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Arena: "Schutz der Gäste hat Priorität"

Bald erlaubt der Freistaat wieder Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen. Der Betreiber der Riesaer Sachsenarena verfolgt das Thema sehr aufmerksam.

Mit nächtlicher Beleuchtung in Rot hatten die Betreiber der Sachsenarena im Juni dafür protestiert, dass die Politik Rücksicht auf die Veranstaltungsbranche nimmt. Nun wird an der Rückkehr zur Normalität gearbeitet.
Mit nächtlicher Beleuchtung in Rot hatten die Betreiber der Sachsenarena im Juni dafür protestiert, dass die Politik Rücksicht auf die Veranstaltungsbranche nimmt. Nun wird an der Rückkehr zur Normalität gearbeitet. © Sebastian Schultz

Riesa. Wieder einmal hat der Freistaat die Regeln zum Umgang mit der Corona-Pandemie geändert. So sollen ab September auch wieder Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern möglich sein - unter Auflagen. Die SZ sprach dazu mit John Jaeschke, dem Geschäftsführer der Riesaer Tochtergesellschaft FVG, die unter anderem die Sachsenarena und die Stadthalle Stern betreibt.

Herr Jaeschke, wie bewerten Sie die neuen Regelungen? Welche Auflagen sind aus Ihrer Sicht sinnvoll, welche weniger?

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Grundsätzlich können wir die Regelung begrüßen, ab 1. September 2020 wieder Veranstaltungen über 1.000 Zuschauer zuzulassen, sofern die Kontaktnachverfolgung möglich ist und die Hygieneregelungen eingehalten werden. Sie bedarf selbstverständlich weitergehender Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, zur genauen Definition in der Umsetzung. In diesem Austausch befinden wir uns, denn der Schutz unserer Gäste hat oberste Priorität.

Was für Veranstaltungen lassen sich unter diesen Bedingungen wieder durchführen? Ich denke da etwa an Konzerte, Flohmärkte, oder Veranstaltungen unter freiem Himmel wie zuletzt das Street Food Festival ...

Hier ist die bisher bekannte Bandbreite an Veranstaltungen fast grundsätzlich denkbar. Klar ist aber auch, dass wir zum Beispiel noch keine Stehplatzoptionen bei Konzerten aufzeigen können. Für sehr hilfreich in der weiteren Ableitung halten wir das am 22. August stattfindende Projekt Restart-19 in der Arena in Leipzig. Hier wird mit 4.000 Freiwilligen getestet, wie sich Großveranstaltungen unter den aktuellen Pandemie-Auflagen wieder aufnehmen lassen bzw. was es bei der Umsetzung zu beachten gilt.

John Jaeschke ist Geschäftsführer der Riesaer Tochtergesellschaft FVG, die unter anderem Sachsenarena und Stadthalle Stern betreibt.
John Jaeschke ist Geschäftsführer der Riesaer Tochtergesellschaft FVG, die unter anderem Sachsenarena und Stadthalle Stern betreibt. © Sebastian Schultz

Welche Lehren lassen sich aus der offenbar gelungenen Premiere mit der Elbland Philharmonie in der Arena ziehen? War die Nachfrage in Ordnung?

Das Sonderkonzert war für uns ein erster Auftakt, auf den wir als Team lange gewartet haben. Die Besucherzahl war unter diesen Rahmenbedingungen wirklich sehr gut. Wir haben sehr viel Bestätigung und lobende Worte von unseren Gästen bekommen – ein großes Kompliment auch an die Elbland Philharmonie!

Eignet sich die Arena unter Corona-Bedingungen wegen des größeren Platzangebots grundsätzlich als Ausweich-Standort für Veranstaltungen, die sonst vielleicht im Stern stattfinden würden? 

Die Sachsenarena als Ausweichstandort für den Stern ist theoretisch denkbar. Allerdings haben wir in der Vielzahl eher tourneebasierende Veranstaltungen – das heißt, es stünde dann zumeist eine Komplettabsage im Raum, da die Möglichkeit einer „Veranstaltungsverlagerung“ die allerwenigsten Städte anbieten können. Wir befinden uns aber in umfassenden Gesprächen mit all unseren Partnern, um Lösungen zu finden.

Was sind die nächsten anstehenden Veranstaltungstermine?

Wir aktualisieren stetig unsere Pläne, die am besten tagesaktuell unter www.sachsenarena.de einsehbar sind.

Wie steht es um die mittelfristige Planung? Wird sich das Veranstaltungsangebot in Stern und Arena 2021 wieder „normalisieren“ oder sieht es noch nicht danach aus?

Das ist ehrlicherweise „Glaskugel lesen“. De facto haben wir schon jetzt einen prall gefüllten Terminkalender in 2021. Wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass wir alle wieder unserer Berufung nachgehen können und unseren Gästen tolle Erlebnisse in Riesa bieten dürfen.

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