht.“ Nachdem das Landratsamt der Gemeinde unlängst eine Anhörung geschickt hat – vermutlich aufgrund des Antrages von Eduard Luhmann – warte man nun auf einen Vor-Ort-Termin mit Verantwortlichen der Kreisbehörde. Und auf die ersehnte Tonnage-Begrenzung.