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Arbeiten am Landkrankenhaus

Der Denkmalwert der Ruine an Fabrik- und Hospitalstraße soll erhalten bleiben.

Im Gebäudekomplex des ehemaligen Landkrankenhauses in Meißen-Cölln finden derzeit Arbeiten zur Notsicherung statt.
Im Gebäudekomplex des ehemaligen Landkrankenhauses in Meißen-Cölln finden derzeit Arbeiten zur Notsicherung statt. © Claudia Hübschmann

Meißen. Bis in den "Stern" hat dieses Areal es geschafft. Im Mai hatte das Magazin unter der Überschrift „Der Charme des Verfalls: Geisterstätten in Sachsen“ auch über das frühere Landkrankenhaus in Meißen berichtet. In einer Fotostrecke war nicht nur die Ruine an Fabrik- und Hospitalstraße gezeigt worden, sondern auch einige Aufnahmen aus dem Inneren. Sie zeigen nicht nur, was Vandalismus und Brandschatzungen in dem Gebäudekomplex über die Jahre angerichtet haben, sondern auch seinen Denkmalwert.

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Seine  Ursprünge lassen sich bis ins Jahr 1863 zurückverfolgen. Im Jahr 1880 war hier ein Krankenhausneubau seiner Bestimmung übergeben worden, der bis in die 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts immer wieder erweitert worden war – bis im Mai 1998 mit der Inbetriebnahme des Krankenhausneubaus in der Nassau das Landkrankenhaus  im Stadtteil Cölln überflüssig wurde.

Der Gebäudekomplex soll dem weiteren Verfall aber nicht preisgegeben werden. In dieser Woche werden Sicherungsmaßnahmen am Gebäude abgeschlossen. „Ziel der Arbeiten ist es, die Außenmauern und einen Gebäudeteil mit noch intakten Decken vor der weiteren Schädigung durch eindringende Niederschläge zu sichern. Dazu werden die Mauerkronen und eine Decke mit regendichtem Material abgedeckt“, erklärt die Sprecherin der Kreisverwaltung Anja Schmiedgen-Pietsch.

Wie sie erläutert, sind die Eigentümer zum denkmalgerechten Erhalt der Kulturdenkmale verpflichtet. Entsprechend haben sie die Kosten zu tragen. Im konkreten Fall hat der Eigentümer auf Betreiben der bei der Kreisverwaltung angesiedelten Unteren Denkmalschutzbehörde die Arbeiten selbst veranlasst und finanziert sie selbst.

Als sich ein neuer Eigentümer fand, der den Komplex im Zuge einer Zwangsversteigerung erworben hatte, keimte vorübergehend Hoffnung auf. Im Bauausschuss waren den Meißner Stadträten beeindruckende Pläne für das Haus vorgestellt worden. Von einer Seniorenwohnanlage war die Rede ebenso wie von Arztpraxen, die in dem sanierten Gebäude Einzug halten sollten.

„Davon ist bislang nichts zu sehen“, sagt Dr. Oliver Morof. Ihm läge der Stopp des Verfalls und eine Zukunft für das alte Landkrankenhaus besonders am Herzen – der Inhaber der nahe gelegenen Moritz-Apotheke und Stadtrat hatte im Jahr 2013 damit begonnen, das frühere Arztcasino am Robert-Koch-Platz, das seit Jahren leer stand, zu sanieren und umzubauen. Das Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zum ehemaligen Landkrankenhaus beherbergt heute medizinische Dienstleister.

Ein Hoffnungsschimmer

Angesichts vieler Arztpraxen und Physiotherapie-Einrichtungen, die sich rund um den Robert-Koch-Platz angesiedelt haben, könnten weitere medizinische Dienstleister dem Gebäudekomplex durchaus neues Leben einhauchen. Insofern lässt sich in den gegenwärtigen Arbeiten zur Notsicherung an den Gebäuden ein Hoffnungsschimmer sehen.

Letztlich kann der Gebäudekomplex nur durch eine neue Nutzung dauerhaft erhalten werden, sagt Anja Schmiedgen-Pietsch, die Sprecherin des Landratsamtes in Meißen. Bis es soweit ist, müssen die notwendigen Sicherungen vorgenommen werden, die einen Verlust von Denkmalsubstanz verhindern. „Um diese Sicherungsmaßnahmen zu veranlassen und durchzusetzen, bedient sich die Behörde der gesetzlich vorgesehenen Mittel“: Die Sprecherin nennt die Anordnung der Sicherung und nötigenfalls das Durchsetzen der Sicherung mittels Zwangsgeld oder Ersatzvornahme.

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Dabei sind aber auch die Rechte des Eigentümers zu beachten, unter anderem sind die Zumutbarkeit und Verhältnismäßigkeit zu gewährleisten. Eine Sanierung kann vom Eigentümer nicht verlangt werden. „Die Pflicht des Eigentümers umfasst nur Maßnahmen, die notwendig sind, um das Fortschreiten des Verfalls von Denkmalsubstanz oder die Gefährdungen Dritter zu verhindern“, so Anja Schmiedgen-Pietsch.

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