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Apfelernte bei Obstland verhagelt

Das Jahr 2019 war eines der herausfordernsten Jahre für Obstland in Dürrweitzschen. Trockenheit und Hagel forderten ihren Tribut.

Im vergangenen Jahr wurden mehr als 700 Hektar Apfel- und Birnen-Plantage der Obstland AG von Hagel beschädigt.
Im vergangenen Jahr wurden mehr als 700 Hektar Apfel- und Birnen-Plantage der Obstland AG von Hagel beschädigt. © privat

Dürrweitzschen. Im Juni vergangenen Jahres ging über 63 Prozent der Flächen der Obstland Dürrweitzschen AG Hagel mit Körnern bis zu einer Größe von fünf Zentimetern nieder. Innerhalb kürzester Zeit wurden 19 Hektar Erdbeerflächen komplett vernichtet sowie 734 Hektar Apfel- und Birnenplantagen stark geschädigt

„Trotz des intensiven Einsatzes der Hagelschutzkanonen und -netze konnte die Schädigung des Kernobstes aufgrund der enormen Hagelkorngrößen nur geringfügig begrenzt werden“, erklärt Vorstandsassistent Wolfgang Scheefe nach der Hauptversammlung des Unternehmens.

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Erstmals virtuelle Hauptversammlung per Internet

Diese war zwar bereits die 29., aber aufgrund von Corona die erste virtuelle. Die Aktionäre konnten die Versammlung per Livestream auf der Homepage von Obstland im Internet verfolgen.

Dabei erfuhren sie, dass sich neben dem Hagel auch eine langanhaltende Dürre im Osten Deutschlands, gepaart mit überdurchschnittlich hohen Sommertemperaturen und Strahlungsintensität der Sonne, negativ auf den Obstbau ausgewirkt hat. 

„Diese Kombination von Hagel und Dürre haben zu starken Ernteeinbußen beim Beeren- und Kernobst geführt“, so Scheefe. Daraus resultierten negative wirtschaftliche Auswirkungen.

2,4 Millionen Euro Verlust bei Obstland

Trotz aller Bemühungen und der breiten Branchenaufstellung bei Obstland habe der Konzern diese Witterungseffekte nicht kompensieren können. Das Unternehmen verzeichnet einen Verlust in Höhe von 2.4 Millionen Euro. 

Dem stehen die positive Ergebnisse der vorangegangenen Jahre gegenüber, durch die Rücklagen gebildet werden konnten. Dadurch habe die Obstlandgruppe das negative Ergebnis von 2019 kompensieren können. Trotzdem habe der Vorstand entschieden, auf eine Dividendenzahlung zu verzichten.

Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre und der immer wiederkehrenden Wetterextreme liege der Fokus im Obstbau zukünftig weiter auf der Sicherung der Wasserversorgung sowie dem Schutz vor Hagel und Frost. 

„Da das Unternehmen auf rund 1.200 Hektar Obstbau betreibt, bedarf es zur kompletten Absicherung der Obstbauflächen einer angemessenen Zeitspanne“, meint Scheefe.

Neues Erscheinungsbild im Online-Bereich

Neben dem Obstanbau sei die Marke Sachsenobst im vergangenen Jahr in ihrem Erscheinungsbild „auf neue Füße gestellt“ worden. 

Der Fokus liege dabei auf der Neugestaltung der Internetpräsenz, der Entwicklung neuer Fruchtsaft- und Fruchtweinetiketten sowie der Ausweitung der Kommunikationswege über die klassischen Printmedien hinaus hin zum Social-Media-Bereich. All das diene vor allem der Stärkung des Vertriebes der Kelterei Sachsenobst GmbH.

Die zu Obstland gehörenden Baufirmen haben das Geschäftsjahr 2019 positiv beendet. Im Fokus standen sachsenweit Bauvorhaben im gewerblichen und kommunalen Sektor. 

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