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Auch Roßwein soll Stolpersteine bekommen

Acht Hinweise gibt es bisher auf Juden, die in der Stadt gelebt haben und verfolgt wurden. Jetzt wird ihre Geschichte überprüft.

So ganz einig waren sich die Stadträte nicht. Deshalb enthielten sich auch fünf Abgeordnete der Stimme, als sie während der letzten Sitzung über das Projekt zur Verlegung von Stolpersteinen in Roßwein entscheiden sollten. Die bisher unklare Finanzierung hat die Räte bewogen, dem Vorhaben nicht zuzustimmen.

In Döbeln wurden bereits elf solcher Steine, die an Juden erinnern, verlegt. Jetzt wollen Stephan Conrad und Sophie Spitzner vom Treibhausverein das Projekt auf alle Städte des Altkreises Döbeln ausdehnen. „Bisher gibt es acht Hinweise auf Juden aus Roßwein, aber noch keine Namen und Adressen“, erklärt Roßweins Hauptamtsleiterin Manuela Neubert. Die Namen und die Geschichte, die hinter ihnen steckt, wollen die beiden jungen Leute vom Treibhaus herausfinden. Dazu setzen sie sich nicht nur mit den betreffenden Städten in Verbindung, sondern unter anderem auch mit der zentralen Datenbank für Holocaustopfer in Yad Veshem in Jerusalem. Denn zahlreiche Juden wurden in Deportationslager, Arbeitserziehungslager oder Vernichtungslager verschleppt.

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Als Andenken an diese Menschen sollen in der Nähe ihres Geburts- oder Wohnhauses oder ihrer Arbeitsstätte auch in Roßwein Stolpersteine verlegt werden. Ein einziger kostet 120 Euro. Für die Finanzierung werden Sponsoren gesucht. Sie treten dann als Paten auf. Landtagsabgeordneter Henning Homann (SPD) hatte sich bereits im vergangenen Jahr für eine solche Patenschaft ausgesprochen. Allerdings gab es damals in Döbeln mehr Interessenten als Stolpersteine. Deshalb will er nun bei der nächsten Aktion einen Stein finanzieren.