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Arnsdorfer setzen auf Tele-Medizin

Die Digitalisierung macht vorm Arnsdorfer Krankenhaus nicht halt. Die Ärzte geben hier auch Ferndiagnosen per Laptop.

© Willem gr. Darrelmann

Von Sylvia Gebauer

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Jede Minute ist kostbar. Wer einen Schlaganfall erleidet, braucht schnell Hilfe. Plötzlich ist eine Körperseite gelähmt. Die Erkrankung ist nicht selten. Jährlich erleiden bundesweit über 200 000 Menschen einen Schlaganfall. Alarmierend. Die Patienten werden immer jünger. Im Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf gibt es nicht nur eine speziell geschaffene Station, sondern die Ärzte setzen auf Tele-Medizin.

Ist kein Facharzt vor Ort, kommen Laptop und UMTS-Internet zum Einsatz. Hier wird nicht nach einer Diagnose im Internet gesurft, sondern die Arnsdorfer holen sich medizinische Hilfe. Aus einem anderen Krankenhaus kann der Neurologe zugeschaltet werden. Über den Laptop, der mit einer Kamera ausgestattet ist, kann der Arzt so mit dem Patienten kommunizieren. Es ist dann fast von Angesicht zu Angesicht, nur, dass ein Bildschirm zwischen beiden ist. Über die Internetverbindung werden dem Arzt die Röntgenbilder zugesandt.

Auch die Arnsdorfer Ärzte leisten diesen Dienst. Sie sind Teil des Regionalen Schlaganfallzentrums im sogenannten Schlaganfallversorgung Ost-Sachsen Netzwerk (SOS-NET). Zudem ist Arnsdorfs Telemedizinanbindung zertifiziert. Darauf machte Verwaltungsdirektor Matthias Grimm beim Besuch von Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) aufmerksam. Über die Erfahrungen der Arnsdorfer auf diesem Gebiet will sie sich noch umfassender informieren. Schließlich hat sich die Sächsiche Regierung diesen Punkt im Koalitionsvertrag mit aufgenommen.

Intensivbehandlung von Schlaganfallpatienten

„Wir  werden  die  Tele-Medizin  fördern  und  dabei  Finanzierungsmöglichkeiten  über  die Europäische  Union  in  Anspruch  nehmen“, heißt es dazu. Dabei wollen sie jene Verbünde – ähnlich dem des Schlaganfallsnetzwerks – auf weitere Versorgungsbereiche ausweiten. Dabei können die Arnsdorfer ihre Erfahrungen weitergeben. Der promovierte Experte Tobias Back hat beim Besuch der Ministerin dies signalisiert. Schließlich ist er Chef der Klinik für Neurologie und neurologische Intensivmedizin. Hier werden Arnsdorfs Schlaganfallpatienten behandelt. Dafür wurde eine spezielle Station geschaffen. Ärzte verschiedener Fachrichtungen - vom Neurologen bis zum Radiologen - arbeiten eng zusammen. Bei Bedarf werden auch Ergotherapeuten mit hinzugezogen. Hinter der Arnsdorfer Schlaganfallstation steckt die in Fachkreisen bezeichnete Stroke Unit. Seit 2007 erfüllt sie durchgängig alle Kriterien, welche die Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft vorgibt. Mit ihrer Intensivbehandlung der Schlaganfallpatienten sind die Arnsdorfer top.

Patientenakten im Computer

Die Digitalisierung macht auch vor einem Krankenhaus nicht halt. Viel wurde bereits investiert. Stück für Stück wird die elektronische Patientenakte eingeführt. Dieses mobile Gerät ist bei der Visite dabei. Alles, was der Arzt anordnet, wird nicht, wie bisher, auf Papier festgehalten, sondern direkt in den Computer geschrieben. Auf zahlreichen Stationen kommt dieses Gerät in Arnsdorf bereits zum Einsatz. Trotzdem ist die Umstellung noch nicht abgeschlossen. Sachsens Sozialministerin ist beeindruckt von dem, was sie in Arnsdorf sah. Seit November 2014 ist sie im Amt. Arnsdorf ist immerhin das erste der vier Krankenhäuser, für die der Freistaat zuständig ist, wo sie sich umschaute. „Der frühe Besuch der Ministerin unterstreicht für mich zudem die Bedeutung der Sächsischen Krankenhäuser“, sagt Arnsdorfs Verwaltungsdirektor Matthias Grimm.

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