merken
PLUS

Kamenz

Endspurt bei Atemschutz-Aktion

Die Stadt Kamenz verteilt bis Montag die letzten kostenlosen Masken an ihre Einwohner - und weist Kritik daran zurück.

Bei Sachsenfahnen in Kamenz werden die Mundschutz-Masken genäht, die die Stadt kostenlos an ihre Einwohner verteilt.
Bei Sachsenfahnen in Kamenz werden die Mundschutz-Masken genäht, die die Stadt kostenlos an ihre Einwohner verteilt. © dpa

Kamenz. Die  Verteilung von Schutzmasken durch die Stadt Kamenz geht dem Ende entgegen. 80.000 Euro hat die Stadt für die Aktion ausgegeben. Vor Ostern wurden die ersten Mund-Nase-Bedeckungen für die Einwohner auf den Weg gebracht.  An diesem Donnerstag erwartet die Stadt die Lieferung der letzten 5.000 Masken von der Firma  Sachsenfahnen. 

Sie werden „von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung entsprechend verpackt“, so Stadtsprecher Thomas Käppler. Dann sollen sie den Ortsvorstehern übergeben werden, die die Verteilung in den Ortsteilen organisieren. Insofern sollte bis Sonnabend oder spätestens Montag  jeder Einwohner ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr (Stichtag 1. Januar 2014) kostenfrei eine Mund-Nase-Maske zum einfachen Schutz zur Verfügung haben, schätzt Käppler ein.

Anzeige
Küchendesigner (m/w/d) gesucht
Küchendesigner (m/w/d) gesucht

Wenn Sie voller Ideen stecken, wie moderne Küche aussehen sollte, dann sind Sie beim KÜCHENZENTRUM DRESDEN genau richtig!

„Die Ortsteile werden erst jetzt in die Verteilung einbezogen, weil zum einen die Lieferung der Masken sowieso in mehreren Etappen erfolgte und zum anderen erst Bewohner der Pflegeheime ausgestattet wurden, da sie zu einer großen Risikogruppe gehören.“ Außerdem wurde von der Stadt entschieden, in einem zweiten Schritt die dicht bebauten Bereiche der Stadt Kamenz zu versorgen, weil dort das Infektionsrisiko – im Vergleich zu den dünner besiedelten Ortsteilen – naturgemäß höher sei. 

An der Aktion gibt es aber auch Kritik. So kritisiert Steffen Pollack aus Kamenz, die Stadtverwaltung habe für 80.000 Euro Masken herstellen und an jeden Einwohner verschicken lassen, obwohl sich schon 50 Prozent selbst Masken besorgt oder genäht hätten. Die Bürger seien entsetzt über diese nicht notwendige Ausgabe. Außerdem empfinde er Masken als Gängelei.

Schutz für alle

Stadtsprecher Käppler verteidigt die Aktion: Sie sei auf Beschluss des Kamenzer Stadtrats erfolgt. Die Stadt sei damit Vorreiterin in Sachsen und bundesweit gewesen. Damit habe der Stadtrat den Schutz der Kamenzer Bevölkerung ernst genommen. Der Mundschutz diene dem Ziel, eine weitere und  schnelle  Verbreitung des Coronavirus zu verzögern. „Wer also jetzt eine Maske, auch über die verpflichtenden Bereiche hinaus, sinnvoll verwendet, schützt die anderen und - wenn alle eine Maske tragen - auch sich selbst.“

Dass die  kostenfreie Verteilung der Masken auf Verständnis getroffen sei,  habe eine Vielzahl von Reaktionen gegenüber der Stadtverwaltung und gegenüber dem Oberbürgermeister gezeigt, so Käppler. Es habe sehr wenige kritischen Äußerungen gegeben. Insofern könne die Stadt die Auffassung des Kritikers nicht teilen. 

Käppler nimmt auch Bezug auf Steffen Pollacks Aussage, 50 Prozent der Kamenzer hätten sich längst selbst mit Masken versorgt. Sicher sei nur, dass alle Einwohner ab dem angegebenen  Mindestalter durch die Entscheidung des Stadtrates mit Masken versorgt wurden. Oder bis spätestens Montag noch werden. 

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Kamenz