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Klinik-Manager aus Sachsen in Jena überfallen

Patrick Hilbrenner, Chef der Asklepios-Häuser in Hohwald, Sebnitz und Radeberg, ist angegriffen worden. Er hatte eine Burschenschaft besucht.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) begrüßt auf dem Neujahrsempfang der Stadt Sebnitz im Jahr 2019 den Asklepios-Manager Patrick Hilbrenner (rechts).
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) begrüßt auf dem Neujahrsempfang der Stadt Sebnitz im Jahr 2019 den Asklepios-Manager Patrick Hilbrenner (rechts). © Daniel Schäfer

Jena/Dresden. Der Geschäftsführer der Asklepios-Kliniken in Hohwald, Sebnitz und Radeberg, Patrick Hilbrenner, ist am vergangenen Wochenende in Jena zusammengeschlagen worden. Das erfuhr Sächsische.de aus Unternehmenskreisen.

Nach Polizeiangaben war der 52-Jährige in der Nacht zum Sonntag von drei Tätern angegriffen worden. Sie versuchten, ihm eine Burschenschafts-Schärpe zu entreißen. Zudem hätten die Täter mehrfach auf Hilbrenner eingeschlagen, ehe sie flüchteten. Die Polizei Jena sucht dafür immer noch Zeugen. Aus Kreisen des Asklepios-Konzerns verlautete, der Manager liege mit einem komplizierten Fußbruch in der Universitätsklinik Jena.

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Nicht der erste Angriff auf Burschenschaftler

Hilbrenner habe als so genannter Alter Herr die Burschenschaft Teutonia besucht, hieß es. Der Krankenhausmanager soll Mitglied dieser pflichtschlagenden Verbindung sein, die nach eigenen Angaben politischen Extremismus entschieden ablehnt. 

Der Angriff vom Wochenende ist nicht die erste Straftat gegen Verbindungsmitglieder in diesem Jahr in Jena. Anfang des Jahres wurden Burschenschafter im Stadtteil Paradies verprügelt, im Februar brannten zwei Autos auf dem Grundstück der Burschenschaft Germania, im März gab es dort einen Farbanschlag und Graffiti-Schmierereien.

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Die Jenaer FDP verurteilte den Angriff. „In einer weltoffenen bunten Stadt wie Jena dürfen wir keine Gewalt aufgrund von Äußerlichkeiten dulden. Dass jemand im Krankenhaus landet, weil er ein Band trägt, ist für mich inakzeptabel,“ teilte die Partei in einem Statement mit. In Jena sei bereits seit einigen Jahren eine steigende Gewaltbereitschaft gegenüber Korporationen zu beobachten. „Man kann Verbindungen gut oder schlecht finden, Gewalt ist aber nie gerechtfertigt gegenüber niemandem."

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