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Zahl der Asylbewerber nimmt weiter ab

Es werden immer weniger Anträge auf Asyl gestellt. Der Landkreis bleibt für andere Ausländer aber eine gute Adresse.

Die Gemeinschaftsunterkunft in Schmiedeberg wird weiterhin für Asylbewerber gebraucht.
Die Gemeinschaftsunterkunft in Schmiedeberg wird weiterhin für Asylbewerber gebraucht. © Egbert Kamprath

In der Corona-Krise haben weniger Asylbewerber Deutschland erreicht, ihre Verteilung aus der zentralen Aufnahmeeinrichtung heraus hin zu den Städten und Landkreisen war sogar ausgesetzt. Mit der Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie waren Ende Mai wieder 30 Personen in den Landkreis gekommen, die einen Antrag auf Asyl gestellt haben. Weitere 31 kamen am 10. Juni.

Insgesamt ebbte in diesem Jahr der Zustrom von Asylbewerbern jedoch weiter ab. "Im Mai vergangenen Jahres waren es noch 400 Personen mehr", erklärte Stephan Härtel, Migrationsbeauftragter des Landkreises, jüngst im Sozialausschuss des Kreistags. 

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Die Feststellung, dass weniger Flüchtlinge kommen, deckt sich auch mit der Analyse des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR. Demnach waren in diesem Jahr bis Ende Mai 23.658 Menschen auf verschiedenen Wegen nach Europa gelangt. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 kamen allein übers Mittelmeer mehr als 370.000 Menschen.

Dezentrale Wohnformen

Im Landkreis sind weniger als 2.000 Flüchtlinge erfasst: Die meisten der 1.104 Asylbewerber und 759 bereits Asylberechtigten im Landkreis leben in Unterkünften des Kreises. Der größte Teil davon ist dezentral in Wohnungen  untergebracht, die anderen in den beiden Gemeinschaftsunterkünften in Klingenberg und Schmiedeberg. Anerkannte Asylberechtigte können sich selbst Wohnraum anmieten.

Die Unterkünfte sind über den gesamten Landkreis verteilt. In 15 der 36 Städte und Gemeinden wohnt derzeit aber kein Asylbewerber. Die meisten leben in Pirna (378), Klingenberg (146), Sebnitz (141) und Freital (121), teilt das Landratsamt mit.

Strenge Hygiene-Maßnahmen

In den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises gab es keine Covid-19-Erkrankungen. "Die Hygiene-Maßnahmen wurden stringent umgesetzt. Dafür möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken", sagt Härtel.

Wichtig war dafür, dass alle Asylbewerber über die aktuelle Lage informiert werden konnten. "Das gelang meist sogar in der Muttersprache", sagt Härtel. Dabei half auch die Technik, etwa über Apps auf dem Smartphone. Den größten Anteil stellen derzeit mit rund 16 Prozent Menschen aus Afghanistan. Danach folgen Russland und der Libanon. 

Ausländer ohne Fluchthintergrund

Zwar nimmt die Zahl der Asylbewerber ab. Insgesamt ist die Zahl der Ausländer, die im Landkreis wohnen, 2020 aber leicht gestiegen. Das sind beispielsweise Beschäftigte aus EU-Ländern. Waren es 2018 noch 6.617 Personen, sind es mit Stand vom 2. Juni 6.952 Personen. Das entspricht einem Anteil von 2,69 Prozent der Gesamtbevölkerung im Landkreis. 

Etwas mehr als ein Viertel der Ausländer hat demnach einen Fluchthintergrund. Als Wohnort hat sich der Landkreis offenbar als gute Adresse für EU-Ausländer oder sonstige Arbeitnehmer aus anderen Staaten entwickelt.

Weitere Informationen zur Ausländer-Statistik lesen Sie hier.

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