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Arbeiten am Hospiz wieder im Zeitplan

Am Freitag wird am Hasenberg in Leisnig Richtfest gefeiert. Gesellschafter müssen neuen Geschäftsführer bestellen.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Leisnig. Jetzt kann den Verein Lebenszeit nichts mehr aufhalten. Am Hasenberg in Leisnig, idyllisch am Stadtrand gelegen, entsteht nach Jahren der Vorbereitung ein Hospiz. In dem können bis zu zwölf Todkranke auf dem letzten Stück ihres Lebensweges begleitet werden. Im Frühjahr 2018 wollen Bauherr Frank Lohse und der Hospizverein die Einrichtung eröffnen.

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Alexandra Lohse (links) und Diana Fischer kümmern sich übergangsweise um die Geschäftsführung der gemeinnützigen GmbH, die später das Hospiz betreibt. Frank Lohse schaut als Investor vor allem auf die baulichen Details und Fortschritte.
Alexandra Lohse (links) und Diana Fischer kümmern sich übergangsweise um die Geschäftsführung der gemeinnützigen GmbH, die später das Hospiz betreibt. Frank Lohse schaut als Investor vor allem auf die baulichen Details und Fortschritte. © Dietmar Thomas

Dieser Termin erscheint nun wieder realistisch, nachdem es nur mit einigen Verzögerungen auf der Baustelle richtig losgehen konnte. Am Freitag wird nach der Grundsteinlegung Mitte Mai aber zunächst einmal der nächste Schritt gefeiert: das Richtfest. Dazu laden alle, die an diesem Projekt beteiligt sind, nicht nur die Mitwirkenden wie Handwerker und Planer ein. Auch alle Neugierigen sind willkommen. Denn wenn das Hospiz fertig ist, wird erst richtig Hilfe benötigt.

Um die organisatorischen Dinge im Haus kümmern sich derweil Alexandra Lohse und Diana Fischer, die Vorsitzende des 37 Mitglieder zählenden Vereins Lebenszeit. Dieser ist alleiniger Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH. Die wurde zum Betrieb des Hospizes gegründet. Allerdings kann Mathias Kretschmer nicht mehr deren Geschäftsführer sein. „Im Frühjahr haben sich die Rahmenbedingungen für Hospizeinrichtungen geändert“, erklärt Diana Fischer.

Termine „Lebenszeit“

13. Oktober 2017: um 16 Uhr Richtfest des Hospizes am Hasenberg 9,

14. Oktober 2017: ab 9 Uhr Arbeitseinsatz auf dem Außengelände am Hasenberg,

19. Oktober 2017: offener Abend zum Thema „Umbrüche im Leben“ mit der Autorin Sylvia Eggert ab 19.30 Uhr in der Begegnungsstätte, Rosa-Luxemburg-Straße 6, in Leisnig,

März 2018: Start des nächsten Lehrgangs zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter in Geringswalde,

Frühjahr 2018: geplante Eröffnung.

www.lebenszeit-ev.de

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Demnach müsse der Geschäftsführer einer solchen Einrichtung eine entsprechende Ausbildung vorweisen. Das könne Mathias Kretschmer nicht. Daher werde Alexandra Lohse, die über die nötige Qualifikation verfügt, die Leitungsfunktion vorläufig übernehmen. Diana Fischer will sie als Vertreter des Gesellschafters unterstützen. „Wir werden die Geschäftsführerstelle schnellstmöglich wieder besetzen“, versichert die Vorsitzende von Lebenszeit. In der jetzigen Phase werde einfach ein Geschäftsführer benötigt. Der bisherige Chef Mathias Kretschmer zieht sich enttäuscht zurück, möchte im Moment nichts zur Situation sagen.

Derzeit laufen die ersten Personalgespräche. 16 Fachkräfte und drei Pflegehilfskräfte will die gGmbH einstellen. Damit sie sich wirklich um die Bewohner kümmern können, wirbt der Verein um ehrenamtliche Helfer, und zwar auf vielerlei Gebieten. Wer es sich zutraut, kann sich zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter schulen lassen. Ein Pflegeberuf ist dafür keine Voraussetzung. Wer ansonsten helfen will, kann das, indem er für die Bewohner bäckt oder den Verein bei der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung um Spenden – etwa auf dem Leisniger Weihnachtsmarkt – unterstützt.

Männer und Frauen, die zupacken können, dürfen sich schon zum Arbeitseinsatz am Sonnabend unter die fleißigen Helfer mischen. „Wir wollen im Außengelände klar Schiff machen“, sagt Investor Frank Lohse. Der Rasenmäher müsse angeworfen werden, Büsche und Sträucher bräuchten einen Rückschnitt. „Wer will, kann auch im nächsten Frühjahr gern an der Parkgestaltung und -pflege mitwirken“, lädt er bereits ein.

Genauso helfen Spenden. Der Finanzbedarf ist beachtlich: Zunächst muss Lebenszeit auch über einen Kredit ungefähr 120 000 Euro für die Ausstattung der Einrichtung vom Pflegebett bis zum Schrank und dem Küchenmobiliar aufbringen. Und wenn das Hospiz läuft, ist jährlich ein Eigenanteil in Höhe von 20 000 Euro zu erwirtschaften. Für die Bewohner sollen keine Kosten entstehen.

Plätze in einem Hospiz sind rar, manchmal gibt es sogar Wartelisten. Doch Zeit haben die wenigsten, die die schreckliche Diagnose bekommen, dass die Medizin nicht mehr helfen kann. Über die Sozialschwestern im Krankenhaus und bei der ambulanten Betreuung wird für gewöhnlich eine Unterbringung in einem Hospiz organisiert. Der Verein möchte den Bedarf im ländlichen Bereich zwischen Leipzig, Chemnitz und Dresden decken.