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Auf der Coswiger Industriestraße rollt es wieder

Zwei Jahre hat der Ausbau der Trasse gedauert, die künftig auch als Zubringer zur neuen S 84 dienen soll. Doch die Kosten explodierten.

Der erste Lkw rollt am Freitagnachmittag über die Industriestraße. Ein Teil der Absperrungen war da noch gar nicht weggeräumt. Noch nicht ganz fertig ist der Gehweg, den es jetzt nur noch auf einer Seite gibt.
Der erste Lkw rollt am Freitagnachmittag über die Industriestraße. Ein Teil der Absperrungen war da noch gar nicht weggeräumt. Noch nicht ganz fertig ist der Gehweg, den es jetzt nur noch auf einer Seite gibt. © Norbert Millauer

Coswig. Pünktlich zum beginnenden Berufsverkehr wurde am Freitagnachmittag das symbolische Band zerschnitten. Und damit der zweite Teil der sanierten Industriestraße in Coswig wieder vollständig für den Verkehr freigegeben.

Denn ganz hatte dieser zwischen der Straße Am Baggerteich und dem Ziegeleiweg auch während der knapp einjährigen Bauphase nicht geruht. Schließlich musste während der gesamten Zeit der Anliegerverkehr für die zahlreichen Firmen gewährleistet werden. Der zweite Bauabschnitt der Industriestraße war daher auch noch einmal in sechs Teilbereiche untergliedert worden.

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Oberbürgermeister Thomas Schubert (parteilos) bedankte sich in seiner kurzen Rede sowohl bei den betroffenen Unternehmen als auch den Baubetrieben für ihre Rücksichtnahme, die ein planmäßiges Bauen ermöglicht haben.

Dulig schafft es nicht zum Termin

Und natürlich beim Freistaat Sachsen, der das für die Stadt, künftig aber auch für den überörtlichen Verkehr wichtige Projekt mit einer 90-prozentigen Förderung unterstützt hat. Der Coswiger Rathauschef bedauerte allerdings, dass es Staatsminister Martin Dulig (SPD) nicht mehr selbst schaffte, von der Bundesratssitzung in Berlin zur Straßenfreigabe zu kommen.

 „Ich hätte den Minister gern nach dem aktuellen Planungsstand für das noch fehlende Stück der neuen S 84 gefragt“, so der Oberbürgermeister. Er wies darauf hin, dass er in seiner Neujahrsansprache zu Jahresbeginn seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht hatte, dass die S 84 noch in seiner ersten Amtsperiode und wenn Dulig noch Minister ist, fertig werde.

Freitag, 14 Uhr: Gleich ist es soweit und das Band zur Freigabe der komplett neu ausgebauten Industriestraße in Coswig wird zerschnitten.
Freitag, 14 Uhr: Gleich ist es soweit und das Band zur Freigabe der komplett neu ausgebauten Industriestraße in Coswig wird zerschnitten. © Norbert Millauer

Abteilungsleiter Jens Albrecht, der für den Minister gekommen war, sagte, dass Radebeul genauso wie Coswig an der Fertigstellung der S 84 interessiert sei. Als Radebeuler wisse er auch, wie stark befahren derzeit die Kreisstraße von Radebeul nach Friedewald zur S 81 ist.

Wie zuvor Schubert hob auch Albrecht den kurzen Zeitraum zwischen der Bewilligung der Fördermittel und dem Baubeginn hervor. „Das Geld ist zügig verbaut worden.“ Oft geht es nicht so schnell. Das Ministerium müsse dann erklären, warum noch so viel Geld da ist. Dulig hatte den Fördermittelbescheid im April 2018 an die Stadt übergeben. Der erste Bauabschnitt zwischen Dresdner Straße und der Gleisquerung war von Juli 2018 bis Juni vergangenes Jahr realisiert worden. Der jetzt fertiggestellte startete im Anschluss.

Bau doppelt so teuer wie geplant

Was weder der OB noch der Abteilungsleiter in ihren Reden sagten, aber beide auf SZ-Nachfrage bestätigten: Der Bau hat fast das Doppelte der ursprünglich geplanten Summe gekostet. Stand in dem Bescheid vor gut zwei Jahren noch ein Betrag von 1,55 Millionen Euro, sind daraus nun rund drei Millionen geworden, die der Freistaat beisteuert. Insgesamt kostet der grundhafte Ausbau der knapp einen Kilometer langen Straße etwa 4,7 Millionen Euro.

 Als Gründe für die Kostenexplosion nennt Schubert unter anderem das Auffinden alter Gasleitungen, die nirgendwo verzeichnet waren. Aber auch den schwierigen Baubereich an der Einmündung der Straße Am Baggerteich, wo es nicht nur die Gleisquerung, sondern auch den Lockwitzbach gibt, der die Straße unterquert.

Coswigs Sachgebietsleiter für Ordnung und Verkehr, Olaf Lier, legte beim Wegräumen der Absperrungen selbst mit Hand an.
Coswigs Sachgebietsleiter für Ordnung und Verkehr, Olaf Lier, legte beim Wegräumen der Absperrungen selbst mit Hand an. © Norbert Millauer

Albrecht wies zudem auf die Situation der vergangenen Jahre hin, in der Bauvergaben, wenn überhaupt, meist nur zu deutlich über den Kostenschätzungen liegenden Preisen möglich waren. Inzwischen würde sich das wieder auf ein normales Niveau einpendeln. Zumindest beim Tiefbau, wie der OB ergänzte.

Statt der Kopfsteinpflaster-Huckelpiste ist eine 7,75 Meter breite Asphalt-Fahrbahn entstanden, mit beidseitigen Angebotsstreifen für den Radverkehr. Einen Gehweg gibt es dagegen nur noch auf der nordöstlichen Seite. Dieser muss in den nächsten Tagen übrigens noch fertiggebaut werden. Der frühere südwestliche Gehweg ist in zahlreiche Lkw- und Pkw-Parkbuchten umgewandelt worden, zwischen denen es auf Grünflächen üppig blühen soll. Neu ist eine Linksabbiegerspur vor der Einmündung der Industriestraße auf den Ziegelweg.

Das Projekt umfasst auch Ausgleichspflanzungen für das Fällen kranker Pappeln, die zudem zu dicht an Gehweg und Straße standen. Nicht nur an der Straße selbst, sondern auch auf der Böschung Auerstraße/Ziegelweg wurden Bäume gepflanzt, ebenso Obstgehölze auf einer Ausgleichsfläche hinter der Weinbergstraße.

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