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Auf dem Holzweg

Alexander Fromme baut in seiner Nieskyer Designfirma Spielgeräte. Auf der Basler Messe landete er nun einen Hingucker.

© André Schulze

Von Thomas Staudt

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Wenn jemand auf dem Holzweg ist, liegt er falsch. Für Alexander Fromme ist der Holzweg genau der richtige. Der gelernte Zimmermann baut seit elf Jahren Spiellandschaften und Spielgeräte aus Robinienholz. Seine Entwürfe und seine Erfahrung sind gefragt. Auf Werbung kann er dennoch nicht verzichten. Deshalb präsentierte er sich mit seiner Firma Holzdesign A. Fromme nun auf der Swissbau in Basel. Die größte Baumesse der Schweiz ist Branchentreffpunkt für 1 100 Aussteller aus der Bauwirtschaft und zählt regelmäßig bis zu 100 000 Besucher. Während der Messe im Januar war die Nieskyer Firma Teil eines sächsischen Gemeinschaftstandes, zusammen unter anderem mit DS-Werbung aus Ostritz oder der Leuchtenmanufaktur Wurzen. Der Nieskyer Messebeitrag gehörte zu den Hinguckern. Alexander Fromme zeigte einen Minibagger aus Holz. Bis zu 250 Messebesucher täglich zückten ihr Handy oder die Digitalkamera. Und das an fünf Tagen. „Selbst wenn die Besucher das nicht auf Facebook teilen, ist das das beste Marketing für mich“, so Fromme. Meist ist Werbung direkt, nicht selten provozierend. Aber es geht auch anders.

Ein zweites Tätigkeitsfeld bilden individuelle Holzgestaltungen für Innenräume. Sie machen rund ein Drittel des Auftragsvolumens aus. Der weit überwiegende Teil entfällt auf Spielgeräte und -landschaften, wie sie derzeit für das Karl-May-Museum entstehen. Daran wird auf dem Nieskyer Fimengelände derzeit fleißig gearbeitet. Doch schon bald werden die zwölf Stationen auf dem Museumsgelände in Radebeul stehen. „Wir bauen im Auftrag. Bis April muss alles fertig sein“, erzählt Fromme.

Es sind genau solche terminlich eng getakteten Aufträge, auf die er sich mit seiner Nieskyer Holzdesignfirma spezialisiert hat. Fromme und seine acht Mitarbeiter bauen und entwerfen für Kommunen, Wohnungsunternehmen, soziale Einrichtungen, aber auch für private Auftraggeber. Im vergangenen Jahr entstand eine große Spiellandschaft für das Sorbische Schulzentrum in Bautzen. Im Jahr davor war es eine Anlage für den Geflügelhof Steinert in Diehsa. Auch für das Kidrontal in Görlitz hat Fromme schon gebaut. Eine wichtige Stütze bei solchen Aufträgen, die besser heute fertig werden als morgen, ist – neben seinen Mitarbeitern – das stattliche Holzlager. Das widerstandsfähige Robinienholz stammt ausschließlich aus heimischer Produktion. Und aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Darauf legt Fromme Wert.

Den Einstieg in das Spezialsegment Spielgerätebau findet der Unternehmer ab 2000 durch die Mitarbeit bei Jürgen Bergmann von der Kulturinsel Einsiedel. Vor ihm und seiner Leistung hat Fromme immer noch große Achtung. „Bergmann hat nach der Wende neue Märkte geöffnet.“ Scheut Fromme heute den Vergleich mit Bergmann? „Jeder, der mit Robinienholz im Bereich der Spielplatzgestaltung arbeitet, wird rein optisch in eine ähnliche Richtung gehen“, so Fromme, „und doch entwickelt jeder seine eigene Charakteristik und jeweils individuelle Lösungen.“

Den Schritt in die Selbstständigkeit wagt Fromme dann 2007 zusammen mit einem Geschäftspartner in Form einer GbR. Lange realisieren die beiden Anlagen in Belgien. In Spitzenzeiten beschäftigen sie 14 Mitarbeiter. Aber nichts hält ewig. Seit 2014 führt Alexander Fromme seine Firma als Einzelunternehmen weiter. Momentan gehe es für ihn darum, den guten Neuanfang in eine Phase der Stabilisierung zu überführen, sagt er.

Auch wenn er schon Aufträge im schweizerischen St. Gallen oder im österreichischen Telfs bei Innsbruck realisiert hat, konzentriert er sein Kerngeschäft auf Sachsen. Die Nachbarn Polen und Tschechien spielen derzeit keine Rolle, könnten aber langfristig interessante Märkte sein.

Für das nächste halbe Jahr sind seine Auftragsbücher gut gefüllt. Eine längerfristige Planung hat ihre Tücken. Dennoch haben auch Langzeitprojekte ihren Platz in der Firmenstrategie. Denn eins ist sicher: Der nächste Auftrag kommt bestimmt. Und sei es eine Gartenbank – das kleinste, was Alexander Fromme im Angebot hat.