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Atom-Arena

Welch strahlende Freude zeichnete sich diese Woche in unsere Gesichter, als wir die frohe Botschaft erfuhren: Pirna ist ein auserwählter Standort für ein Atomkraftwerk. Ideal erscheint ein Standort in der Elbaue in der Nähe der Sachsenbrücke.

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Welch strahlende Freude zeichnete sich diese Woche in unsere Gesichter, als wir die frohe Botschaft erfuhren: Pirna ist ein auserwählter Standort für ein Atomkraftwerk. Ideal erscheint ein Standort in der Elbaue in der Nähe der Sachsenbrücke. Alte Brennstäbe könnten so günstig gleich über die Autobahn abtransportiert werden – das erspart jede Menge Sitzblockaden auf Eisenbahnschienen. Durch den Meiler würden sich auch einige Energieprobleme auf einen Schlag lösen: Im Reaktor erwärmtes Kühlwasser wird kostenlos ins Fernwärmenetz eingespeist. Auch sämtliche Badeseen hätten ganzjährig warmes Wasser, was zusätzlich Touristen anlockt. Mit dem Atomkraftwerk ließe sich auch problemlos der Lilienstein erhöhen. Schon allein der Kühlturm, angemalt als Kletterfelsen, ergibt einen fast hochgebirgstauglichen Gipfel. Kinderfreundlich ist der Reaktor sowieso: Statt sich beim Lampionumzug mit ständig verlöschenden Kerzen herumzuplagen, bringen die Kleinen dann Brennstäbe mit. Und die Wirtschaft wird angekurbelt: Pirna wird zum Eldorado für Geigerzähler-Produzenten, das Testgebiet gibt’s gratis um die Ecke. Und die leidige Namenssuche für die Mehrzweckhalle Pirna-Copitz hätte sich erledigt: Gesponsert von der Kernenergie-Lobby, bekäme sie einen tollen Namen: Atom-Arena.