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Arbeiten für das Hobby

Josef Peisz war über drei Jahre bei Gämmerler tätig. Dabei brauchte der Queckhainer den Job nicht, sagt er.

© André Braun

Von Doreen Hotzan

Leisnig. Er fährt jeden Tag an dem Gelände vorbei. Und jedes Mal ist es ein komisches Gefühl, wenn er an seinem ehemaligen Arbeitsplatz vorbeifährt, sagt Josef Peisz. Bis August letzten Jahres hat der heute 69-Jährige bei der Gämmerler GmbH im Gewerbegebiet von Leisnig gearbeitet. Als Hausmeister auf Mini-Job-Basis kümmerte er sich darum, dass das Außengelände des Betriebes vorzeigbar war. Er pflegte die Grünanlagen sowie die Bäume und Sträucher auf dem Gelände und war für den Winterdienst verantwortlich. Dreieinhalb Jahre lang arbeitete Josef Peisz bei der Gämmerler GmbH. „Ich war dort dreimal pro Woche für viereinhalb Stunden“, sagt der Queckhainer. Er habe sich dort sehr gefühlt und wäre gern geblieben. „Aber ich bin betriebsbedingt gekündigt worden“, erzählt er.

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„Wir wurden immer weniger“

Denn im Sommer 2015 entschied sich der Betrieb mit Hauptsitz im bayerischen Geretsried-Gelting, seine Zweigstelle in Leisnig zu schließen. Alle Mitarbeiter wurden entlassen. Mit einigen von ihnen hat Josef Peisz noch Kontakt. „Von den jüngeren sind viele wieder schnell in Lohn und Brot gekommen“, sagt der Queckhainer. Andere seien altersbedingt in den Ruhestand gegangen. Die letzten Arbeitstage waren besonders komisch, erzählt Josef Peisz. „Wir wurden immer weniger. Anfangs waren wir 150 Mitarbeiter. Als ich gegangen bin, waren es nur noch 30“, sagt er.

Auch der Queckhainer musste nicht lange nach einem neuen Job suchen. Inzwischen ist er bei einer anderen Firma in Leisnig untergekommen. Eigentlich müsste er nicht mehr arbeiten gehen. „Doch ich bin Hobbywinzer und dafür brauche ich das Geld, um mir dafür hin und wieder etwas Neues anzuschaffen“, sagt Josef Peisz. Was nun aus dem ehemaligen Betriebsgelände wird, verfolgt der Queckhainer genau.

Das Büro Schröder & Busch Immobilien aus Leipzig wurde von dem Unternehmen im Mai letzten Jahres mit dem Verkauf der ehemaligen Werkshalle samt den dazugehörigen Büroräumen und des Sanitärtraktes beauftragt. Das ist kein leichtes Unterfangen, denn allein die Halle hat eine Größe von über 6 000 Quadratmetern. Verkauft werden soll an einen produzierenden Betrieb. Josef Peisz hat die Hoffnung, dass sich irgendwann ein neuer Käufer für das Gelände findet, nicht aufgegeben. Und vielleicht kann er dann irgendwann wieder dort arbeiten.