merken
PLUS Döbeln

Anwohnerfrust in Meila

Durch den Ort donnert viel Schwerverkehr. Der Ausbau ist verschoben. Aber kann man nicht die Vorfahrt ändern?

Armin Hedrich steht auf der S 32 in Heyda. Er lebt mit seiner Familie im ehemaligen Chausseehaus direkt an der Kreuzung. Unter seinem Schlafzimmer müssen die Fahrzeuge halten, die aus Richtung Lommatzsch kommen.
Armin Hedrich steht auf der S 32 in Heyda. Er lebt mit seiner Familie im ehemaligen Chausseehaus direkt an der Kreuzung. Unter seinem Schlafzimmer müssen die Fahrzeuge halten, die aus Richtung Lommatzsch kommen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Armin Hedrich schiebt Frust. Seit 38 Jahren wohnt er mit seiner Familie im alten Chausseehaus in Meila. Im 19. Jahrhundert wurde hier an der Kreuzung die Maut von den Fuhrwerken kassiert, die auf den Chausseen nach Ostrau und Lommatzsch unterwegs waren. 

Heute nennen sich diese Hauptstraßen S 32 und S 35 und von ein paar Kutschen am Tag kann keine Rede mehr sein. „Hier rauscht ganz schön was durch und darunter auch Laster mit 40 Tonnen. Jeder Dreckhaufen aus Döbeln, der in die Sandgrube nach Churschütz geschafft wird, muss hier durch“, sagt er. 

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

„Jeder Laster aus Richtung Lommatzsch fängt in der Mitte des Ortes an zu bremsen und hält unter meinem Schlafzimmerfenster – um dann gleich wieder anzufahren.“ Hedrich spricht von künstlichen Erdbeben, die diese schweren Fahrzeuge im Haus erzeugen. Vor 35 Jahren sei die Straße zum letzten Mal erneuert worden.

Eigentlich ist der Ausbau der Ortsdurchfahrt Meila geplant. Aber das Landesamt für Straßenbau- und Verkehr (Lasuv) schiebt das Vorhaben aus Geldmangel schon seit einigen Jahren vor sich her. Nach Hedrichs Überzeugung wäre es sinnvoll, zumindest einige Änderungen bei den Verkehrsregelungen vorzunehmen. Weiter hinten im Ort hatte das Ordnungsamt Döbeln schon Tempo 30 eingerichtet. 

Wie Ordnungsamtschef Jürgen Müller sagte, wegen der Autos, die aus Richtung Lommatzsch in den Ort und die Doppelkurve hineinbrettern. Warum wird die 30 nicht auf den ganzen Ort ausgedehnt?, fragt sich Hedrich. Er hätte auch gern die Vorfahrtsregel an der Kreuzung geändert, damit nicht alle Fahrzeuge auf der S 32 am Stoppschild vor seinem Haus halten müssen.

Änderungen der Verkehrsführungen werden vonseiten des Lasuv nicht angestrebt. „Solche Entscheidungen liegen im Verantwortungsbereich der örtlich zuständigen Verkehrsbehörde“, so die Pressestelle des Lasuv auf eine Anfrage von Sächsische.de. Verkehrsbehörde ist die Stadtverwaltung Döbeln. Baudezernent Thomas Hanns hält eine Änderung der Vorfahrt ohne Ausbau der Kreuzung für gefährlich.

Die Stadt plant seit vier Jahren Eigenmittel für neue Fußwege, Haltestellen und die Straßenbeleuchtung ein. Aber das Land Sachsen hat kein Geld für das Vorhaben. Die Ortsdurchfahrt Meila ist einer der wenigen Straßenabschnitte der S 32, die noch nicht saniert wurden. Wie das Lasuv auf Anfrage von Sächsische.de sagte, ist der Erhaltungszustand des Straßenabschnitts in Meila nach „aktuellem Sachstand und wirtschaftlichem Ermessen“ noch nicht so schlecht, dass eine Erneuerung dringend erfolgen muss. Aus diesem Grund bekommt Döbeln in diesem Jahr auch keine Fördermittel für die Nebenanlagen. Diese Finanzmittel würden „zugunsten anderer erhaltungsbedürftigerer Straßen im Freistaat Sachsen eingesetzt“.

Zumindest die Erneuerung eines anderen schlechten Abschnitts der Staatsstraße 32 hat das Lasuv noch nicht aus der kurzfristigen Planung gestrichen. Schon länger ist der Straße zwischen dem Ortsteil Pommlitz und der Autobahnbrücke bei Simselwitz vorgesehen. Der Abschnitt hat eine Länge von rund 1,1 Kilometern. „Mit einer Ausführung kann frühestens 2021 gerechnet werden. Im Zuge der Fahrbahnerneuerung ist die Erneuerung der Asphaltbinder- und Asphaltdeckschicht geplant“. so das Lasuv.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln