merken
PLUS Bautzen

Oberlausitz: Firmen melden 1.000 freie Stellen

Wegen der Corona-Krise steigt die Zahl der Arbeitslosen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz weiter an. Andere Zahlen machen Hoffnung.

Mehr als 1.000 freie Stellen haben die Firmen in der Oberlausitz im April gemeldet, unter anderem im Baugewerbe.
Mehr als 1.000 freie Stellen haben die Firmen in der Oberlausitz im April gemeldet, unter anderem im Baugewerbe. © dpa

Bautzen. In der Oberlausitz ist die Zahl der Arbeitslosen weiter gestiegen. Steigende Zahlen gibt es aber auch bei den neu gemeldeten Stellen. Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Bautzener Arbeitsagentur, hofft auf eine positive Entwicklung. „Dafür spricht, dass wir mehr neue freie Stellen haben als im April. Und wir sind der einzige Agenturbezirk in Sachsen, der ein Plus an Ausbildungsstellen verzeichnet."

Arbeitslosigkeit: Zahlen leicht steigend

Wie die Agentur für Arbeit Bautzen mitteilt, waren im Mai 18.980 Menschen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz arbeitslos gemeldet. Das sind 387 mehr als im April. Mehr als ein Drittel der Arbeitslosen ist 55 Jahre und älter. Corona-bedingt betreffe das vor allem Hotels, die Gastronomie und den Einzelhandel. Ausgenommen sei hier der Verkauf von Lebensmitteln, sagt Kathrin Groschwald. „Ohne das Kurzarbeitergeld und die stabile, breitgefächerte Wirtschaft in der Oberlausitz hätten wir eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit."

Anzeige
Der Sommerurlaub steht vor der Tür
Der Sommerurlaub steht vor der Tür

Urlaub – die schönste Zeit des Jahres. Doch bevor die Reise losgeht, sollte das Auto gründlich durchgecheckt werden. Hier finden Sie wichtige Fahrzeug-Tipps.

Arbeitsstellen: Wieder mehr neue Jobs

Zwar gab es Ende Mai mit insgesamt 4.366 freien Stellen 57 weniger als im April, aber dafür steigt die Zahl der neuen Stellen deutlich an. Im Mai wurden der Arbeitsagentur Bautzen 1.035 freie Stellen gemeldet - und damit 500 mehr als im Vormonat. Das habe oft nichts mit der Corona-Pandemie zu tun, sagt Kathrin Groschwald. „Große Nachfrage gibt es bei den Gesundheits- und Altenpflegern, in der Logistik, im verarbeitenden oder dem Baugewerbe.“ Wenn es auf dem Bau oder im Handwerk Einbrüche gegeben habe, dann wegen gestörter Lieferketten und mangelnden Materials. Die meisten freien Stellen gibt es in der Zeitarbeit. Hier sind zum Beispiel Mechaniker, Schweißer und Gabelstaplerfahrer gefragt.

Ausbildung: Mehr Stellen als Schulabgänger

Für die 1.376 künftigen Schulabgänger stehen 1.542 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Von Oktober 2019 bis Mai 2020 hat die Arbeitsagentur 66 Stellen mehr verzeichnet als im Vorjahreszeitraum. Für Kathrin Groschwald sei es erfreulich, „dass die Arbeitgeber der Region weiterhin der betrieblichen Ausbildung offen gegenüberstehen und an dieser festhalten.“ Freie Plätze gebe es etwa in der Produktion und Fertigung, im Handel und Tourismus, im Baugewerbe oder der Gesundheitspflege. „Unsere Berufsberater werden jetzt nochmal verstärkt in die Schulen gehen, um Angebot und Nachfrage möglichst zu vereinbaren.“

Kurzarbeit: Mehr Anzeigen als Fälle

Rund vier von zehn Betrieben in der Oberlausitz haben laut Kathrin Groschwald Kurzarbeit angezeigt. Das betreffe vor allem den Tourismus, die Gastronomie und die Hotellerie. Ohne dieses Instrument wäre die Arbeitslosenquote noch höher, so die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur. Hinter den 6.430 Anzeigen stehen 69.731 Arbeitnehmer. „Am Ende wird diese Zahl aber niedriger sein“, ist sich Kathrin Groschwald sicher. Die meisten Betriebe hätten jetzt die maximale Anzahl an Beschäftigten angezeigt. Erst wenn in den Firmen tatsächlich verkürzt gearbeitet werde, können die Abrechnungslisten innerhalb von drei Monaten bei der Arbeitsagentur eingereicht werden.

Prognose: Positive Zahlen im Herbst möglich

Als positive Tendenz wertet Kathrin Groschwald die steigenden Zahlen der neu gemeldeten Stellen und der Ausbildungsplätze. Sie zeigt sich gegenüber Sächsische.de vorsichtig optimistisch. „Man muss natürlich die Corona-Entwicklung abwarten. Bleibt es in Sachsen so, wie es jetzt ist, könnten wir im Herbst positive Zahlen haben.“ 

Voraussetzung sei, dass es weiter wenige oder gar neuen Infektionen mit Sars-Cov-2 und damit verbundene Quarantänen gebe. Zudem könnten sich die Mitarbeiter der Agentur jetzt wieder verstärkt der Stellenvermittlung widmen, nachdem sie sich zuletzt vor allem mit der Kurzarbeit und der Vermittlung von Ausbildungsplätzen beschäftigt haben. „Beides hatte für uns in den vergangenen Wochen Priorität“, sagt Kathrin Groschwald.

Weiterführende Artikel

Klickstark: Bei Stelzers bleibt die Küche kalt

Klickstark: Bei Stelzers bleibt die Küche kalt

Die Wirtsfamilie der Gaststätte "Am Altmarkt" in Löbau geht in Rente und erinnert sich. Einer der Beiträge aus Löbau-Zittau, über den wir heute berichteten.

Wo es jetzt noch Jobs gibt

Wo es jetzt noch Jobs gibt

Unsichere Arbeitsplätze, Tausende in Kurzarbeit: Die Corona-Krise beutelt den Oberlausitzer Arbeitsmarkt. Mancher Chef sucht trotzdem händeringend Personal.

Mit dem kostenlosen Newsletter "Bautzen kompakt" starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bautzen