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Anzeige gegen Wolfsforscher

Die Experten vom Büro Lupus sollen die eigentlich verbotenen Tellereisen-Fallen einsetzen.

© dpa

Gegen die Wolfsexperten vom Wildbiologischen Büro Lupus in Spreewitz in der Oberlausitz ist Anzeige erstattet worden. Grund ist der Einsatz spezieller Fallen – nämlich Tellereisen – beim Wolfsfang. Die sogenannten Soft Catch Traps bestehen aus Bügeln, die hochschnappen und ein Tier an den Läufen festhalten, wenn es hineintritt. Lupus nutzt die Fallen, um Wölfe mit GPS-Sendern auszustatten. So wollen die Forscher mehr über die Bewegung des Räubers erfahren, der seit den 1990er-Jahren wieder in der Lausitz zu Hause ist.

Doch die Fangmethode ist umstritten. Tellereisen sind in der Europäischen Union grundsätzlich verboten. Allerdings hat der Freistaat Sachsen für Lupus eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Darum sei das Büro eigentlich auch der falsche Adressat für eine Anzeige, sagt Gesa Kluth von Lupus. Sie habe offiziell noch nichts von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft erfahren und müsse nun abwarten.

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Staatsanwalt Till Neumann in Görlitz bestätigt dagegen den Eingang der Anzeigen gegenüber der SZ. Man müsse dem nachgehen. Der Verfahrensausgang sei offen. Erhoben hat den Vorwurf eine Privatperson, so die Staatsanwaltschaft.

Der Präsident des Sächsischen Landesjagdverbandes, Knut Falkenberg, sagte, die Anzeige komme nicht vom Verband. Sachsens Jäger hatten den Einsatz der Tellereisen zuvor scharf kritisiert und Aufklärung gefordert. Der Freistaat nahm Lupus in Schutz. Der Einsatz der Fallen sei geprüft und bewilligt worden.

Grundsätzlich ist offen, wie es mit der Wolfsforschung in Sachsen weitergeht. Am 30. Juni 2014 läuft das Projekt, über das der Wolf beobachtet wird, aus. Bislang ist das Senckenbergmuseum für Naturkunde in Görlitz Hauptauftragnehmer, Lupus arbeitet für das Museum. Nun ist laut Sachsens Umweltministerium eine neue Ausschreibung geplant. Der Ausgang ist offen. (ihg)