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Freital

Attacke auf Wahlplakate

Beschmiert, zerstört, abgerissen: Immer mehr Poster werden angegriffen. Ein Kandidat wehrt sich nun mit einer cleveren Idee.

Keine große Kunst: Immer wieder werden Wahlplakate in Freital beschmiert. Kandidat Alexander Frenzel hat nun eine Idee.
Keine große Kunst: Immer wieder werden Wahlplakate in Freital beschmiert. Kandidat Alexander Frenzel hat nun eine Idee. © Foto: Andreas Weihs

Die AfD und die Freien Wähler waren die Ersten: Schon Mitte April hingen ihre Plakate mit den Kandidaten für die Stadtratswahl an Freitals Laternenpfählen. Doch genauso schnell wie die Straßenzüge mit den Postern bestückt waren, kamen auch die Zerstörer: Etliche Plakate wurden beschmiert oder abgerissen.

„Das zog sich durch ganz Freital“, berichtet Lothar Hoffmann, Kreisvorsitzender der AfD. Und die Zerstörungen halten an, wie Alexander Frenzel von den Freien Wählern sagt: „Mitte dieser Woche erhielt ich einen Anruf vom Ordnungsamt, dass entlang der Kohlenstraße etliche meiner Plakate beschädigt wurden.“ Auch in Deuben im Umkreis von Aldi und Rewe an der Dresdner Straße wurden zahlreiche Plakate von Frenzel beschmiert oder entfernt. Es geht ihm nicht nur um den Sachschaden, der pro Plakat bei 1,50 bis 1,60 Euro Herstellungskosten liegt und zumindest bei den Freien Wählern von den Kandidaten aus eigener Tasche finanziert werden muss. Es geht auch um den Zeitaufwand, den es kostet, für Ersatz zu sorgen. „Das geschieht alles in ehrenamtlicher Arbeit“, sagt AfD-Chef Hoffmann und wünscht sich mehr Respekt für alle diejenigen, die sich zur Wahl stellen: „Man muss nicht der gleichen politischen Meinung sein, aber man sollte die unterschiedlichen politischen Meinungsäußerungen tolerieren.“ Plakate verunstalten oder herunterreißen, habe mit Demokratie nichts zu tun.

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Ein Wahlplakat zum Ausmalen. 
Ein Wahlplakat zum Ausmalen.  © Weihs

Das meinen auch Unbeteiligte. Als eine Freitalerin bei Facebook ein abgerissenes Plakat der Kandidatin Chiara-Isabella Anastasio postete und mehr Achtung für den Mut, sich zur Wahl zu stellen, einforderte, bekam sie zahlreichen Beifall. Doch der hilft den Betroffenen wenig, wenn die Vandalen immer wieder kommen.

Alexander Frenzel will das nicht länger hinnehmen. Anzeigen bei der Polizei, wie die AfD das inzwischen getan hat, helfen wenig, findet er. „Die Täter werden doch ohnehin nicht gefunden.“ Er hat stattdessen eine witzige Idee umgesetzt und 52 neue Plakate drucken lassen. Darauf ist sein Konterfei in schwarz-weiß zu sehen – als Ausmalbild. „Die hänge ich dieser Tage auf. Dann können alle, die das Bedürfnis haben, Plakate zu bemalen, sich daran auslassen.“ Er hat nur eine Bitte: Die Maler mögen viele Farbstifte mitbringen.

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