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Auf drei Radrouten das Obstland entdecken

Von der Idee bis zur Eröffnung hat es sechs Jahre gedauert. Deshalb gibt es schon konkrete Pläne zum "Elektrifizieren".

Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (rechts) und Wolfgang Scheefe, der Chef des Obstland-Fördervereins, werben in einem Beitrag des „Sachsen Fernsehens“ für die Obstland-Radroute.
Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (rechts) und Wolfgang Scheefe, der Chef des Obstland-Fördervereins, werben in einem Beitrag des „Sachsen Fernsehens“ für die Obstland-Radroute. © Lutz Weidler

Region Leisnig. Weniger Pflicht als vielmehr Kür war ein mehrstündiger Termin am Mittwoch für Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (parteilos). Er durfte Rad fahren und dabei fürs Obstland werben.

 Richtig ins Schwitzen gekommen ist er dabei trotz sommerlicher Temperaturen aber nicht.Der Grund ist ein einfacher. Ecke durfte sich auf ein E-Bike schwingen, wie es bei den Deutschen immer beliebter wird. 

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Deshalb kommt Wolfgang Scheefe mit seiner Aufpepp-Idee für die Obstland-Radroute genau jenen entgegen, die radelnd mehr von der Welt entdecken wollen und sich aus diesem Grund ein E-Bike anschaffen.

Durch drei Förderregionen planen, braucht Zeit

Als Wolfgang Scheefe, der Vorsitzende des Fördervereins Obstland, davon erzählt, an verschiedenen Stellen Ladestationen für E-Bikes aufzustellen, leuchten seine Augen. Er ist begeistert von der neuen Obstland-Radroute, die er als Kind des Vereins bezeichnet. Das lernt jetzt sozusagen auf eigenen Beinen zu stehen, ist ausgeschildert und kann beispielsweise bei Tourismusmessen beworben werden. 

Seit den ersten Gesprächen über so eine Route sind immerhin sechs Jahre vergangen. Diese Zeitspanne erklärt Scheefe damit, dass der 67 Kilometer lange Weg durch drei Förderregionen führt: das Leipziger Land, die Gebiete von Sachsenkreuz plus sowie das Zweistromland. „Ich dachte erst: prima. Wenn der Weg mehr Leute erreicht, dann wird er schneller realisiert“, erzählt Scheefe. Das habe sich allerdings als Trugschluss erwiesen.

Werbetour fürs Fernsehen gedreht

Doch an den vielen Aufwand, den er und seine engagierten Mitstreiter bewältigen mussten, will der Vorsitzende des Obstland-Fördervereins jetzt nicht mehr denken. Mit Johannes Ecke radelt er am Mittwoch hinter einem Kamerateam von „Sachsen Fernsehen“. 

Die beiden „Lokalmatadoren“ zeigen dem Moderatorenteam Christina Niebler und Markus Resenski sowie Kameramann Moritz Lenz mit dem Kloster Sornzig oder der Kulturscheune Börtewitz ein wenig davon, was Radfahrer auf der Obstlandroute entdecken können. Diese besteht aus drei Teilrouten (siehe Kasten).

An 16 Stellen der Strecke, darunter am Bahnhof in Leisnig, können sich Radwanderer über die Route und Sehenswertes am Wegesrand informieren.
An 16 Stellen der Strecke, darunter am Bahnhof in Leisnig, können sich Radwanderer über die Route und Sehenswertes am Wegesrand informieren. © Lutz Weidler

Weil künftig nicht jeder seinen eigenen „Reiseführer“ dabei hat, gibt es an 16 Standorten Orientierungskarten. Darauf sind dann auch die Sehenswürdigkeiten der Umgebung verzeichnet, die die Radtouristen auf jeden gesehen haben sollten.

Die Routen herzurichten und auszuschildern, das erste Werbematerial dafür anzufertigen, das wird am Ende eine viertel Million Euro gekostet haben. 

Förderer übernehmen Eigenanteil der Kommunen

Mit 25.000 Euro beteiligt sich der Förderverein Obstland, der damit die Eigenanteile für die Kommunen übernimmt, die sich ansonsten beteiligen müssten.

Dieses Geld muss erwirtschaftet werden. Das ist dem Verein bisher unter anderem durch das Betreuen von Busreisegruppen gelungen, denen die Vereinsmitstreiter die Schönheiten und Besonderheiten des Obstlandes zeigen. 

15 Gruppen haben in diesem Jahr wegen Corona abgesagt beziehungsweise konnten nicht empfangen werden. „Das spüren wir schon deutlich, dass uns diese Einnahmen fehlen“, so der Vorsitzende. Er hofft, dass das Reisegeschäft nun wieder an Fahrt aufnimmt – auch, um sein nächstes Ziel rasch umsetzen und die Ladestationen einrichten zu können.

Am 22. August wird angeradelt

Vor Schritt zwei ist aber erst einmal der Schritt davor dran: die offizielle Einweihung der Obstland-Radroute. Dazu bekommen Vereinsmitglieder, Sympathisanten und Behördenvertreter in den nächsten Tagen noch eine Einladung, und zwar für den 22. August. 

Dann sollen gemeinsam 18 Kilometer geradelt werden. Treff ist schon um 9 Uhr am Geoportal in Mügeln, „einem unserer Tore ins Obstland“, so Wolfgang Scheefe. 

Eigentlicher Eröffnungstermin wäre im Frühjahr während der Blütenfestwochen gewesen. Wegen Corona ist dieser Plan nicht aufgegangen.

Den über die Obstland-Radroute gedrehten Beitrag will „Sachsen Fernsehen“ am Freitag ab 18 Uhr ausstrahlen. Danach ist er über die Mediathek zu sehen.

  • Obstland aktuell: Ab Leipnitz geht es vorbei an weitläufigen Obstplantagen und dem modernen Kühllagerhaus in Dürrweitzschen. Aber auch Kirchen und der versteinerte See in Börtewitz können besichtigt werden.
  • Geschichte des Obstanbaus: Start ist in Börtewitz, das Ende in Sornzig, wo beim Zisterzienserorden die historische Wiege des Obstbaus liegt. Zudem gibt es Kaolinhalden, Döllnitzbahn, Feldbahnmuseum, Mügeln mit seinem historischen Stadtkern und den neuen Geopark Porphyrland zu entdecken.
  • Spirituelles rund ums Obst: Ab Strocken geht es über das Kloster Buch nach Leisnig und Strocken zurück.
  • Ein aktueller Flyer bietet Kilometer- und Höhenangaben, Hinweise auf Gastronomie und Übernachtungen.  Auch in verschiedenen Einrichtungen liegt der Flyer aus, in Leisnig  zum Beispiel in der Gastwirtschaft Taverne auf dem Burglehn.
  •  www.region.leipzig.travel

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