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Apollo ist hart aufgeschlagen

Die Filiale der Optikerkette am Kamenzer Markt ist zu. Nur noch stundenweise können die Aufträge abgeholt werden. Neue Brillen gibt es nicht mehr.

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© René Plaul

Von Frank Oehl

Das war ein überraschend schnelles Ende der Apollo-Mission in Kamenz. Nach nur einem Dreivierteljahr hat die Filiale der Optiker-Kette am Markt jetzt offiziell ihr Ende verkündet. Ein Aushang an der Tür zum geschlossenen Laden verweist auf die Schließung und die nur noch stundenweise Öffnung des Geschäfts für jene, die ihre Aufträge abholen wollen. Neue Brillen werden hier nicht mehr verkauft.

Dies ist zunächst einmal für die Altstadt kein großer Service-Verlust an sich. Immerhin hat sich die größte deutsche Markenkette, die immerhin 800 Filialen zwischen Flensburg und den Alpen hat, in der Innenstadt gleich zwischen vier weitere Optikergeschäfte gedrängelt. Über einen Franchise-Nehmer aus dem Elbland, der auf eigenes Risiko das Geschäft unter dem Label „Apollo“ betrieben hat. Das war schon im vergangenen Frühjahr auf einige Verwunderung in der Stadt gestoßen. Hier hätte sich die geneigte Kundschaft offenbar eine andere Nachfolge-Idee für die frühere Zeeman-Filiale gewünscht.

Nun ist der Betreiber insolvent. Zu den Gründen war gestern vom Insolvenzverwalter, einem Dresdner Rechtsanwalt, zunächst nichts zu erfahren. Offenbar war die Apollo-Filiale nie richtig angenommen worden, was sich auch in der nur halbherzigen Beteiligung an den Aktionen der City-Initiative zeigte. Zur Einkaufsnacht im November hatte man beizeiten die Lichter ausgemacht, und am Weihnachtsmarkt-Wochenende hielt man sich schon ganz raus. Da war die Zahlungsunfähigkeit bereits abzusehen. Die Stadt wird nun wieder mit einem gähnenden Schaufenster mehr konfrontiert sein – zumal im mit 250 Quadratmeter Ladenfläche größten Geschäft auf dieser Marktseite. Die Freude bei der Optiker-Konkurrenz dürfte sich freilich in Grenzen halten. Weil die schnelle Bruchlandung von Apollo auch auf die schwierige Innenstadt-Gesamtlage hinweist ...