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Auf schmaler Spur durch die Natur

Für ihren Fahrtag haben die Eisenbahnfreunde einen dritten Wagen angekoppelt. Einen Gast interessiert aber etwas anderes.

Elke Reinhardt, Linus und Jores (beide 2) sowie Christian Klöden (von rechts) sind die ersten Gäste des dritten Fahrtages, den die Waldheimer Eisenbahnfreunde in diesem Jahr angeboten haben. Begleitet werden sie von Vereinschef Hans-Rainer Fischer.
Elke Reinhardt, Linus und Jores (beide 2) sowie Christian Klöden (von rechts) sind die ersten Gäste des dritten Fahrtages, den die Waldheimer Eisenbahnfreunde in diesem Jahr angeboten haben. Begleitet werden sie von Vereinschef Hans-Rainer Fischer. © Dietmar Thomas

Waldheim. Elke Reinhardt und Christian Klöden halten die Zwillinge Linus und Jores ganz fest. Zum ersten Mal fahren sie mit den Zweijährigen auf den offenen Wagen des kleinen Zuges.

Der rattert in Richtung Lindenhofbrücke. Doch als die in Sichtweite kommt, stoppt Lokführer Andreas Röder. Im Moment geht es an dieser Stelle nicht weiter. Die im Volksmund auch Krummer Hund genannte Brücke darf nicht einmal mit dem Bauzug befahren werden. Schon viele Meter davor steht das Unkraut hüfthoch auf den Schienen. Noch am Abend vor dem Fahrtag haben die Eisenbahnfreunde die befahrbare Strecke von dem Grünzeug, zu dem auch Brombeerranken gehören, befreit.

Late Night Shopping Dresden
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Zur langen Einkaufsnacht unter dem Motto "Late Night Shopping" lädt das City Management Dresden am Freitag, 2. Oktober, in die Dresdner Innenstadt ein. Vom Neumarkt an der Frauenkiche bis zur Prager Straße beteiligen sich zahlreiche Händler und die großen Einkaufsgalerien an der Aktion.

Ständig tüfteln an der Technik

„Die Aussicht von der Brücke wäre schön gewesen“, sagt Elke Reinhardt und Christian Klöden ergänzt: „Es würde dem Ganzen Auftrieb geben.“ Damit meint er das Interesse am Verein der Waldheimer Eisenbahnfreunde und deren Fahrtagen. Nach Himmelfahrt und Pfingsten ist es erst der Dritte in diesem Jahr. Ein vierter folgt im Oktober, verbunden mit einem Bahnhofsfest.

Ob der Verein im kommenden Jahr regelmäßig Fahrtage anbieten wird, kann der Vorsitzende Hans-Rainer Fischer noch nicht sagen. Das hänge von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen, den Mitgliedern. Im Moment sind es 14. Ein 15. hat sein Interesse bekundet, bald mit dabei zu sein. „Und zum anderen von der Technik“, so Andreas Röder.

Der 20-Jährige, der vor zwei Jahren eine spezielle Prüfung absolviert hat, um die kleine Lok fahren zu können, nutzt eine Pause, um sich die Verbindung zwischen der Lok und dem ersten Wagen anzusehen. „Wir arbeiten immer wieder an der Kupplung, um die Längsstöße beim Anfahren und Bremsen zu vermeiden“, so Fischer.

Erstmals dritter Wagen dabei

Das ist auf der 1,5 Kilometer langen Strecke mehrmals nötig – beim Überqueren von Straßen oder Weichen. Auch in der entgegengesetzten Richtung ist die Kriebethaler Zschopaubrücke für den Zug tabu. Aber die Strecke dorthin mutet wie die Fahrt durch ein kleines Eisenbahn-Freiluftmuseum an und zeigt gleichzeitig, wie viel Arbeit die Eisenbahnfreunde noch vor sich haben. Während die Fahrgäste in Richtung Krummer Hund durch die Natur „geschaukelt“ werden und dabei auch zu sehen bekommen, welche Schäden Sturm und Borkenkäfer angerichtet haben.

Zum ersten Mal wurde ein dritter Wagen an die Lok aus den 1950-er-Jahren angehängt. Den Wagen haben die Eisenbahnfreunde im Frühsommer instandgesetzt, so dass jetzt insgesamt 18 Erwachsene Platz haben. „Wir könnten auch noch einen vierten Wagen anhängen“, so der Vereinsvorsitzende. Doch davor ist wieder viel Arbeit nötig. Das Fahrgestell und Holz für Sitze sowie Fußbretter sind vorhanden. Aber die Bügel an den Stirnseiten, die Verbindungsstreben und die Halterung für die Fußbretter fehlen noch.

Das interessiert den nächsten Gast aber weniger. Dem Dresdner hat es das historische Bahnhofsgebäude der Königlich Sächsischen Staatseisenbahn angetan, das im Jahr 2015 von Kleinmockritz in den Bahnhof der Eisenbahnfreunde nach Rauschenthal umgesetzt wurde. Der Eisenbahnfan ist mit seiner Frau auf Wanderschaft. Während sie auf Geocaching-Tour ist und sich in Rauschental an diesem Tag bereits ins fünfte Logbuch einträgt, fotografiert ihr Mann Details des Bahnhofsgebäudes.

Bahnhofsgebäude wird zum Modell

„Ich habe mir vorgenommen, den Bahnhof für meine Modellbahnanlage nachzubauen“, sagt er. Weshalb gerade dieses Gebäude, kann er nicht wirklich erklären. Aber nachdem er einen Online-Beitrag des Döbelner Anzeigers über die Umsetzung des Bahnhofs gelesen hatte, wurde er so neugierig, dass er sich vor einigen Wochen bereits den alten Standort des Gebäudes in Kleinmockritz angesehen hat.

Inzwischen sind die nächsten Gäste angekommen. Ein Opa mit seinen beiden Enkeln und drei Männer aus der Chemnitzer Region. Sie gehörten früher zum Kleinbahnverein und haben die Schienen in Rauschental mit verlegt, sagt einer. Alle nehmen Platz und der kleine Zug rattert wieder los. Auch das Dresdner Paar ist dabei – wenn sie schon mal da sind.

Bahnhofsfest: 3./4. Oktober, Verein der Waldheimer Eisenbahnfreunde, Bahnhof Rauschenthal.

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