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Dresden

Arbeitsagentur-Chef zu Corona: "Es gibt Entlassungen"

Jan Pratza über die Folgen der Pandemie für Dresden. Welche Branchen es besonders hart trifft.

Jan Pratzka, Chef der Agentur für Arbeit Dresden.
Jan Pratzka, Chef der Agentur für Arbeit Dresden. © Christian Juppe

Dresden. Die Restaurants sind zu, genauso wie alle Läden, die keine Lebensmittel oder Drogerieprodukte anbieten. Das Coronavirus hat Dresden fest im Griff und es gibt natürlich auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die SZ erreichte Jan Pratzka, Chef der Dresdner Arbeitsagentur am Telefon, um mit ihm über die aktuelle Situation zu sprechen. 

"Wir können aktuell das Ende des Tunnels noch nicht sehen und fahren auf Sicht", so Jan Pratzka. Die aktuellen Arbeitslosenzahlen von 16.400 Arbeitlosen für Dresden, die bereits zum Stichtag 12. März erhoben wurden, würden die Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht abbilden und seien daher nicht aussagekräftig für den aktuellen Zustand des Arbeitsmarktes. 

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"Was wir sagen können, ist, dass rund 25 Prozent der rund 36.000 Betriebe in Ostsachsen Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter angezeigt haben. Leider gibt es auch schon Entlassungen und Arbeitslos-Meldungen, die von Dresdnern bei uns eingehen", so Pratzka. Zu den konkreten Zahlen könne er noch nichts sagen, da diese gerade erst eingehen - in Meldungen telefonisch, per Post und online. 

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Mittlerweile seien fast alle Wirtschaftszweige von die COVID-19-Folgen betroffen und viele hätten Kurzarbeit beantragt. Die Unternehmen seien gewillt, ihre Arbeitskräfte zu halten und nutzen die von der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung stehenden Unterstützungsleistungen. "Besonders betroffen von der Kurzarbeit sind die Branchen Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel bei Läden, die aktuell nicht öffnen dürfen, und das verarbeitende Gewerbe", so Pratzka. Besonders hart treffe es natürlich die Gastronomie. Die Wirte dürften zwar Lieferdienste anbieten, aber das ersetze natürlich die Umsätze eines laufenden normalen Betriebes nicht, beobachtet er. "Wir merken, dass es viele Fragen zum Thema Kurzarbeit gibt", berichtet Pratza von den Fragen an den Info-Telefonen der Arbeitsagentur. Grundsätzlich könne jede Firma, die durch die Auswirkungen des Corona-Virus kompletten oder teilweisen Arbeitsausfall hat, für die versicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeit beantragen. 

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Doch wie viel Geld bekommen die Dresdner, wenn sie in Kurzarbeit gehen? "Die Höhe des Kurzarbeitergeldes beträgt bei Eltern 67 Prozent des ausfallendenLohnes und bei Menschen ohne Kinder 60 Prozent", erklärt Pratzka. Für bis zu 12 Monate könne die Agentur Kurzarbeitergeld zahlen. Informationen zum Kurzarbeitergeld, aber auch die entsprechenden Anzeige-und Abrechnungsformulare finden Unternehmen und Betroffene auf der Webseite der Arbeitsagentur.

Eine gute Nachricht gibt es von der Dresdner Arbeitsagentur für alle, die von Kurzarbeit betroffen sind. Wer in dieser Zeit in einem systemrelevanten Bereich, wie im Krankenhaus, etwas dazuverdient, muss sich das nicht auf das Kurzarbeitergeld anrechnen lassen.

Doch die Arbeitsagentur Dresden warnt aktuell vor Missbrauch des Themas. "Zur Zeit  erhalten Arbeitgeber und Unternehmen bundesweit unseriöse Mails, die unter der Mailadresse [email protected] versandt werden", so die Agentur. In der Mail werde der Arbeitgeber unter anderem aufgefordert, konkrete Angaben zur Person, zum Unternehmen und zu den Beschäftigten zu machen, um Kurzarbeitergeld zu erhalten. Arbeitgeber sollen auf keinen Fall auf die Mail antworten, sondern diese umgehend löschen, so die Empfehlung. 

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