merken
PLUS

Applaus, Applaus für 750 Jahre

Fünf Tage lang haben die Kiesdorfer ihren Ort gefeiert. Zum Auftakt beklatschten sie sich erst mal selbst.

Von Susanne Sodan

Geklatscht wurde an diesem verlängerten Wochenende viel in Kiesdorf – zu den Schlagern von Angelika Martin, zu den Partytönen von Jolly Jumper, zu den Electro- und House-Klängen der beiden Leipziger DJs Hot Bananas.

TOP Deals
TOP Deals
TOP Deals

Die besten Angebote und Rabatte von Händlern aus unserer Region – ganz egal ob Möbel, Technik oder Sportbedarf – schnell sein und sparen!

Alleine die Mischung zeigt: Die Kiesdorfer hatten sich für ihre 750-Jahr-Feier richtig ins Zeug gelegt und ein Programm auf die Beine gestellt, das nicht nur die 430 Einwohner des Ortes lockte. Immerhin, bereits seit 2011 hatten sie ihr Fest geplant. Applaus – den gab es schon zur Auftaktveranstaltung. Nicht für eine Band, sondern für 36 Kiesdorfer, die sich über die Jahre hinweg für ihren Ort engagiert haben. Sie wurden am Mittwochabend im Kiesdorfer Kulturzentrum mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet.

„Kann das stimmen? Sind das wirklich 20 Jahre gewesen?“ fragte Bürgermeister Christian Hänel (parteilos), als er Edeltraud Thau ihre Ehrung überreichte. Tatsächlich ist sie seit 20 Jahren Ortschaftsratsvorsitzende. „In der Zeit gab es viele schöne Momente“, sagt Thau. „Einer der Höhepunkte war für mich die Sanierung unserer Kita.“ Bis zum vergangenen Jahr arbeitete sie als Erzieherin in Kiesdorf. Ausgezeichnet wurden neben Thau auch langgediente Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Vertreter von Senioren- und Ortschaftsrat, die Organisatorinnen des Seniorensports, die Macher der 750-Jahr-Feier. Hätte Hänel jedem der Beteiligten eine der handtellergroßen Medaillen überreichen wollen, hätte er an die 200 Stück fertigen lassen müssen. Fast die Hälfte der Kiesdorfer half, das Fest zu stemmen.

Gefeiert wurde an den fünf Tagen unter dem Motto „Echt Eigen“. Was aber ist den Kiesdorfern so eigen? „Ich denke, es ist der Zusammenhalt. Der ist hier stärker als in anderen Ortschaften“, sagt Hans Nerger. „Wenn es darum geht, mal freiwillig mit anzupacken, sind die Leute da.“ Vor allem für Senioren bietet er mit seiner Kiesdorfer Kaufhalle eine Einkaufsmöglichkeit in der Nähe – und einen Treffpunkt. Dafür hat er seine Ehrenmedaille bekommen.

Dass die Kiesdorfer zusammenhalten, bestätigt auch Frank Diener, einer der Organisatoren des Festes. „Klar gab es bei den Vorbereitungen auch mal Streit, aber immer konstruktiven Streit“, erzählt er. „Und als es jetzt darum ging, das Festzelt aufzubauen, waren trotz des Wetters sofort Helfer da“, so Frank Diener. Und eben dieses Festzelt brauchten die Kiesdorfer zumindest an den ersten beiden Festtagen dringend: Einzig das Wetter verweigerte zum Auftakt jegliche Mithilfe.