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Arnsdorfer stärken Ehrenamt

Die Entlohnung war in der Gemeinde bisher nicht allzu üppig. Das wird sich ändern.

© dpa

Von Sylvia Gebauer

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Stehen Wahlen an, hatte es Arnsdorfs Hauptamtsleiterin Angela Bendix bisher schwer. Denn zum Auszählen der Stimmen und für den Wahltag an sich braucht sie ehrenamtliche Helfer. Die standen in der Vergangenheit nicht gerade Schlange. Damit es ab sofort besser wird, haben die Arnsdorfer an der Entlohnung gefeilt. Denn die war bisher nicht allzu üppig.

Vor allem da in diesem Jahr wieder Wahlhelfer gebraucht werden. Am 7. Juni entscheiden Arnsdorfer, Fischbacher, Kleinwolmsdorfer und Wallrodaer über den Bürgermeisterposten. Bisher hat nur Amtsinhaberin Martina Angermann den sprichwörtlichen Hut in den Ring geworfen. Sie kandidiert erneut. Ob es einen Mitbewerber geben wird, wird sich zeigen. Die Bürgermeisterin versprach einen fairen Wahlkampf. Zudem entscheidet sich an diesem Tag, wer Bautzener Landrat wird. Die Wahlhelfer sind also wieder doppelt gefordert. „Bei der letzten Kommunalwahl waren sie elf Stunden im Einsatz“, sagt die Hauptsamtsleiterin. Drei Wahlen – Gemeinderat, Ortschaftsrat und Europawahl – standen am 25. Mai 2014 an. Bisher gab es dafür 20 Euro für alle Wahlhelfer, durch die Europawahl kamen 21 Euro obendrauf. Machte unterm Strich 41 Euro für elf Stunden Arbeit. In einem Wahllokal waren die Helfer bis weit nach Mitternacht im Einsatz. Viele müssen am nächsten Tag wieder arbeiten, vielleicht entscheiden sich auch deshalb viele Arnsdorfer gegen den Einsatz. Daran kann die Gemeindeverwaltung nichts ändern. Aber zumindest bei der Entlohnung etwas tun, so vielleicht einen kleinen Anreiz schaffen.

Wer künftig als Wahlhelfer über sechs Stunden im Einsatz ist, bekommt 30 Euro. Damit liegen die Arnsdorfer im Vergleich mit anderen Gemeinden im Durchschnitt. Hier wird zwischen 25 und 35 Euro gezahlt. Arnsdorfs Hauptamtsleiterin hofft, dass sich für den 7. Juni mehr Wahlhelfer finden. Zumal ja, wie erwähnt, zwei Wahlen anstehen. Somit sind die 30 Euro jedem Wahlhelfer an diesem Tag sicher. Aber nicht nur bei den Wahlhelfern haben die Arnsdorfer an der Entlohnung geschraubt.

Neu ist auch die jährliche Pauschale für Arnsdorfs Friedensrichterin. Sie ist im Einsatz, wenn der Zwist zwischen den Nachbarn zu eskalieren droht. Dabei geht es vielleicht nur um einen Baum, der zu weit ins Nachbargrundstück reicht. Bevor solche Streitigkeiten vor Gericht landen, kann der Friedensrichter schlichtend eingreifen. In der Gemeinde übte diese Tätigkeit seit 2001 Viola Niks aus. Bisher stellte sie der Gemeinde alle Dinge, wie Telefonkosten oder Arbeitsmaterialien in Rechnung, die im Rahmen ihres Engagements anfielen. „Bisher waren das so um die 50 Euro im Jahr“, sagte Hauptamtsleiterin Angela Bendix im Gemeinderat. Damit es künftig einfacher wird, haben sich die Gemeinderäte auf eine jährliche Pauschale verständigt. Hier nahmen sie die 50 Euro als Grundlage.

Die nächsten fünf Jahre wird die Arnsdorferin Viola Niks wieder im Einsatz sein. Zwar endete am 31. Dezember 2014 ihre Amtszeit. Doch Viola Niks reichte erneut ihre Bewerbung ein. Beim letzten Mal waren es zwei Bewerber. Arnsdorfs Gemeinderäte freuen sich über das Engagement, schließlich muss es in der Gemeinde einen Friedensrichter geben. Viola Niks ist weiterhin für die Arnsdorfer, Fischbacher, Kleinwolmsdorfer und Wallrodaer da. Am letzten Mittwoch im Monat hat sie von 17 bis 18 Uhr Sprechstunde. Bei Bedarf können auch Gesprächstermine mit der Friedensrichterin vereinbart werden. Damit eben Nachbarschaftsstreitigkeiten nicht vor Gericht enden. Und die Arnsdorfer nicht noch Schlagzeilen machen, wenn es um einen Knallerbsenstrauch geht, der in den Maschendrahtzaun wächst.

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