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Arnsdorfer implantieren kleinsten Herzmonitor der Welt

Als erste Klinik in Sachsen beschreiten die Arnsdorfer neue Hochtechnologie- Wege.

Von Sylvia Gebauer

Wer das Gerät auf der Hand liegen hat, dem fällt es kaum auf. Es sieht eher wie ein kleiner USB-Stick für den Computer aus. Irgendwie ist es das auch. Dieses Gerät kann Schlaganfällen vorbeugen. Und es zeichnet quasi sämtliche ungewöhnlichen Aktionen des Herzens auf. Die Ärzte im Arnsdorfer Fachkrankenhaus haben es jetzt erfolgreich implantiert.

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Hinter dem Gerät steckt ein Mini-Herzmonitor. Dieser ist nur ein Drittel so groß wie eine handelsübliche AAA-Batterie. Weltweit gibt es kein kleineres EKG-Gerät. Die Ärzte der neurologischen Klinik im Sächsischen Krankenhaus haben mit dem Einsatz jetzt in Fachkreisen für Aufsehen gesorgt. Als erste neurologische Klinik in Sachsen und als eine der ersten in Deutschland haben sie die Operation durchgeführt.

Und das Gerät kann so einiges. Die Ärzte können nunmehr das Herz ihrer Patienten drei Jahre lang überwachen. Und damit besonders den Herzrhythmusstörungen auf die Spur kommen. Deutschlandweit leiden eine Million Menschen an Vorhofflimmern. Europaweit sind es 4,5 Millionen Betroffene. Viele bemerken die Probleme dabei anfangs gar nicht. Erst nach und nach stellen sich Symptome wie Müdigkeit, Luftnot und Schwindel bis hin zur Ohnmacht ein. Zudem weisen Ärzte auf einen weiteren Punkt hin: Menschen mit Vorhofflimmern haben ein fünffach erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Die Zahlen sprechen für sich, allein 40 000 Schlaganfälle pro Jahr lassen sich auf diese unerkannte Herzrhythmusstörung zurückführen. Auch deshalb ist das Mini-EKG-Gerät so wichtig. Denn die Herzrhythmusstörungen treten meist nicht dann auf, wenn die Patienten beim Arzt sind. Durch das neue Gerät wird der Patient nun überwacht.

Ein weiterer Vorteil: Der Herzmonitor wurde so konzipiert, dass auch Fernmonitoring möglich ist. Heißt für die Patienten, wenn sie beispielsweise im Urlaub im Ausland sind, die Beschwerden dort auftreten, gibt das Gerät ein Signal ab und der behandelnde Arzt wird automatisch benachrichtigt. „Tritt Vorhofflimmern auf, können wir Ärzte viel schneller als bisher reagieren, um einem weiteren Schlaganfall vorzubeugen“, sagt Prof. Dr. Tobias Back, Chefarzt der Arnsdorfer Klinik für Neurologie.

Der Monitor wird in den oberen linken Brustbereich direkt unter die Haut eingesetzt. Dazu bedarf es nur eines kleinen Schnitts, weniger als einem Zentimeter groß. Die moderne Technologie lässt übrigens auch zu, dass Patienten, denen solch ein Gerät eingesetzt wurde, künftig auch im MRT oder Kernspin untersucht werden können. Das Gerät muss nicht mehr, wie bisher üblich,´für diese Untersuchung entfernt werden.