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Arbeitsmarkt stabilisiert sich

Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis ist im August erwartungsgemäß leicht angestiegen. Kurzarbeit verbessert die Statistik.

Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter in Pirna haben weiterhin viel zu tun.
Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter in Pirna haben weiterhin viel zu tun. © Egbert Kamprath

Im August ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wieder leicht angestiegen. Zuletzt waren in der Region 6.491 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, teilt die Arbeitsagentur Pirna mit. Das waren 161 Personen mehr als im Juli dieses Jahres und 1.076 mehr als im August 2019. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent der erwerbsfähigen Personen, nun sind es 5,1 Prozent. Zählt man noch die Personen mit, die sich aktuell etwa in Qualifizierung oder Weiterbildungen befinden, beträgt die Quote - die sogenannte Unterbeschäftigung - 6,4 Prozent.

Aus Sicht der Arbeitsagentur sind das weiterhin die Auswirkungen der Corona-Krise. Großveranstaltungen sind weiterhin nicht möglich, was die Branche weiter schwächt. Zudem ist das Geschäft mit Auslandsreisen auf einem Tiefpunkt.

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Grundsätzlich schlagen sich aber auch die Zyklen des Ausbildungsmarkts im August negativ auf die Arbeitslosenzahlen nieder. So meldeten sich zahlreiche Jugendliche im August arbeitslos. Ausbildungen und Qualifizierungen starten zumeist im September.

1.800 unbesetzte Arbeitsstellen

Dennoch unterscheidet sich die Situation von den vorhergehenden Jahren. "Die Zahl Jugendlicher, die sich nach ihrer Schulzeit oder Ausbildung arbeitslos meldeten, lag deutlich höher als im vergangenen Jahr“, informiert die Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Pirna, Dana Vogt. 

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bewegte sich im August weiter auf einem niedrigen Niveau. Die Arbeitsagentur hat gegenwärtig 1.800 offene Stellen im Bestand, das sind rund sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Besonders leidet der Bereich der Kulturschaffenden. Mit rund 13 Arbeitslosen je gemeldeter Stelle belegt die Kategorie Kultur/Geisteswissenschaften/Gestaltung den negativen Spitzenplatz.

© SZ Grafik

Tausende in Kurzarbeit

Dass sich die angespannte Arbeitsmarktsituation nicht stärker auf die Arbeitslosenzahlen auswirkt, hat hauptsächlich mit den bestehenden Regelungen zur Kurzarbeit zu tun. „Kurzarbeit konnte bisher das Gröbste in der Corona-Krise abwenden", erklärt Vogt. 

Für den Spitzenmonat April liegen nun die Abrechnungen von 2.012 Betrieben vor. Demnach konnten über Kurzarbeit mehr als 14.000 Arbeitsplätze im Landkreis gesichert werden, heißt es von der Arbeitsagentur. Entsprechend weniger Personen mussten sich deshalb arbeitslos melden. Vorsorglich hatten die Betriebe im März und April sogar für doppelt so viele Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Das war bei vielen dann aber doch nicht nötig. Wie viele Beschäftigte das aktuell noch betrifft, ist erst in drei Monaten klar. So lange haben Betriebe Zeit, die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur abzurechnen.

Fast 20.000 Fälle bearbeitet

Wie viel die Beschäftigten in der Arbeitsagentur Pirna zu tun haben, machen folgende Zahlen deutlich. Seit Jahresbeginn haben sich 10.416 Personen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge arbeitslos gemeldet. im selben Zeitraum wurden 9.359 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit registriert. Das bedeutet, dass etwa 130 Vorgänge pro Arbeitstag zu eröffnen oder abzuschließen waren. Persönliche Beratungen, Leistungsbewilligungen und sonstige Informationen kommen hinzu.

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