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Auch Fledermäuse brauchen ihre Ruhe

Heute bekommen fünf Naturschützer Plaketten für vorbildlichen Fledermausschutz verliehen. Sie haben Gebäude errichtet, die den nachtaktiven Tieren Platz für ein erholsames „Über-Kopf-Leben“ in der Sächsischen Schweiz bieten.

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Von Sandra Hübener

Schauermärchen über kleine blutsaugende Fledermausmonster finden sich nur noch in Filmen oder in schaurigen Bettlektüren. Auch im Landkreis sind die eleganten Flieger recht selten geworden. Deshalb sind sie auch unter strengen Naturschutz gestellt worden.

Dracula-Mythen gehören der Vergangenheit an

Menschliche Hilfe tut also Not. Sonst geht es den „Mäusen“ ganz an den Kragen. Deshalb werden heute auch fünf Naturschützer für ihr Engagement im Landkreis ausgezeichnet. Sie bekommen von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt eine etwas putzige Plakette verliehen, auf der „Fledermaus komm ins Haus“ steht.Die Preisträger haben meist Dachboden oder Scheune ausgebaut und geben den faszinierenden Tierchen so ein neues Dach über dem Kopf.

Die Feier findet im Nationalparkhaus statt. Eine gute Adresse, auch für Fledermäuse. Das Haus selber bekommt nämlich auch eine Auszeichnung, weil dort seit dem Hochwasser Hufeisennase, Mopsfledermaus und Co zu Hause sein dürfen.Die privaten Quartiere von Isma Löwe sowie Bernd Rehn aus Oelsen werden in diesem Jahr ebenfalls ausgezeichnet. Sie bieten den „Nachteulen“ bereits seit Jahren Schutz, Unterschlupf und vor allem Ruhe. Die Fledermäuse danken es ihnen und kehren in jedem Frühjahr zurück, um hier ihren Nachwuchs auf die nächtlichen Beutezüge vorzubereiten.

Auch in Helmsdorf können es sich die kleinen Flieger gut gehen lassen. Bei Roland Füssel. „Als wir das Dach unseres Hauses neu gebaut haben, ließen wir den Holzgiebel ein wenig über den Rand stehen, so dass es sich die Mäuse mit Flügeln darunter kopfüber gemütlich machen können,“ berichtet der Tierfreund. Andere Fledermausbegeisterte können seit 1994 Fledermauszubehör bei ihm kaufen.

Fledermäuse stehen unter Naturschutz

Nur durch Zufall kamen Armin Steinmann und sein Sohn zur Fledermaus. Die Mitglieder des Postsportvereins Dresden entdeckten die possierlichen Tierchen hinter den Fensterläden eines Vereinsobjektes in Ostrau. Seitdem dreht sich dort alles um den Naturschutz. Sie haben richtig Blut geleckt. Denn anstatt die Tiere wegzujagen, zimmerten sie ein Fledermausbrett und brachten es am Fensterladen an. Derzeit wohnt eine Maus dort. Steinmann: „Wir hoffen, es werden noch viel mehr.“