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Radebeul

Auf die Spielplätze, fertig, los

Für viele Eltern, vor allem die Kinder ist das Toben an den Geräten eine Befreiung. Doch die Muttis wünschen sich noch was ganz anderes.

Klettern geht wieder auf dem Spielplatz. Radebeuls schönstes Areal im Karl-May-Hain war schon am frühen Vormittag reich bevölkert von Muttis, einem Vater und etwa 20 Kindern.
Klettern geht wieder auf dem Spielplatz. Radebeuls schönstes Areal im Karl-May-Hain war schon am frühen Vormittag reich bevölkert von Muttis, einem Vater und etwa 20 Kindern. © Norbert Millauer

Gerade mal zehn Grad in den Vormittagsstunden – eigentlich kein Spielplatzwetter. Doch viele Eltern zog es mit ihren eigentlich Kita-Kindern nach draußen auf die wieder offenen Plätze. Was wo abging, die SZ hat sich umgeschaut.

In Radebeul wird der Karl-May-Hain gestürmt und in Wahnsdorf saniert

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Es ist ein buntes Treiben, als hätte es nie Corona gegeben, auf Radebeuls schönstem Spielplatz im Karl-May-Hain in Ost. Etwas besorgt schauen sieben Muttis und ein Vater, dass sich die Steppkes nicht doch zu nahe kommen. „Aber eigentlich lässt sich das gar nicht verhindern. Ich kann die Kinder doch nicht auseinanderzerren“, sagt eine der jungen Frauen.

 Übereinstimmend kommt von allen der Wunsch: „Wir möchten, dass unsere Kinder bald wieder in die Kita können. Damit wäre uns noch mehr geholfen, als nur mit Spielplatz öffnen.“Geholfen hat die Stadt, auf den Spielplätzen in der Sperrzeit einiges in Ordnung zu bringen.

 Rund 9.000 Euro wurden investiert. In Wahnsdorf etwa in eine neue Drehscheibe und frische Farbe für den Storch. 25 öffentliche Spielplätze hat Radebeul, 14 weitere in Schul- und Kita-Geländen. Kontrolliert wird das Einhalten der Hygieneregeln durch die Mitarbeiter vom Ordnungsamt, sagt Stadtsprecherin Ute Leder.

In Coswig sind die meisten Spielplätze offen, mit einer AusnahmeIm

 Wohngebiet nördlich der Dresdner Straße in Coswig gibt es die meisten Spielplätze. Betreut werden sie von der städtischen Wohnungsgesellschaft WBV. Das neue Schild, das wieder offen ist, hängt auch hier schon. 

Ein Mädchen schaukelt – alle offen, sagt sie mit russlanddeutschem Akzent und freut sich, spielen zu dürfen.Direkt im Bürgerpark, zwischen Rathaus und Karrasburg, gibt es ein Spielgelände, welches unterschiedlich behandelt wird. Das Klettergerüst ist frei zum Turnen. 

Der Bolzplatz bleibt verschlossen – zu viel Nähe ist darauf beim Fußballspielen zu befürchten, sagt Stadtsprecherin Ulrike Tranberg. Die Stadt selbst hat acht öffentliche Spielplätze.

Radeburg baut zur Sicherheit vorübergehend einige Geräte ab

Radeburgs Bürgermeisterin Michaela Ritter (parteilos) hatte bereits am 1. Mai auf ihrem Facebook-Account gepostet, dass man bis Montag Lösungen finden wird, um die Spielplätze entsprechend der neuen sächsischen Allgemeinverfügung zu öffnen. Wobei aus ihrer Sicht ein paar konkretere Vorgaben durchaus hilfreich gewesen wären.

 Nach Absprache mit Bürgermeister-Kollegen und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung am Sonntag folgte am Montagfrüh eine gemeinsame Spielplatzrunde mit dem Bauhof. „Mir ist wichtig, dass die Spielplätze wieder genutzt werden können und gleichzeitig die Hygienevorgaben berücksichtigt werden.“ 

Dort, wo es kritisch werden könnte, Mindestabstände einzuhalten, wurden daher bei Großspielgeräten wie Klettertürme Teilbereiche abgesperrt. „Bei Doppelschaukeln haben wir eine entfernt, dort, wo zwei Kinder auf jeder Seite der Wippe sitzen können, hat der Bauhof jeweils einen Griff abgeschraubt.“ Ein großes Federtier mit vier Plätzen in Großdittmannsdorf wurde ganz abgebaut. „Wir hoffen auf das Verständnis der Eltern.“ 

Im Zille-Hain wird seit Mittwoch gebaggert. Nächste Woche sollen dort zusätzliche Spielgeräte aufgestellt werden. „Eigentlich wollten wir das während der Corona-Sperrung realisieren. Aber die Firma hat Kurzarbeit wegen Corona“, sagt Ritter.

Laminierte Schilder weisen auch auf dem ebenfalls wieder geöffneten Spielplatz der Radeburger Wohnungsgesellschaft auf die aktuellen Nutzungsbedingungen der Anlagen hin.

Moritzburg hat auch die Bolzplätze wieder geöffnet

In Moritzburg sind seit Montagfrüh alle Spielplätze wieder zugänglich und auch die Bolzplätze. Letztere werden von den älteren Kindern bereits reichlich genutzt. Auf den Spielplätzen geht es dagegen eher ruhig zu.

Zusätzliche Vorkehrungen wurden von der Gemeinde nicht getroffen. „Wir haben ein paar Schilder mit Handlungshinweisen aufgehängt, setzen aber vor allem auf die Eigenverantwortung der Eltern“, sagt Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos).

In Meißen herrscht nur wenig Andrang auf den Spielplätzen

Die Kinder in Meißen atmen auf. So wie Juna. Das Mädchen freut sich, endlich wieder auf dem Käthe-Kollwitz-Spielplatz zu schaukeln, zu rutschen und zu klettern. Und ihr Vater genießt es, seine Tochter an der frischen Luft spielen zu sehen. Denn in den vergangenen Wochen sei es oft zu Hause an die Nerven gegangen, da sich bei Luna viel Energie angestaut hatte.

Sonst ist es aber auf den Spielplätzen ruhig. Meist sieht man nur einzelne Mütter oder Väter mit quirligen kleinen Kindern, zum Beispiel am Beyerleinplatz. Dort rennt ein Mädchen von Spielgerät zu Spielgerät und ändert dabei laufend ihre Spielstation: erst klettern, schaukeln, dann rutschen – am liebsten alles auf einmal. An anderen Spielplätzen tummeln sich wiederum nur Jugendliche wie im Postgässchen.

Um eine Coronainfektion möglichst zu vermeiden, hat die Stadt an den Eingängen Hinweisschilder angebracht. Sie mahnen auf fast allen Plätzen das mittlerweile Alltägliche an: 1,50 Meter Abstand zu halten und Hände zu desinfizieren. Zudem sollen „Spielgeräte möglichst nur von einem Kind genutzt werden“. Ob das auch bei schönerem Wetter durchzuhalten ist? 

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog!

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