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Über 40.000 Mittelsachsen in Kurzarbeit

Im Juni ist für weitere knapp 1.000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet worden. Trotz weniger Entlassungen gibt es mehr Arbeitslose.

Rund 2.300 Menschen aus der Region Döbeln haben im Juni keinen Job gehabt.
Rund 2.300 Menschen aus der Region Döbeln haben im Juni keinen Job gehabt. © dpa

Freiberg. Die Corona-Pandemie belastet weiter den Arbeitsmarkt, auch in Mittelsachsen. Die Zahl der Kurzarbeiter ist erneut gestiegen, die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls. Doch es gibt auch eine positive Entwicklung. Die Unternehmen melden wieder mehr freie Stellen.

Bis Ende Mai haben nach Angaben der Agentur für Arbeit rund 3.700 Unternehmen aus Mittelsachsen für rund 40.700 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. "Das ist der Höchststand an abgegebenen Anzeigen seit Januar 2009", informierte Agentur-Sprecherin Antje Schubert im aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Freiberg. Im Juni sind noch einmal 73 vorläufige Anzeigen für rund 1.000 Arbeitnehmer hinzugekommen.

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"Das Instrument Kurzarbeit wird weiterhin gut genutzt, um das vorhandene Personal zu halten. Das ist ein gutes Zeichen", äußerte sich Susan Heine, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Freiberg.

8.600 Mittelsachsen ohne Job

Die Arbeitslosigkeit in Mittelsachsen ist im Vergleich zum Vorjahr um 18,2 Prozent höher. Aktuell haben im gesamten Kreis rund 8.600 Menschen keinen Job, heißt es im Agenturbericht. Im Vergleich zum Mai ist die Zahl um nur 11 Personen gestiegen. Die Arbeitslosenquote ist damit wie im Mai bei 5,4 Prozent geblieben.

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Im Altkreis Döbeln gab es jedoch mit 2,4 Prozent im Vergleich mit den anderen Regionen des Landkreises einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 7,2 Prozent. Rund 2.300 Menschen haben keinen Job, 54 mehr als im Mai.

"Der Arbeitsmarkt bleibt im Zuge der Corona-Pandemie weiter unter Druck", äußerte sich Agenturchefin Susan Heine. Grund für die steigende Arbeitslosigkeit sei jedoch nicht die Tatsache, dass die Unternehmen vermehrt ihre Mitarbeiter entlassen. Es fehle hingegen an Einstellungen. "Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiter auf sehr niedrigem Niveau", sagt Heine.

Wieder mehr freie Stellen

Allerdings gibt es auch eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Juni. Es ist ein leichter Anstieg an freien Stellen zu verzeichnen. Fast 1.500 Jobangebote lagen im Juni der Agentur vor, ein Anstieg um 3,5 Prozent gegenüber Mai. Aber deutlich weniger als noch vor einem Jahr. Im Juni 2019 gab es über 3.000 freie Stellen auf dem Arbeitsmarkt.

Personal gesucht wird aktuell vor allem in den so genannten systemrelevanten Branchen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Einzelhandel.

"Die Stellenzugänge zeigen, dass unsere regionalen Arbeitgeber weiterhin Bedarf an Arbeitskräften haben und derzeit die weiteren Entwicklungen mit Blick auf die Pandemieeinschränkungen abwarten", ordnet Susan Heine ein.

Noch über 300 freie Ausbildungsplätze in Döbeln

Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe werden aktuell noch Azubis gesucht, geht aus dem Agenturbericht hervor. Insgesamt sind bislang in Mittelsachsen noch 816 Lehrstellen unbesetzt, davon rund 300 in Döbeln.

Dem gegenüber stehen momentan noch knapp 500 Bewerber, die derzeit noch einen Ausbildungsplatz suchen. Bevorzugte Branchen sind dabei Verkauf, Verwaltung oder Büro und Sekretariat sowie Fahrzeug-Luft-Raumfahrt-Schiffbautechnik.

Agenturchefin Susan Heine appelliert an die Unternehmen, an den Ausbildungen festzuhalten. Denn: "Die demografische Entwicklung wird sich auch durch die Pandemie nicht verändern. Wer jetzt nicht ausbildet, hat keine Fachkräfte für morgen."

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Die Zahl der Arbeitslosen ist dennoch um 220 gestiegen. Für Arbeitnehmer ist es schwer, eine neue Stelle zu finden.

Den Abschlussjahrgängen in diesem Jahr rät Heine, Kontakt zur Berufsberatung herzustellen. "Die Berufs- und Studienwahl ist jetzt entscheidend - vor allem für junge Menschen, die noch nicht wissen, in welche Richtung es später einmal gehen soll", sagt Heine.

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