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Auf Island findet man ein einzigartiges Licht

Dr.-Ing. Reinhard Seyfarth lehrt an der Bergakademie Freiberg und nutzt die jährlichen Semesterferien, um nach Island zu fliegen.

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Von Frank Klinger

Schon als Kind hatte Reinhard Seyfarth seine erste Kamera auf Klassenfahrten immer dabei. Als er später in seiner Heimatstadt Dresden studierte, begann er mit der Naturfotografie. Richtig ernsthaft betreibt er sein Hobby aber erst seit der Wende. „In den 90-er Jahren bin ich fast jeden Sommer nach Schweden gefahren, war dort mit dem Wohnmobil oder der Bahn unterwegs“, erzählt der Verfahrenstechniker, der an der TU Bergakademie lehrt. Seitdem hat es ihm die skandinavische Landschaft angetan. Im Jahr 2006 besuchte er zum ersten Mal Island. „Das Land ist Skandinavien hoch drei“, schwärmt er von der Insel im hohen Norden Europas, „und das auf engstem Raum. Dort gibt es Berge, Fjorde, Gletscher, vulkanische Landschaften und eine Unmenge Wasserfälle.“ Großen Gefahren, so Reinhard Seyfarth, setze man sich dort nicht aus. „Eisbären gibt es auf Island keine, das größte Raubtier ist der Polarfuchs und der ist für Menschen harmlos“, erzählt der Hobby-Fotograf. Mit den Bildern hat er seit einiger Zeit jedes Jahr einen Kalender drucken lassen, von denen mehrere Exemplare die Wände seines Büros in Freiberg zieren. „Bis auf das Jahr 2008 war ich jeden Sommer vier Wochen lang auf Island“, erklärt er. „Manchmal wandert man Tage lang, ohne einen einzigen Menschen zu sehen“, erläutert Reinhard Seyfarth, „die Ruhe auf Island ist sowieso einzigartig. Für uns Mitteleuropäer ist es gewöhnungsbedürftig, wenn man absolut nichts hört.“

Umso mehr gibt es zu sehen, und das bannt er dann auf seine Fotos. „Durch die äußerst saubere Luft und die tiefstehende Sonne ergibt sich ein einzigartiges Licht, in dem die Farben so intensiv werden, dass es manchmal schon richtiggehend unwirklich aussieht“, erklärt er und zeigt zum Beweis Fotos von einem See im Landesinneren, dessen Wasser in einem unglaublichen Blau leuchtet.

„Das Ganze ist pure Erholung für mich“, meint Seyfarth, „vor dem Zelt zu sitzen, die großartige Landschaft zu genießen und zu fotografieren. Das kann man auf Island sehr gut, denn dort gibt es im Gegensatz zu Schweden keine Mücken“, lacht er. Viele Fotos hat er auch von Treibholz geschossen und meint lächelnd dazu: „Wenn man die Lava und die Treibholzstücke in ihren teils bizarren Formen sieht, weiß man, warum die Isländer an Elfen und Trolle glauben.“ Nur diese hat er noch nicht vor die Kamera bekommen. Dafür hat er Fotos von Bergspitzen, die in der Sonne glänzen, während alles andere noch im Schatten oder Nebel liegt, Bilder von Wasserfällen, an denen sich ein Regenbogen bildet und Ablichtungen von beeindruckenden Geysiren. Um so etwas zu fotografieren, braucht man nach Reinhard Seyfarths Überzeugung Ruhe, Ausdauer und die Geduld, den jeweiligen Augenblick für das Foto kommen zu lassen. Und: Man muss das Motiv selbst sehen. „Viele gehen einfach vorbei und entdecken es eben nicht“, erklärt er einen der Unterschiede zwischen Fotografieren und Knipsen.

Pro Jahr bringt er etwa 4 000 bis 5 000 Bilder mit, aus denen er 100 auswählt, die er drucken lässt. Daraus entstehen die Kalender. „Es wäre wohl wirklich überlegenswert, die Bilder mal in einer Ausstellung zu zeigen. Bis jetzt habe ich es mehr nur für mich gemacht“, blickt er in die Zukunft. Vielleicht nimmt er dafür dann die Bilder, die in diesem Sommer entstehen werden, wenn er wieder für vier Wochen auf Island ist.