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Auch Symbolik muss Sinn geben

Über ein zweisprachiges Schild am Polizeibüro in Panschwitz macht sich SZ-Redakteur Frank Oehl Gedanken.

© Bernd Goldammer

Der Bürgerpolizist am Klosterwasser ist ein erfahrener Mann. Seit einigen Jahren ist er in den fünf Gemeinden des Verwaltungsverbandes mit immerhin 37 kleineren und größeren Dörfern ein wichtiger Ansprechpartner der Bürger. Sogar mit einer regelmäßigen Sprechzeit in einem kleinen Büro in Panschwitz. Und womöglich hat auch sein segenreiches Wirken mit dazu beigetragen, dass die Kriminalitätsrate am Klosterwasser zu den niedrigsten in Sachsen gehört. Gewiss ist dies aber auch dem Zusammenhalt eines kleinen Volkes geschuldet, dessen Sprache vom Aussterben bedroht ist.

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Insofern ist das Anbringen einer zweisprachigen Hinweistafel am Mini-Polizeiposten an der Poststraße ein wichtiges Symbol für die Menschen, die hier leben. Allerdings auch nicht mehr, denn der Bürgerpolizist versteht und spricht leider kein sorbisch. Für die schriftliche Anzeigenaufnahme ist dies auch nicht nötig. Aber so ein bisschen Smalltalk wäre bestimmt nicht schlecht, oder? Nur auf diese Weise machte die behördlich geforderte und nun auch innenministeriell festgezurrte und damit beglaubigte Zweisprachigkeit im sorbischen Siedlungsgebiet ja auch Sinn. Ansonsten wäre der Schraubendreher nur ein Symbol. Und noch nicht mal ein besonders Nachhaltiges.

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