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Leben und Stil

Auch Kompost mag kein Fleisch

Wer diese Ratschläge beachtet, kommt im Gemüsegarten völlig ohne Mineraldünger aus.

Stefan Michalk ist Hobbygärtner in Bautzen.
Stefan Michalk ist Hobbygärtner in Bautzen. © Steffen Unger

Kennen Sie das Herz eines jeden Gartens? Es ist der Kompost! Er nimmt übers Jahr jegliche grünen und holzigen Gartenabfälle auf, die anschließend von Millionen von Mikroorganismen mit stoischer Geduld und unbändigem Hunger innerhalb kurzer Zeit zu feinstem Naturdünger verarbeitet werden. Gratis!

Am Ende schrumpft der Kompost zu einem Bruchteil seines Volumens zusammen und es entsteht ein „Powerfood“ für unsere Gemüsebeete. Kompost versorgt den Gartenboden nicht nur mit wichtigen Nährstoffen wie Kalium, Stickstoff und Phosphor, er fördert sogar das Bodenleben und hält ihn gesund.

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Doch beim Kompostieren kann so einiges schiefgehen. Beim Anlegen achtet man am besten auf ein schattiges Plätzchen. Denn Kompost mag keine pralle Sonne und sollte immer feucht wie ein Schwamm sein. Er sollte auch Kontakt mit dem Erdreich haben, denn von dort ziehen automatisch die vielen Helferchen ein, die man für eine erfolgreiche Kompostierung braucht.

Der Kompost – egal ob Komposthaufen oder in einem der beliebten Schnellkomposter – wird ausschließlich mit pflanzlichem Material gefüllt. Zigarettenkippen, Plastik, Glas, Fleischreste, Asche oder gar Fäkalien gehören definitiv nicht dort hin. Ebenso Gemüseschalen von mit Pestizid behandeltem Gemüse schaden den Mikroorganismen. Wussten Sie, dass in einer Handvoll Kompost mehr Lebewesen enthalten sind, als Menschen auf der Erde leben? Genau diese Lebewesen machen die Komposterde so wertvoll für uns Gärtner.

Gestank kann zwei Gründe haben

Ist der Kompost erst einmal gefüllt, beginnt schon nach kurzer Zeit die Rotte. In mehreren Phasen starten Insekten, Würmer, Pilze und Bakterien ihre Arbeit. Dabei heizt sich der Kompost auf Temperaturen auf, bei denen sogar Unkraut-Saatgut und Pflanzenkrankheiten unschädlich gemacht werden können! Wichtig dabei ist, dass der Kompost locker aufgeschichtet wurde und dass keine dicken Schichten mit dem gleichen Kompostiergut vor sich hin faulen – zum Beispiel große Mengen Rasenschnitt. Der Kompost verrottet am besten, wenn alles luftig durchmischt ist. Nach einigen Wochen ist er fertig. Man erkennt ihn an seiner krümeligen Struktur und an seinem erdigen Duft. Stinkt er, ist er noch nicht fertig oder es gab Fehler.

Ich persönlich siebe meinen Kompost jeden Frühling und setze die Reste gleich wieder zu einem neuen Haufen auf. Die fertige Erde kommt aber noch nicht direkt auf die Beete. Dafür nehme ich den Kompost aus dem vergangenen Jahr. Kompost möchte nämlich gelagert werden, damit sich die wachstumshemmenden Substanzen vollständig abbauen können.

Nach einem Jahr kann man ihn unbeschwert ausbringen. Ist man sich nicht sicher, ob der Kompost reif ist, kann man ein paar Kressesamen in ihm aussäen. Keimt die Kresse problemlos, ist er fertig.

Kompost enthält hohe Mengen an Nährstoffen – besonders Phosphor. Deshalb soll man nicht mehr als drei Liter pro Quadratmeter ausbringen. Unsere Gärten sind meistens mit Phosphor überversorgt. Mit Kompost kann man einen Gemüsegarten komplett ohne Mineraldünger ertragreich und gesund halten. Und er kostet bis auf die Anschaffung der Behälter kein Geld. Besser und nachhaltiger kann man nicht gärtnern. Ein Tipp noch zu Kürbissen auf dem Kompost: Man setzt sie nicht obendrauf, sondern an den Fuß des Komposts. Dort gibt es besonders viele Nährstoffe, und die Blätter sorgen für Schatten.

Stefan Michalk ist Hobbygärtner in Bautzen und betreibt den Blog www.parzelle94.de.

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