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Asylbewerber belästigt Heim-Mitarbeiterin

Ein junger Marokkaner soll in Niesky eine 29-Jährige begrapscht haben. Das ist nicht der einzige Vorwurf.

Von Alexander Kempf

Niesky. Ein Asylbewerber aus der Nieskyer Fichtestraße hat am Mittwoch gleich zweimal die Polizei auf den Plan gerufen. Das erste Mal werden die Beamten in die Fichtestraße gerufen, weil der Marokkaner eine 29-jährige Mitarbeiterin des Heimes sexuell genötigt haben soll. Details spart der Polizeibericht aus. Was ist in der Unterkunft vorgefallen? Der Begriff der sexuellen Belästigung ist relativ weit gefasst. Er reicht von einer Beleidigung bis hin zu Tätlichkeiten gegen das Opfer. „Der Mann soll die Frau in einen Nebenraum gedrängt haben und sie dort an Brüsten und Po berührt haben“, sagt Polizeisprecher Thomas Knaup. Die Tat habe sich gegen 17 Uhr ereignet. Die Frau hat Anzeige gegen den 25-Jährigen erstattet.

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Für ihn bleibt es am Mittwoch nicht der einzige Kontakt mit der Polizei. Dem Marokkaner wird neben der sexuellen Nötigung auch vorgeworfen, einen Autofahrer genötigt zu haben. Kurz nach 21 Uhr hat der junge Mann demnach versucht, vor der Gemeinschaftsunterkunft an der Fichtestraße einen Wagen anzuhalten. Der Fahrer soll laut Polizeibericht daraufhin ausgestiegen sein und den stark alkoholisierten Asylbewerber zur Seite geschoben haben, um seine Fahrt fortzusetzen. Der Polizei sei jedoch gemeldet worden, dass der 25-Jährige dabei angefahren worden ist. Dies habe sich laut den Beamten aber als unwahr herausgestellt. „Offenbar ist der im Fokus stehende Mann ohne Fremdeinwirkung gestürzt, wobei seine Alkoholisierung von knapp zwei Promille nicht unwesentlich dazu beigetragen haben dürfte“, fasst Polizeisprecher Thomas Knaup den zweiten Vorfall zusammen.

Der Marokkaner ist noch vor Ort von einem Rettungsdienst versorgt worden und von der Polizei anschließend zur Ausnüchterung mit ins Revier genommen worden. Die Beamten ermitteln nun in zwei Fällen wegen Nötigung gegen den Beschuldigten. Doch warum ist er nicht schon nach dem Vorwurf der sexuellen Nötigung mit auf das Revier genommen worden? „Da keine Haftgründe gegen den Beschuldigten ersichtlich waren, war der Mann nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder zu entlassen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei zu dem Fall dauern an“, heißt es dazu seitens der Polizei.

Im Heim in der Fichtestraße, das ausschließlich von Männern bewohnt wird, hat es in der Vergangenheit mehrere Vorfälle gegeben, bei denen die Polizei zu Hilfe geholt worden ist. Erst am Mittwoch hat der Landkreis Görlitz mithilfe der Polizei 23 ausreisepflichtige Asylbewerber nach Ludwigsdorf verlegt.