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Anwohner sollen für öffentliche Parkplätze zahlen

Zwischen Müller-Berset- Straße und Brecht-Allee ist eine Straße geplant. Ob sie einer braucht, ist zumindest fragwürdig.

Von Kay Haufe

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Selten kann das Straßen- und Tiefbauamt mal den Neubau einer Straße ankündigen, da das Geld meist nur für Sanierungen oder Reparaturen reicht. Doch nun soll neu gebaut werden: Die bisher nur als Wege bestehenden Verbindungen zwischen Müller-Berset-Straße und Bertolt-Brecht-Allee sowie zwischen Brecht-Allee und Geisingstraße sollen öffentliche Straßen werden. Möglich wird dies aber nur, wenn sie von den Anliegern über Beiträge finanziert werden sollen. Darüber informierte eine Mitarbeiterin des Straßen- und Tiefbauamtes im Blasewitzer Ortsbeirat. Bereits vor dem Bau ihrer Einfamilienhäuser hätten die Anlieger, die hinter dem Studentenwohnheim an der Borsbergstraße wohnen, darüber gültige Verträge unterzeichnet.

Jahrelang passierte allerdings nichts, die Anwohner konnten ihre Grundstücke problemlos über den bestehenden Weg erreichen. Nun aber soll auf dem zweiten Straßenabschnitt zwischen Brecht-Allee und Geisingstraße gebaut werden. Dafür will die Stadt die Voraussetzungen schaffen und die Straßen bauen.

Es sollen aber nicht nur zwei öffentliche Straßen entstehen. Sie werden so breit gebaut, dass auf dem ersten Teilstück 25  Senkrecht- und elf Längsparkplätze Platz finden. Auf dem zweiten Teilstück immerhin 23 Senkrecht- und 16 Längsparkplätze. Damit sollten Parkflächen für die Läden auf der Borsbergstraße und für ein künftiges Stadtteilzentrum geschaffen werden, wie die Mitarbeiterin des Tiefbauamtes begründete.

Auf die Häuslebauer kämen Kosten in Höhe von jeweils 7 000 bis 10 000 Euro zu. „Ich weiß, dass ich den Vertrag zum Straßenbau damals unterschrieben habe, weil mein Grundstück sonst nicht erreichbar gewesen wäre. Aber ich sehe nicht ein, dass ich die öffentlichen Parkflächen mitfinanzieren soll“, sagt ein Betroffener im Ortsbeirat. Es gebe auch keine Notwendigkeit, das erste Teilstück der Straße zu bauen, weil mit der Laubestraße einige Meter weiter eine Querverbindung zwischen Brecht-Allee und Müller-Berset-Straße bestünde. Auch mehrere Ortsbeiräte zeigten sich verwundert, dass die Stadt an diesen Stellen bauen will, obwohl beispielsweise die Geisingstraße viel dringender repariert werden müsste. Es gab den Antrag, diese Planungen noch einmal zu beraten. Allerdings hat der Bauausschuss bereits zugestimmt. Ob er seine Meinung ändert, ist unklar.

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