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Apassionata feiert Weltpremiere in Riesa

Bei der feurig-melancholischen Pferdeshow kommt das Publikum zu einem ganz besonderen Ruhm.

Von Kevin Schwarzbach

Da staunen die Zuschauer in der Erdgas Arena nicht schlecht, als sich plötzlich ein Reiter gleich sechs Pferde schnappt und mit ihnen seine Runden dreht und sogar noch Hindernisse überspringt. Der junge Dresseur in roter, britisch angehauchter Tracht reitet zuerst auf zwei Pferden stehend ein und schnappt sich dann vier weitere Pferde, die er an den Zügeln vor sich führt. Mit einer lässigen Handbewegung weist er seine Helfer an, die Barrikaden aufzubauen. Als die sechs Pferde und ihr Reiter auf das Hindernis zureiten, herrscht einen Moment Totenstille im Publikum. Nur wenige Sekunden später ist das Hindernis schadlos überwunden. Ein Raunen geht durch den Saal – eine Reaktion, die es an diesem Nachmittag noch mehrmals geben soll. Am Wochenende war in Riesa „Zeit für Träume“ – das Team von Apassionata war wieder einmal in der Stadt und präsentierte in der Erdgas Arena das brandneue Showprogramm. Das gleich dreimal. Dabei war die erste Aufführung am Sonnabend sogar eine ganz besondere: die Weltpremiere des neuen Programms – und Tausende waren live dabei. Dass Europas erfolgreichste Pferdeunterhaltungsshow zur Premiere auch gleich unzählige mobile Kameras sowie einen riesigen Kamerakran an Bord hatte, könnte so manchen Riesaer in die Geschichtsbücher eingehen lassen. Gleich das erste Showelement versetzt die Zuschauer ins Staunen. Denn die drei Pferde führen in einer Freiheitsdressur vor, dass sie ihren Dresseur auch ohne Worte verstehen. Völlig frei galoppieren sie durch die Arena – und trotzdem ist bei jeder Bewegung erkennbar, dass hier ein Plan dahinter steckt. „Das geht ja gut los. Da reißt es mich doch schon fast beim ersten Element aus dem Sitz. Dabei ist das doch eher ruhig. Wie soll das denn weitergehen“, sagt Peter Wocziek, der die Karten seiner Enkelin Carolin Bege zum Geburtstag geschenkt hat und mit ihr aus Radebeul angereist ist.

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„Zeit für Träume“

Wie es weitergeht, erfahren er und die siebenjährige Carolin dann auch umgehend. Erst zeigen ein paar Reiter filigranste Dressureinlagen mit ihren Pferden und laufen dabei nicht nur seitwärts, schräg vorwärts oder rückwärts, sondern lassen die Pferde auch auf der Stelle mächtig die Kufen schwingen – es scheint, als würden die Pferde einen kleinen Tanz vollführen. Alles im Scheinwerferlicht der Hintergrundgeschichte des Programms „Zeit für Träume“. Zwei Studenten, Tanja und Michael, entdecken in Südfrankreich einen kleinen Antiquitätenladen und beginnen, ihn zu erforschen. Zwischen all den Raritäten entdecken sie ein geheimnisvolles Buch, das sie sofort in seinen Bann zieht. „Zeit für Träume“ steht groß auf dem Umschlag. Als Tanja es öffnet, scheint sich um sie und Michael plötzlich alles zu drehen – und die beiden verlieren sich in der Unendlichkeit.

Auf ihrer Reise durch das Traumland erleben sie jedoch nicht nur solche melancholischen Einlagen wie den Tanz der Pferde gleich zu Beginn, sondern es geht auch richtig zur Sache. Ob nun am Strand oder beim Burger Drive-In – auch richtig feurige Einlagen gibt es im diesjährigen Programm von Apassionata. Denn plötzlich reitet ein Surfer, der auf dem Rücken eines Pferdes steht, durch den Raum. Auch ein Taucher ist dabei, der sich während des Ritts einfach zwischen die Beine seines Pferdes fallenlässt und dort unten hängend Tauchbewegungen andeutet. Das Publikum kann sich jetzt nicht mehr halten und applaudiert nicht mehr nur, sondern kreischt teilweise. Doch es wird noch waghalsiger, als ein paar Männer in Lederjacken einreiten – und während des Ritts von ihrem Pferd abspringen, ein Stück nebenher laufen und dann mit einem Rückwärtssalto wieder aufspringen. Der Höhepunkt der Stimmung ist erreicht, als ein Reiter sich unter seinem galoppierenden Pferd hindurchhangelt und sich wieder in den Sattel schwingt. Als er dann die Faust ballt und in die Luft reißt, ist sein Adrenalinkick in der ganzen Halle zu spüren. „Die Männer sind irgendwie verrückt“, meint Carolin Bege begeistert. Ihrem Opa bleibt jedoch fast das Wort im Halse stecken. „ Respekt für die Männer und Frauen da unten, die sich so etwas zutrauen“, meint Peter Wocziek sichtlich beeindruckt.