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Auf jeden Fall gibt’s vor dem Fall einen lauten Knall

Gestern wurde entschieden, jetzt ist raus: Es wird gesprengt. Dass es fällt, das alte Sachsenwerk im Zentrum von Kreischa, ist schon lange klar. Nur wie es verschwinden soll, war noch offen. „Ausgeschrieben war ein konventioneller Abbruch“, sagt Bürgermeister Frank Schöning.

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Von Tilo Harder

Gestern wurde entschieden, jetzt ist raus: Es wird gesprengt. Dass es fällt, das alte Sachsenwerk im Zentrum von Kreischa, ist schon lange klar. Nur wie es verschwinden soll, war noch offen. „Ausgeschrieben war ein konventioneller Abbruch“, sagt Bürgermeister Frank Schöning. „Aber die Spezialisten haben natürlich die Wahl der Technologie.“

Anwohner sammeln Unterschriften

Schon einige Zeit befürchteten Anwohner, es würde gesprengt, organisierten sogar eine Unterschriftensammlung dagegen. Sie wollten sich jedoch gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Die Bedenken habe die Gemeinde der Abbruchfirma übermittelt, bestätigt Tino Barthel, Chef der Firma CAT aus Leipzig, die den Zuschlag erhalten hatte. Sein Unternehmen sei jedoch nicht irgendeine Einreißtruppe. „Wir sind auf innerstädtischen Abriss spezialisiert.“

Erste Untersuchungen ergaben schnell, dass für den Schornstein und den Fahrstuhlschacht am Hauptgebäude kein anderes Verfahren als eine Sprengung in Frage kommt. Der Schacht ist so kopflastig und die Esse so windschief, dass ein Abtragen viel zu gefährlich wäre. Als kniffliger erwies sich die Wahl beim Hauptgebäude. Doch die Berechnungen ergaben, auch hier kann gesprengt werden.

„Wenn man normal abreißt, kommt man schnell auf drei bis vier Wochen Arbeit“, sagt Barthel. Beim Sprengen sei nach einer Stunde der Staub wieder weg. Kosten würde man nicht sparen, da durch die hohen Sicherheitsvorkehrungen der Aufwand bei der Vorbereitung sehr hoch sei. Seit Jahren arbeitet Barthel mit einem selbstständigen Sprengmeister zusammen. „Der weiß genau, was er tut“, erklärt er. Schließlich sei es ein heikles Geschäft. Fehler könne man sich da nicht leisten.

Den Rest frisst der Bagger

Vom Hauptgebäude sollen bei der Sprengung anderthalb Etagen übrig bleiben, damit der Schutt im Bereich der Grundmauern bleibt. Die Nebengebäude werden vorher abgetrennt, bleiben aber stehen, um die Druckwelle abzufangen. Dann werden sie per Bagger abgerissen. Ende der Woche beginnt die Entkernung des Hauptgebäudes. Die Sprengung erfolgt Mitte Januar.