SZ +
Merken

Arnsdorfs Krankenhaus plant seine Zukunft

Erstmals war die Klinikleitung im Gemeinderat. Und konnte auch Überraschendes verkünden.

Teilen
Folgen

Von Sylvia Gebauer

Arnsdorf und sein Krankenhaus. Das eine ist ohne das andere längst undenkbar. Kein Wunder, schließlich gehört das Krankenhaus seit 101 Jahren zum Ort. Deshalb bewegt auch viele, nicht nur in Arnsdorf, was demnächst auf dem Klinikgelände passieren soll.

Ab 1. April ist in diesem Gebäude das Medizinische Versorgungszentrum für Neurologie und Psychotherapie zu finden. Das war bisher in der Radeberger Klinik untergebracht. Der Standort bietet dann ambulanten Patienten zusätzliche Untersuchungs- und Behandlu
Ab 1. April ist in diesem Gebäude das Medizinische Versorgungszentrum für Neurologie und Psychotherapie zu finden. Das war bisher in der Radeberger Klinik untergebracht. Der Standort bietet dann ambulanten Patienten zusätzliche Untersuchungs- und Behandlu
Dieses Haus wird abgerissen. An diese Stelle kommt ein dreigeschossiger Neubau. Hier im barrierefreien Neubau wird künftig die Gerontopsychiatrie untergebracht sein.
Dieses Haus wird abgerissen. An diese Stelle kommt ein dreigeschossiger Neubau. Hier im barrierefreien Neubau wird künftig die Gerontopsychiatrie untergebracht sein.
Das Gebäude wird für die Jugendforensik saniert. Für die jugendlichen Straftäter werden bessere Bedingungen geschaffen. Die Mauer des Maßregelvollzugs wird um das Gebäude erweitert.
Das Gebäude wird für die Jugendforensik saniert. Für die jugendlichen Straftäter werden bessere Bedingungen geschaffen. Die Mauer des Maßregelvollzugs wird um das Gebäude erweitert.

27 Hektar – also 54 Fußballfelder – umfasst das Arnsdorfer Klinikgelände. Besonders nachdem bekannt wurde, dass der rund 20 Millionen Euro teure Neubau der Erwachsenenpsychiatrie Geschichte ist. Zwei Gebäude sollen jetzt saniert werden. Bleibt das dabei? Was bedeutet das fürs Fachkrankenhaus? Fragen, auf die bisher nur wenige eine Antwort kennen. Deshalb freuten sich die Arnsdorfer über die Premiere im Gemeinderat. Erstmals kamen Verwaltungsdirektor Matthias Grimm, Pflegedirektor Jens Kutschmann und der Ärztliche Leiter Dr. Lothar Rödszus, um über die künftige Entwicklung des Sächsischen Krankenhauses zu sprechen. Daran zeigt sich, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Krankenhaus verändert hat. Es gab Zeiten, da hatten sich beide Seiten kaum etwas zu sagen. Die sind nun vorbei. Zwar gibt’s hin und wieder Meinungsverschiedenheiten, aber auch das gehört dazu.

730 Mitarbeiter arbeiten im Sächsischen Krankenhaus. Zu dem gehört unter anderem auch eine Tagesklinik in Kamenz. 2012 wurden 9 000 Patienten ambulant, 700 teilstationär und 4 300 auf Station behandelt. Tendenz weiter steigend. Auch die Statistiker geben recht. 60 Prozent aller Deutschen, vom Kind bis zum Senioren, können psychisch erkranken. Deshalb ist es den Verantwortlichen wichtig, dass sich die Arnsdorfer Klinik zu einem modernen Fachkrankenhaus entwickelt. Viele Dinge werden unter die Lupe genommen. Strukturen wurden und werden noch verbessert. „So werden wir die elektronischen Patientenakten einführen“, sagt Verwaltungsdirektor Matthias Grimm. Die Medikamente bezieht das Krankenhaus jetzt vom Dresdner Universitätsklinikum.

Neben der Verwaltung wird sich auch bautechnisch auf dem Geländes einiges tun. Neu ist die Unterbringung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) für Neurologie und Psychotherapie. Bis vor Kurzem war das noch im Radeberger Krankenhaus zu finden. „Da die Räume fehlten, haben wir uns dafür entschieden, dieses nach Arnsdorf zu holen“, fügt der Verwaltungsdirektor an. Vorteil: Der neue Praxisstandort in unmittelbarer Nähe der Klinik für Neurologie und Neurologische Intensivmedizin in Arnsdorf bietet ambulanten Patienten zusätzliche Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten und gewährleistet eine umfassende neurologische Versorgung. Ab 1. April ist dieses Zentrum im Gebäude, wo unter anderem auch die Cafeteria untergebracht ist, zu finden.

Auch die Planungen für die beiden Gebäude an der Stolpener Straße gehen weiter. Hier wird doch noch ein Neubau realisiert. „Der Abriss der sogenannten B4 wurde genehmigt, der Neubau wird sich aber in die Gebäudestruktur einfügen und soll die Gerontopsychiatrie enthalten“, macht Matthias Grimm deutlich. Die Lösung war die einzige machbare. „Von der B4, die nun abgerissen wird, wäre gar nichts mehr zu erkennen gewesen“, schildert Pflegedirektor Jens Kutschmann. Durch den Neubau verbessern sich die Arbeitsbedingungen für das Personal. So sind die Personalzimmer über Eck geplant. Für das Projekt haben sie sich das Architekturbüro Nickl & Partner ins Boot geholt. Sie haben Erfahrungen mit den Bau von Krankenhäusern. Realisiert haben sie unter anderem die Kinderklinik in Heidelberg. Frühestens 2014 kann gebaut werden.

Wünsche haben auch die Krankenhausverantwortlichen. Die Beschilderung vom Bahnhof zum Klinikgelände könnte besser sein. „Das wäre wichtig, wenn künftig das Versorgungszentrum hier ist “, betont Matthias Grimm. Die Verwaltung will sich darum kümmern. Während hier eine schnelle Lösung möglich ist, wird sich der andere Wunsch nicht so schnell erfüllen. Hier geht‘s um die Hufelandstraße. Also jene Straße, die durch das Krankenhausgelände verläuft. Sie ist in einem schlechten Zustand. Gleicht einer Holperpiste. „Besonders den Schlaganfallpatienten ist der Transport über die Straße kaum zuzumuten“, fügte Verwaltungsdirektor Matthias Grimm an. Die Gemeinde kennt die Probleme, doch für eine Sanierung fehlt das Geld. Schätzungen gehen davon aus, dass für die 1,2 Kilometer lange Strecke 1,5 Millionen Euro investiert werden müssen.