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Atemlos über die Piste

Vail und Beaver Creek bieten alles für die alpine Ski-WM. An das Drumherum müssen die Europäer sich gewöhnen.

Von Thomas Häberlein

Es sieht ein bisschen so aus, als sei die Zeit kurz vor dem Jahreswechsel stehengeblieben. Überall, in Vail, im zehn Meilen westlich gelegenen Avon und dann oben am Berg in Beaver Creek stehen Weihnachtsbäume – riesengroß, von oben bis unten behängt mit Unmengen von Lichterketten in Blau, Weiß und Rot, den Farben der USA. Auch Gelb, Grün oder Lila sind vertreten. Was diese Weihnachtsbäume mit der gestern eröffneten alpinen Ski-WM zu tun haben, bleibt rätselhaft.

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Es ist aber nicht so, als wüssten die Menschen in Vail und Beaver Creek nicht, was sie da machen. In den vergangenen Jahren konnte der Eindruck entstehen, als existierte kein Gebiet mehr jenseits der Alpen, das für so ein Ereignis taugt. Siebenmal hintereinander ging dieser Höhepunkt in Europa über die Berge. Nun organisiert zum dritten Mal nach 1989 und 1999 wieder Vail diese Veranstaltung. Wobei: Vail richtet bloß die Mannschaftsentscheidung. Das nahe Beaver Creek veranstaltet die anderen zehn Wettbewerbe. Umgerechnet gut 53 Millionen Euro kostet das die gemeinnützige Vail Valley Foundation.

Beaver Creek ist 1980 am Computer entworfen und dann aus dem Boden gestampft worden – für die Reichen. Zu den Besitzern einer Luxusvilla mit Pistenanschluss etwas oberhalb des Dorfes gehören beispielsweise Oscar-Preisträger Tom Hanks und Pop-Star Justin Timberlake. Im Dorf gibt es eine flächendeckende Fußbodenheizung: Die Gehwege zwischen den schicken Boutiquen, Galerien, Cafés, Bars und Restaurants sind warm. Zum Skilift geht’s per Rolltreppe. Dort warten Helfer mit Taschentüchern und Pistenbericht.

Der Ort, der auch in einem beliebigen Disneyland als Kulisse für ein Winterwunderland stehen könnte, bietet aber alles, was man für eine alpine Ski-WM so benötigt – in erster Linie zwei Pisten, die so einem Ereignis ausgesprochen würdig sind. Die „Raptor“ gehört den Frauen, die „Birds of Prey“ den Männern. Sie fahren in das „Red Tail“-Stadion ein. Es liegt 2 726 Meter über dem Meeresspiegel – Atemlosigkeit ist da inbegriffen. Das USA-Fernsehen sendet erstmals alle Rennen live. 120 Kameras fangen das Geschehen ein.

Das Zielstadion bietet 8 800 Plätze. Das ist nicht vergleichbar mit der Planai in Schladming, an der sich bei der WM 2013 – oder gerade wieder beim Weltcup-Nacht-slalom – bis zu 45 000 Zuschauer drängten. Dafür sind der Transport sowie der Eintritt zu den Rennen und den Veranstaltungen in Vail am Abend kostenlos. Volks-Rock’n’-Roller Andreas Gabalier und Opern-Diva Anna Netrebko treten auf.

Der Sport steigt in Beaver Creek. die Show in Vail, dem Wohnsitz der USA-Stars Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin. Von Vail glaubt der US-Amerikaner, es könne genauso gut in den Alpen stehen, und tatsächlich haben viele Europäer den Ort geprägt, beispielsweise Pepi Gramshammer, ein ehemaliger Ski-Rennläufer aus Österreich. In seinem Hotel wohnen selbstverständlich seine Landsleute. Ums Eck beziehen die Deutschen ihr Mannschaftsquartier in der „Sonnenalp“: Das Haupthaus steht in Ofterschwang im Allgäu. (sid)

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