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Meißen

Armut ist Risiko fürs Krematorium

Das Unternehmen hat 2018 gut gewirtschaftet. Doch ein Trend bereitet dem Chef sorgen.

Als Hauptrisiko für das Städtische Bestattungswesen Meißen sieht Chef Jörg Schaldach die sinkende Kaufkraft der Hinterbliebenen.
Als Hauptrisiko für das Städtische Bestattungswesen Meißen sieht Chef Jörg Schaldach die sinkende Kaufkraft der Hinterbliebenen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Das Städtische Bestattungswesen Meißen hat jetzt seine Bilanz für 2018 veröffentlicht. Demnach konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr ein Plus von 13 500 Euro erwirtschaften. Ein Jahr zuvor war von der GmbH ein Ergebnis von 25 000 Euro vermeldet worden.

Als Hauptrisiko für das Geschäft sieht Chef Jörg Schaldach die sinkende Kaufkraft der Hinterbliebenen. Der Anteil der von den Sozialbehörden ganz oder teilweise finanziell übernommenen Bestattungen sei stark angestiegen. Spürbar ist Schaldach zufolge die Anzahl der Verträge, in den Ratenzahlungen oder Teilrechnungen vereinbart wurden. Die monatlichen Raten, welche die Hinterbliebenen zu zahlen bereit seien, sinken seinen Angaben zufolge.

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Als problematisch sieht der Geschäftsführer die stärker werdende Entfremdung innerhalb der Familien. Das führe dazu, dass trotz eindeutiger Gesetzeslage sich die Hinterbliebenen weigerten, die Bestattung durchzuführen. Teilweise ließen Angehörige ihre Verstorbenen ohne Sargausstattung und Sterbehemd bestatten.

Wie es in dem Lagebericht für das vergangene Jahr weiter heißt, besteht ein zusätzliches Risiko in steigenden Kraftstoff- und Energiekosten. Derzeit existiere kein Marktpotenzial zu wesentlichem Zuwachs im Krematoriumsbereich, da die Preisunterschiede im Verhältnis zu den Entfernungsdifferenzen unerheblich sind. Der Bericht verweist zudem darauf, dass die Bestatterdichte im Landkreis doppelt so hoch sei wie in Dresden. In der Stadt Meißen selbst liege der Marktanteil bei 90 Prozent. Dies ließe sich nicht mehr steigern. (SZ/pa)

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