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Arnsdorf: Endlich Baustart für Radweg?

Seit 1998 wird an dem Projekt in Arnsdorf gearbeitet. Jetzt gibt es hoffnungsvolle Anzeichen - und ein Versprechen des Ministers.

Zwischen Arnsdorf und Wallroda müssen Radfahrer auf die viel befahrene Straße ausweichen. Seit vier Jahren setzt sich eine Bürgerinitiative für einen Radweg ein. Jetzt rückt die Genehmigung näher.
Zwischen Arnsdorf und Wallroda müssen Radfahrer auf die viel befahrene Straße ausweichen. Seit vier Jahren setzt sich eine Bürgerinitiative für einen Radweg ein. Jetzt rückt die Genehmigung näher. © Thorsten Eckert

Radeberg/Arnsdorf. Mit Beginn des neuen Schuljahres ist das wieder zu beobachten: Kinder sind mit dem Fahrrad von Arnsdorf nach Radeberg unterwegs, um an der Oberschule oder am Gymnasium den Unterricht zu besuchen. Immer wieder rauschen Autos an ihnen vorbei. Eine gefährliche Situation. Seit Jahren kämpfen deshalb Einwohner von Arnsdorf für einen Radweg entlang der Straße.

Jetzt gibt es Hoffnung, dass das Projekt bald umgesetzt wird. Laut Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) stehen die Planungen für den rund vier Kilometer langen Abschnitt kurz vor dem Abschluss. Nach seinen Angaben sind die großen Probleme wie Grundstückserwerb und Entwässerung aus dem Weg geräumt und die vollständigen Planungsunterlagen werden voraussichtlich Ende September an die Landesdirektion zur Genehmigung eingereicht. Sollte es dort keine Einwände geben, werden die Pläne öffentlich ausgelegt. Dann hat jeder die Möglichkeit, seine Bedenken und Hinweise zu dem Projekt vorzubringen. „Ich hoffe, dass die Auslage noch in diesem Jahr erfolgt“, sagt Ilko Keßler vom Automobilclub ACE. 

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Kosten von vier Millionen Euro

Er hatte zu dem Treffen an der viel befahrenen Straße neben dem Minister auch Mitarbeiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), den stellvertretenden Bürgermeister, Ortschaftsräte und Anwohner eingeladen. Sollte es nach der öffentlichen Auslage keine gravierenden Vorbehalte geben, wird zügig mit der Detailplanung begonnen. Läuft alles ohne Komplikationen, könnten Mitte 2021 die Bauarbeiten ausgeschrieben und es könnte im selben Jahr mit dem Bau begonnen werden.

Außer eventuellen Einwänden von Bürgern, Verbänden oder Vereinen gibt es allerdings noch eine Unsicherheit bei dem Projekt: die Finanzierung. Laut Martin Dulig wird der nächste Haushalt des Freistaates, in dem das Vorhaben enthalten sein müsste, erst im Frühjahr 2021 beschlossen und die Entscheidung trifft bekanntlich der Landtag. Er selbst werde jedoch für den Radweg eintreten, sagt Martin Dulig.

Ilko Keßler ist froh, dass das Planungsverfahren jetzt vor dem Abschluss steht. „Auch wenn es noch keinen Termin für den Baubeginn gibt, wir sind jetzt in einem Prozess, an dessen Ende mit großer Sicherheit der fertige Radweg steht.“ Dass es dazu gekommen ist, ist zu großen Teilen der Bürgerinitiative zu verdanken, die seit vier Jahren für den Radweg kämpft. In unzähligen Gesprächen mit Landtagsabgeordneten, mit dem Lasuv, im Landtag und im Verkehrsministerium haben der Vorsitzende Jörg Fernbach und seine Mitstreiter immer wieder auf die Dringlichkeit des Radweges aufmerksam gemacht. „Ich bin froh, dass der Minister das Projekt jetzt auf seinem Tisch hat. Gefallen hat mir auch, dass er realistisch einschätzt, welche Hindernisse es noch gibt. Ich glaube, jetzt ist das Planungsverfahren auf einem guten Weg“, sagt Fernbach.

Vorteile für Radtouristen

Bei dem Treffen am Montag hat der Arnsdorfer allerdings auch noch einmal darauf hingewiesen, dass es extrem lange gedauert hat, bis der jetzige Stand erreicht wurde. Die ersten Planungen reichen bis ins Jahr 1998 zurück. Grundstücksfragen und die Entwässerung waren die größten Probleme, die immer wieder zu Verzögerungen führten. Ursprünglich war dann ein Baustart für 2018 geplant. Daraus wurde nichts. Erst nach deutlicher Kritik im Landtag nahm das Verfahren Schwung auf. Das Wirtschaftsministerium stufte den Radweg in die höchste Kategorie bei der Priorisierung der sächsischen Projekte ein.

Mit der Umsetzung wird endlich die Lücke zwischen Radeberg und Arnsdorf geschlossen. Von Wallroda bis zum Ortseingang Radeberg existiert bereits ein Radweg. Laut Keßler soll es nicht bei dem einen Abschnitt bleiben. „Perspektivisch soll es eine Verlängerung nach Fischbach und weiter zum Kreisverkehr an der B 6 und dem dort verlaufenden Radweg geben“, sagte er. 

Keßler, der auch bei der Bürgermeisterwahl am 20. September in Arnsdorf kandidiert, sieht neben dem Sicherheitsaspekt Vorteile für den Tourismus. „Laut den Betreibern des Campingplatzes LuxOase in Kleinröhrsdorf haben die meisten ihrer Gäste Fahrräder dabei oder sie leihen sich welche aus. Auf den neuen Radwegen wären Ausflugsziele wie Radeberg oder Stolpen besser zu erreichen.“ Der Campingplatz zählt zu den besten Deutschlands, die 260 Plätze für Wohnmobile und Zelte sind meist ausgebucht. „Mit seinen 600 bis 800 Übernachtungsgästen jeden Tag hat die LuxOase die Größe eines Dorfes. Das sollten wir bei Planungen berücksichtigen.“

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