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Auf dem Weg zum Schlagerstar

Eine Spaßaktion mit Freunden brachte Sophia Venus aus Lohmen auf die Bühne. Jetzt hofft sie auf ihren ersten eigenen Titel.

Von Felix Hahn und Heike Wendt

Wenn heute Abend in der Kulturscheune Langburkersdorf die Osterparty steigt, wird auch die Nachwuchshoffnung Sophia Venus der Bühne stehen. Einer fiebert ganz besonders mit: Christian Kowalow, ihr Chef im ASB-Pflegeheim und gleichzeitig Hobby-DJ. Lange Zeit ahnte er nichts von ihrem Talent. Bis er bei einer Mitarbeiterveranstaltung von ihrem Auftritt überrascht wurde. „Zwei Kollegen hatte ich erzählt, dass ich ab und zu auf der Bühne stehe und singe“, erzählt Sophia. Sie hatten ihre Videos auf Youtube gesehen. So wurde die Idee mit ihrem Auftritt geboren. Der Chef war platt.

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Die Zwanzigjährige macht zurzeit eine Ausbildung zur Bürokauffrau in Neustadt. „Ich singe schon, seit ich klein bin.“ Kein Wunder also, dass die Lohmenerin bei Schulmusicals gerne mitgemacht hat. Über Auftritte bei Firmenfeiern oder Stadtfesten hatte sie sich 2012 einen Platz auf der Bühne beim Tag der Sachsen verdient. Es war ihr bisher größter Auftritt, doch der Weg dahin war weit.

Den Platz hintern Mikro hat sie durch Zufall gefunden. Mit Freunden war sie in Dresden unterwegs. Dort fand gerade im Kaufpark Nickern die Casting-Veranstaltung „Die Chance“ statt. „Wir waren eine lustige Truppe, aus Spaß habe ich einfach mitgemacht“, erzählt sie heute. Es habe sie einfach gereizt, weil sie schon immer gern gesungen hat. Zu Hause beichtete sie erstmals nichts. Als Unterstützung nahm sie eine Freundin mit. „Als ich dann in die nächste Runde kam, habe ich es auch meiner Mutter erzählt. Von ihr wurde ich unterstützt, weiter ruhig zu bleiben.“ Sie befolgte den Tipp ihrer Mutter, und das zahlte sich aus. Am Ende erreichte Sophia Venus einen Platz im Finale des Castings. Das ist inzwischen sechs Jahre her.

Folgenlos blieb der Wettbewerb nicht. Die damals 14-Jährige bekam Auftritte bei verschiedenen Veranstaltungen, durfte sich auf der Bühne beweisen, wurde für weitere Auftritte angesprochen. Auf Ortsfesten in Pirna und auch ihrem Heimatort Lohmen hat sie sich vors Publikum gestellt. Auch in ihrem Ausbildungsbetrieb durfte sie – nachdem ihr Talent bekannt wurde – vor Senioren auftreten.

Zu ihrem Repertoire gehören Schlager, aktuelle Songs und internationale Hits. Einfluss auf den eigenen Musikgeschmack hatte auch ihre Mutter. „Meine Lieblingsband ist die Münchener Freiheit. Sie hat mich damals auf ein Konzert mitgenommen, und so ist die Leidenschaft entstanden.“ Es wuchs eine freundschaftliche Verbundenheit zu den einzelnen Mitgliedern der Gruppe. So durfte Sophia schon nach der Band auf Konzerten auftreten.

Inzwischen hat sie von einem Musikproduzenten ein erstes Angebot bekommen. Er hatte ein neues Lied geschrieben, für das er die passende Besetzung suchte, und Sophia angesprochen. Es wäre für sie das erste eigene Lied. „Das wäre natürlich toll“, sagt sie. Ob es klappt, wird sich zeigen. Zunächst haben erst einmal die Prüfungen Priorität. Die stehen kurz bevor. Die Berufsausbildung möchte die blonde Sängerin gern erfolgreich abschließen. Ob es mit der Musikkarriere klappt, ist offen. „Natürlich ist das Singen mein größter Wunsch, aber man muss gleichzeitig auf dem Boden bleiben.“ Für heute Abend drückt ihr Chef ihr die Daumen. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man immer Herzklopfen hat, auch wenn man schon viele Jahr vor Publikum steht“, sagt er.

Osterparty Kulturscheune Langburkersdf., heute 20 Uhr