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Riesa

Auf Distanz

Sachsen erlebt den ersten Tag der Corona-Krise mit beschränktem Ausgang. In Riesa ist trotzdem und trotz geschlossener Geschäfte etwas los.

Auf Abstand auch an der Bushaltestelle: ein Eindruck vom Riesaer Puschkinplatz.
Auf Abstand auch an der Bushaltestelle: ein Eindruck vom Riesaer Puschkinplatz. © Eric Weser

Riesa. Gewohnheiten von jetzt auf gleich umzustellen, das liegt vielen Menschen nicht. Wohl auch deswegen hat es am ersten Tag, an dem in Sachsen die Allgemeinverfügung vom 22. März zu Ausgangsbeschränkungen gegolten hat, noch manches zu sehen gegeben, was eigentlich nicht mehr sein soll. 

Den Plausch zweier Damen vor der Volksbank oder ein ähnliches Bild wenige Meter weiter vorm einstigen Eiscafé Florenz: Für den von dieser Tage geforderten Mindestabstand von anderthalb Meter zueinander dürfte es in beiden Fällen nicht gereicht haben.

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Doch es gibt auch viele Gegenbeispiele, die darauf hindeuten: Die Maßnahmen der Landesregierung, größere Abstände zwischen die Menschen zu bringen und so die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, scheinen auch in Riesa mehr und mehr zu greifen.

Montagnachmittag hatte es den Anschein, als sei nur wenig los auf dem Boulevard in der Innenstadt. Viele hatten sich offenbar die Anweisung, so weit es geht daheim zu bleiben, zu Herzen genommen. Der Weg in die Stadt lohnt auch kaum – die Mehrzahl der Geschäfte ist sowieso zu.

Streifen und Stichproben

Zum anderen dürfte das Wetter zur Leere beigetragen haben. Tagestemperaturen von nur einigen Grad Celsius über Null luden nicht zum Verweilen auf Bänken ein. Auch nicht zum Herumlungern an der Elbe, wo Stadtverwaltung und Polizei noch vorige Woche dabei waren, bei damals frühlingshaften Temperaturen Grüppchen von Jugendlichen aufzulösen.

Laut Riesas Stadtsprecher Uwe Päsler waren auch die Behörden am Montag unterwegs, um die Einhaltung der neuen Ausgangsregeln zu überwachen: „Das Ordnungsamt kontrolliert die Umsetzung der Allgemeinverfügung gemeinsam mit der Polizei und ist mehrmals täglich im Stadtgebiet unterwegs.“ 

Auch von der Polizeidirektion Dresden hieß es, der Streifendienst führe unterstützt von der Bereitschaftspolizei Kontrollen durch. „Grundsätzlich im Zuge der Streifentätigkeit, darüber hinaus stichprobenartig“, so ein Sprecher. Schwerpunkte seien Orte wie Stadtparks, das Elbufer, Geschäftsstraßen.

Neun Einsätze

Spürbar war diese Präsenz der Exekutive aber am ersten Tag mit den neuen Ausgangsregeln in Riesa kaum. Zumindest empfanden das einige Beobachter in den sozialen Netzwerken so. Es fehle an Polizei, hieß es da. „Alles für die Katz, wenn es niemand überwachen kann“, so eine andere Wortmeldung. Aus Sicht mancher Kommentatoren war die Stadt normal belebt, jemand fand sie sogar „rappelvoll“. Doch es gab auch andere Stimmen, die fanden, dass „kaum Leute draußen“ seien.

Auf die Frage, wie viele Verstöße das Riesaer Polizeirevier gegen die Allgemeinverfügung festgestellt habe, hieß von der Polizeidirektion, es habe neun Einsätze in dem Zusammenhang gegeben. Details dazu gab die Polizei nicht bekannt. Die Menschen würden Verständnis für die Kontrollen zeigen, hieß es jedoch.

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Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hatte am Montag erklärt, dass höfliche Ansprache das erste Mittel bei den Kontrollen der Behörden sei – und Zwang das letzte. Wöller setzt darauf, dass sich die Bürger an die Auflagen halten. Für manchen dürfte das bedeuten, die ein oder andere Gewohnheit abzulegen.

Zum Thema Coronavirus im Landkreis Meißen berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.