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Auch Lehrer und Eltern lernen etwas über Selbstbestimmung der Kinder

Die Schulleiterin, Sigrid Haupt, berichtet über die Projekttage an der Grundschule Pirna-Sonnenstein:

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Kürzlich fanden in der Grundschule Pirna-Sonnenstein Projekttage ganz besonderer Art statt. Angeregt durch Frau Dreßel, der Gleichstellungsbeauftragen der Stadtverwaltung Pirna, entschieden sich die Pädagogen der Schule gemeinsam mit dem Elternrat, der Elternschaft und den Schülern der Schule schon im Jahr 2005 für ein Projekt des Vereins Power-Child München.

In Zusammenarbeit mit der Spielwerk Theater GmbH Diedorf bietet der Verein unter der Schirmherrschaft von Veronica Ferres ein Theaterstück „Mein Körper ist mein Freund“, welches zur Entwicklung des Selbstvertrauens von Opfern sexueller Gewalt beiträgt und das Recht auf Selbstbestimmung von Kindern anspricht, an.

Im Rahmen der Schulentwicklung, vor allem hinsichtlich der steigenden allgemeinen Gewaltbereitschaft, wollten die Pädagogen der Schule einen Beitrag leisten, Kinder stark zu machen. Sie zu befähigen, insbesondere bei sexueller Gewalt von ihrem Recht auf Selbstbestimmung Gebrauch zu machen.

Nach einer gelungenen Lehrerschulung mit vielen pädagogisch-methodischen Anregungen sahen Eltern und Lehrer gemeinsam vorbereitend das Theaterstück. Mit wenigen Requisiten, moderner, ins Ohr gehender Musik und ausdrucksstarker Schauspielerei in Szenen, die den Kindern verdeutlichten, wie sie sich in bestimmten Situationen zu verhalten haben, erreicht man Eltern und Pädagogen. Anschließend konnte zum Anliegen diskutiert werden.

Auch wenn nicht gleich jeder die Gelegenheit nutzen wollte, Fragen aufzuwerfen, leistete diese Veranstaltung einen wesentlichen Beitrag, Eltern und Pädagogen für dieses Thema zu sensibilisieren. Im Anschluss kamen noch einige Eltern zusammen, um ins Gespräch zu kommen. Danach sahen unsere Schüler das Theaterstück. Es hinterließ nachhaltige Eindrücke, obwohl nicht alle Altersstufen alle Details verstanden. Die anfängliche Sorge der Pädagogen aufgrund des schwierigen Themas legte sich schnell. Durch verschiedene Methoden gelang es, Probleme aufzugreifen, Fragen zu bearbeiten, zum Thema zu malen oder zu schreiben. Bei den Kindern kam Freude auf, und gesteigertes Selbstvertrauen war spürbar.

Alle Initiatoren schlussfolgerten, dass an einem Tag nur ein kleiner Beitrag zur Entwicklung der Selbstbestimmung unserer Kinder geleistet werden kann und deshalb auch in Zukunft gemeinsame Anstrengungen unerlässlich sind.