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Auf der Erfolgsspur

Die Steinigtwolmsdorfer Andrea und Andreas Schade organisieren europaweit Reisen für Eisenbahnfreunde. Ihre Fangemeinde wächst von Jahr zu Jahr.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

TOP Reisen

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Steinigtwolmsdorf. Es gibt in jedem Jahr neues zu entdecken. Der Südwesten Englands mit den Grafschaften Cornwall und Devon, die Dorset Steam Fair, ein großes Treffen der Freunde dampfbetriebener Maschinen aller Art, und Bahnerlebnisse in Südrumänien stehen 2018 erstmals im Katalog des Steinigtwolmsdorfer Reiseveranstalters Schadé-Tours. Neben Reisen, die bei seinen Gästen seit Jahren beliebt sind, biete er jedes Jahr drei neue Mehrtagesfahrten an, sagt Andreas Schade. Ehe das Programm in den Katalog aufgenommen wird, fährt er die Touren ab, schaut, was es unterwegs zu entdecken gibt, ermittelt die Fahrzeiten, schaut sich Hotels und Restaurants an.

Nische für das Familienunternehmen

Das Familienunternehmen Schadé-Tours, das Andreas und Andrea Schade 2005 gründeten, folgt den Schienensträngen in Europa. Alles, was auf Schienen unterwegs ist, kommt für sie und ihre Gäste in Frage: dampf- und dieselbetriebene Reise- und Güterzugstrecken, Straßenbahnen, Werk- und Grubenbahnen aller Spurweiten. Auch große Modellbahnausstellungen sind für sie lohnenswertes Ziel. Neben Deutschland von den Schwäbischen Bahnen bis zum Winterdampf im Erzgebirge führen viele Reisen nach Osteuropa, vor allem nach Polen, Tschechien, Slowakei, Litauen, Ungarn und Rumänien. Darüber hinaus werden Ziele in den Benelux-Staaten, in Frankreich, Großbritannien und dem Alpenraum angesteuert. Andreas Schade sitzt selbst am Steuer des Kleinbusses, in dem bis zu acht Gäste Platz finden. Mit den Eisenbahntourismus hat Schadé-Tours eine Nische gefunden, in der das Familienunternehmen bestehen kann. Zum Programm gehört immer auch Kultur. Hinzu kommt ein hohes Maß an Individualität bei der Betreuung der Gäste, die durch die kleinen Gruppen möglich ist. Das findet Zuspruch.

Wachsende Gästezahl

Die Zahl der Gäste wächst, oft durch Empfehlungen. 80 Prozent kommen aus Sachsen, zehn Prozent aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. Aber auch Bahn-Enthusiasten aus den alten Bundesländern und vereinzelt aus Österreich reisen mit Schadé-Tours. Im Sommer mieten die Schades einen zweiten Kleinbus und beschäftigen auf Honorarbasis einen weiteren Fahrer. Denn bei Reisen, die stark nachgefragt werden, gehen zwei Kleinbusse gemeinsam auf Tour. Zur Modellbahnausstellung Ontrax im holländischen Utrecht im März fährt in diesem Jahr erstmals ein großer Reisebus; so stark ist die Nachfrage. Das Reiseunternehmen hat sich etabliert. Die fünfköpfige Familie, zu der Kinder im Alter von 17, 15 und 11 Jahren gehören, kann davon gut leben, sagt Andreas Schade.

Neustart nach Aus für Jugendherberge

Er und seine Frau führten einst die Jugendherberge in Neukirch. Nachdem der Eigentümer diese im Oktober 2004 geschlossen hatte, standen sie vor der Frage: Wie weiter? Beide kehrten zu ihren beruflichen Wurzeln zurück. Beide studierten an der Dresdner Verkehrshochschule Eisenbahntransportwesen, haben den Abschluss als Diplom-Ingenieur. Als sie Mitte der 90er Jahre das Studium beendeten, stellte die Bahn keine neuen Mitarbeiter mehr ein. Bereits als Studenten waren sie in den Semesterferien oft an Europas Schienensträngen unterwegs. Dieses Wissen hilft ihnen heute, Reisen zu konzipieren.

Neben dem Eisenbahntourismus, ihrem Kerngeschäft, bieten Andrea und Andreas Schade Industrieexkursionen, zum Beispiel in Tagebaue und Brauereien, und Stadtführungen an. Sie begleiten Reisegruppen, die die Oberlausitz besuchen, und sind Partner für das Angebot Wandern ohne Gepäck auf dem Oberlausitzer Bergweg, der von Neukirch nach Zittau führt.

www.schade-tours.de