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Anwohner klagen über Krach aus Bistro

Im Bistro Murat in Lommatzsch Am Markt 2 herrscht Krach bis in die frühen Morgenstunden, sagen Anwohner. Sie beschweren sich darüber, doch bisher ohne Erfolg. Die Stadt könne nicht viel tun, sagt der Bürgermeister.

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Von Jürgen Müller

„Es ist sagenhaft, was sich hier Nacht für Nacht abspielt“. Emma T. kann nicht mehr schlafen. Der Krach vom Bistro lässt die alte Frau nicht zur Ruhe kommen. „An den Wochenenden ist es besonders schlimm. Da ist es laut bis manchmal früh um vier“, sagt sie. Autotüren krachen, aus den Radios klingt laute Musik, die Gäste unterhalten sich lautstark. Das gehe schon über Jahre, doch so schlimm wie jetzt sei es noch nie gewesen, sagt Frau T.

Beim Bürgermeister und bei der Polizei hat sich die alte Frau schon mehrfach beschwert. „Keiner reagiert, überall werde ich zur Seite geschoben“, sagt sie. Die Behörden hätten eben 16 Uhr Feierabend, danach sei niemand mehr da, der das Einhalten von Recht und Gesetz kontrolliere. „Das Problem ist uns bekannt, diese Gaststätte ist uns schon lange ein Dorn im Auge“, sagt Bürgermeister Manfred Elschner. Er habe das Gewerbeamt eingeschaltet, doch vom Gewerberecht her sei nichts zu machen. Das Lokal habe die Genehmigung, am Wochenende bis zwei beziehungsweise bis drei Uhr zu öffnen. Allerdings müssten nach 22 Uhr die Türen und Fenster geschlossen werden, damit Geräusche nicht nach außen dringen. Der Ordnungsdienst der Stadt sei alle 14 Tage vor Ort. „Das Problem der Bürger lässt uns nicht kalt“, sagt der Bürgermeister. Geändert hat sich aber bisher nichts.

Der Lommatzscher Polizeiposten kann Frau T. nicht helfen. Der ist nur von 6 bis 18 Uhr besetzt. Einen Anruf wegen dieser Lärmbelästigung habe es bisher gegeben, das sei aber schon eine Weile her, so Polizist Rene Kunze. „Damit wir tätig werden können, müssen wir eine Anzeige wegen ruhestörenden Lärms erhalten“, sagt er. Das sei aber bisher noch nicht geschehen. Einmal hat Frau T. nach ihren Angaben den Notruf gewählt. „Die Polizei wollte gleich kommen. Darauf warte ich heute noch“, sagt sie.

Im Meißner Landratsamt ist von den Störungen nichts bekannt. Die Erlaubnis für das Betreiben der Gaststätte wurde erst am 7. Juli dieses Jahres mit Auflagen versehen. Diese besagen, dass der Inhaber Vorkehrungen treffen muss, damit durch den Betrieb der Gaststätte die Nachbarschaft weder durch Lärm, noch durch Gerüche erheblich gestört wird, sagt Pressesprecher Eberhard Franke. Insbesondere müsse die Nachtruhe ab 22 Uhr gewährleistet sein.

Die Gaststätte werde regelmäßig kontrolliert. Wenn es Beschwerden wegen Lärmbelästigung gibt und sich diese bestätigen, droht dem Inhaber ein Verwarnungsgeld, im Wiederholungsfall ein Bußgeld, so Franke .

Inhaber Murat Mierani weist alle Vorwürfe von sich. „Wir halten uns an die Auflagen des Landratsamtes und schließen um ein Uhr“, sagt der Kurde. Für den Krach auf der Straße vor seiner Gaststätte, den er einräumt, sei er nicht verantwortlich zu machen.