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Aschenbrödels Moritzburger Sommermärchen

Seit Jahren begeistert der Film Menschen in vielen Ländern. Eine Million besuchten bereits die Winterschau im Schloss. Jetzt gibt es am Drehort eine Premiere.

Sandra Maria Huimann spielt und singt die Rolle des Aschenbrödels in der Inszenierung der Landesbühnen Sachsen, die ab Sonnabend auf der Terrasse von Schloss Moritzburg zu erleben ist.
Sandra Maria Huimann spielt und singt die Rolle des Aschenbrödels in der Inszenierung der Landesbühnen Sachsen, die ab Sonnabend auf der Terrasse von Schloss Moritzburg zu erleben ist. © Norbert Millauer

Moritzburg. Ein Gabelstapler quält sich die steile Rampe zur Nordterrasse von Schloss Moritzburg hinauf. Dabei zieht er eine dichte Staubwolke hinter sich her. Vor die Fassade des Barockbaus wurde in den vergangenen Tagen eine große Bühne gebaut. Ihr gegenüber, mit dem Rücken zum Park, werden ab Sonnabend die Besucher sitzen und gleichzeitig das Geschehen auf und vor der Bühne und sowie das prächtige Jagdschloss August des Starken genießen können.

Platz wird hier für rund 350 Besucher sein. Ursprünglich, so ist zu hören, waren die Vorstellungen nicht nur mit 600 geplant, sondern auch alle Karten verkauft worden. Doch dann kam Corona.

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Zu den zehn Vorstellungen kam zunächst drei weitere hinzu. Nach dem aktuellen Stand werden es nun sogar 20 sein. „Wir arbeiten seit vier Wochen daran, sehr individuelle Lösungen für alle Ticketkäufer zu finden“, sagt Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühnen Sachsen. Er sei sehr froh, dass es das Schloss ermöglicht habe, das geplante Gastspiel um eine Woche vor und eine Woche nach den geplanten Termin zu verlängern.

Von der Theaterkasse, so ist weiter zu erfahren, seien die Kartenkäufer direkt informiert worden, ob sie in der gekauften Vorstellung bleiben oder aufgrund begrenzter Platzkapazität leider auf einen anderen Termin gebucht wurden. Wer den Alternativtermin nicht wahrnehmen kann, soll seine Tickets mit dem auf der Homepage zu findenden Rückzahlformular an die Kasse schicken. Diese Umbuchungsprozesse laufen derzeit noch.

Die Tonabteilung der Landesbühnen bei der Einrichtung der Technik. Die Mitarbeiter hatten schon vor dem Aufbau in Moritzburg mit einer akustischen Simulation am Computer die optimale Anbringung der Lautsprecherboxen ermittelt, damit alle Besucher auch ein
Die Tonabteilung der Landesbühnen bei der Einrichtung der Technik. Die Mitarbeiter hatten schon vor dem Aufbau in Moritzburg mit einer akustischen Simulation am Computer die optimale Anbringung der Lautsprecherboxen ermittelt, damit alle Besucher auch ein © Norbert Millauer

Doch eigentlich möchte Regisseur und Intendant Schöbel über dieses Thema gar nicht reden. Sondern lieber über das Stück. Das ist allerdings nicht ganz neu. Denn die Inszenierung des Musicals „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ feierte seine Uraufführung 2013 auf der Felsenbühne Rathen.

Nach sieben Jahren kommt es nun nach Moritzburg, einem der Drehorte des gleichnamigen erfolgreichen tschechisch-deutschen Kultmärchenfilms. Für das Schloss ist das eine doppelte Premiere. Nicht nur, weil dort nach mehr als 40 Jahren wieder ein Aschenbrödel reitet, sondern weil es sich damit erstmals in ein Sommer-Märchenschloss verwandelt. Denn die bisher neun, mit über einer Million Besuchern überaus erfolgreichen Ausstellungen zum Film fanden dort wie die Dreharbeiten alle im Winter statt.

Für Schöbel geht damit ein langgehegter Traum in Erfüllung. Bereits als das Stück für die Felsenbühne inszeniert wurde, habe er schon daran gedacht, es einmal hier vor dieser romantischen Kulisse zu zeigen. Dass wegen der Sanierung der Felsenbühne in diesem Jahr dort nicht gespielt werden kann, gab der Idee einen neuen Schub. Wie der Intendant andeutet, dürfen Aschenbrödelfans vielleicht sogar noch auf mehr hoffen. „Das Musical hier zu zeigen, ist gern auch in anderen Jahren möglich.“ Denn üblicherweise spiele das Ensemble des Mehrspartentheaters im Sommer nicht nur auf der Felsenbühne, sondern auch an anderen Spielstätten.

Die Mitarbeiter des Mehrspartentheaters haben bereits seit Tagen mit den Vorbereitungen für die Aufführung des Musicals "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" alle Hände voll zu tun.
Die Mitarbeiter des Mehrspartentheaters haben bereits seit Tagen mit den Vorbereitungen für die Aufführung des Musicals "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" alle Hände voll zu tun. © Norbert Millauer

Bis zur ersten Vorstellung am Sonnabend, 18 Uhr, müssen sich die Schauspieler nun aber erst einmal mit den neuen Gegebenheiten vertraut machen. Denn die Nordterrasse bietet nicht nur weniger Platz als die Felsenbühne, sondern mit der darauf platzierten Bühne auch keine einheitliche Spielfläche.

Eine Herausforderung ist das Terrain auch für die mitwirkenden Pferde und Stuntleute des awego-Teams. Denn Sandsteinplatten sind nun mal deutlich härter und eventuell auch rutschiger als lockerer Sand.

Die geplanten Zusatzvorstellungen vom 21. bis 26. Juli werden ab Montag bekannt gegeben und Restplätze zum freien Verkauf angeboten.

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