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Arbeiterwohlfahrt will in Heidenau bauen

An der Dresdner Straße soll ein Berufsbildungszentrum für 100 Behinderte entstehen. Der Standort im Reifenwerk entfällt.

Von Heike Sabel

Arbeits- und Berufsbildungsangebote der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für Behinderte gibt es bereits in Heidenau. Nun soll ein Zentrum entstehen, das beide Bereiche vereint. Als Standort ist eine Fläche neben der Awo-Integrationsfirma an der Dresdner Straße vorgesehen, die im Rahmen einer Erbbaupacht erworben wird.

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Das Zentrum wird 100 Plätze haben, jeweils 50 für die Bereiche Berufsbildung und Arbeit. Der Bildungsbereich wird damit in Heidenau zusammengefasst. Bisher bieten die Werkstatt-Betriebsstätten Pirna-Sonnenstein und Dippoldiswalde Berufsbildung an. Das fällt dann weg, sagt der Pirnaer Werkstattleiter Ingo Mangelsdorf. Die beiden Standorte bleiben jedoch als Arbeitsstätten für Behinderte erhalten.

Der dritte bisherige Arbeitsbereich befindet sich im Heidenauer Reifenwerk. Hier können 64 Behinderte arbeiten. Gegenwärtig sind jedoch nur 32 Plätze belegt. Die anderen Behinderten arbeiten in Betrieben, sagt Mangelsdorf. Das sei eine angestrebte Form. Über ein Viertel aller bei der Sonnensteiner Werkstatt beschäftigten Behinderten ist so tätig.

„Aus den Räumen im Reifenwerk wollen und müssen wir jedoch raus, da die Bausubstanz schlecht ist bzw. das Reifenwerk die Gebäude abreißen will“, sagt Mangelsdorf. Das war ein Ausgangspunkt, um über einen Neubau nachzudenken und die Angebote zu konzentrieren.

Baubeginn im nächsten Frühjahr

Derzeit wird ein Entwurf erarbeitet, der Ende Mai vorgelegt fertig sein soll. Danach entscheiden die Fördermittelgeber im Freistaat über das Vorhaben, sagt Mangelsdorf. Die Awo muss auf jeden Fall ein Fünftel der Kosten tragen. Wie viel das ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Das ist erst nach der Fertigstellung des Entwurfes möglich. „Wenn alles optimal läuft, können wir im Frühjahr 2015 mit dem Bauen beginnen“, sagt Mangelsdorf. Es wird mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr gerechnet.

In dem neuen Objekt werden sich die Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für die Behinderten weiter verbessern. Besonderen Wert legt die Arbeiterwohlfahrt auf die Berufsbildung. Die Behinderten beenden sie mit einer Prüfung und einem Zertifikat der Industrie- und Handelskammer, sagt Mangelsdorf.

Für die über 30 Kooperationspartner der Werkstätten ändert sich mit dem Neubau nichts, sagt Mangelsdorf. „Ihnen ist ja egal, woher sie unsere Zuarbeiten bekommen, wenn sie in der geforderten Qualität sind.“ In den Pirnaer Awo-Werkstätten arbeiten über 500 Menschen mit geistiger, psychischer, Körper- oder Mehrfachbehinderung. Die Einrichtung ging 1991 aus dem Kreisrehabilitationszentrum Pirna hervor und in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt über. Die Integrationsfirma in Heidenau, die auch als Holzwerkstatt bekannt ist, ist eine Schwestergesellschaft der Werkstatt. Sie arbeitet unter anderem auch mit Heidenauer Schulen zusammen, derzeit zum Beispiel mit der Oberschule. Deren Schüler bauen sich mit Unterstützung der Arbeiterwohlfahrt ihren Wunschschulhof.

Die Stadt Heidenau befürwortet das Vorhaben der Awo und werde es unterstützen, wenn Hilfe gebraucht wird. Bisher gebe es jedoch keine diesbezüglichen Anfragen, teilt das Rathaus auf Nachfrage mit.