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Auf stillen Wegen zum Höhepunkt der Westlausitz

Dieses Mal besuchen wir den Keulenberg. Zuvor allerdings sehen wir uns gründlich in seiner schönen Umgebung um.

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© Wolfgang Wittchen

Von Rainer Schulze

Auf dieser Wanderung brauchen wir etwas Gespür, denn es geht oft unmarkierte Wege entlang. Himmlische Ruhe und ständig neue Wald- und Flurblicke werden uns belohnen.

Gestartet wird am Wanderparkplatz an der Schaftrift zwischen Großnaundorf und Reichenbach. Wir gehen die kleine Straße weiter, die wir gekommen sind, zunächst am Weg zu einem kleinen Waldhaus vorbei. Der Asphalt endet. An der Kreuzung zweigt links ein großer Weg ab und zwischen ihm und unserem Fahrweg ein kleinerer, der zuerst fast parallel zum Fahrweg verläuft. Den nehmen wir. Rechts steht ein Schild „Flächennaturdenkmal“. Ein kleines Tal beginnt sich zu entwickeln, wir fühlen uns wie im Märchenwald. Rechts taucht bald ein Bächlein auf. Auf der Wanderkarte sieht man, dass es nirgendwo mündet, sondern irgendwann wieder verschwindet. Wenn von links eine lange Schneise herunterkommt, biegen wir rechts ab und gehen abwärts, bis wir auf einen Weg mit blauer Strichmarkierung treffen, den Buttermilchweg. Dort halten wir uns links.

Rechts taucht nach einiger Zeit ein Geviert aus Bruchsteinmauern auf. Teils gut erhaltene, teils verfallene und überwucherte Steinhaufen, Steinrücken und Steinmauern gehören zum Interessantesten, was der Keulenberg und seine unmittelbare Umgebung zu bieten haben. Es sind Zeugnisse früherer Landwirtschaft, die sich bis zum Gipfel hinaufzog. Die Steine dienten dazu, Grundstücke abzugrenzen und Vieh einzupferchen. Und wo sie weggelesen wurden, konnte man einigermaßen ebenen Boden bestellen. In einer Rechtskurve steht links eine alte Wegsäule („Reichenbach“, „Grosnaundorf“). Wenig später erreichen wir eine Kreuzung, von der aus wir dem Wegweiser Königsbrück/Gräfenhain folgen. Nun geht es hinaus aufs Feld, und rechts taucht zum ersten Mal der Gipfel des Keulenberges (413,5 m) auf, rechts vor ihm der Vogelberg (296,4 m). Kurz vor Gräfenhain stoßen wir auf einen Wanderweg mit rotem Strich, auf den wir nach rechts über den Bach abbiegen. Empfehlenswert ist hier ein Abstecher ins Dorf hinein. Dort finden wir rechts ein altes Steinkreuz mit ausführlicher Erklärung, können eine Runde um die zwei Dorfteiche drehen und einen Hof mit Taubenschlag bewundern.

Der Weg mit rotem Strich führt laut Wegweiser nach Höckendorf. Wir folgen ihm nur etwa 170 Meter. Dann biegen wir links ab und folgen einem unmarkierten Weg. Erst wenn der Wald nach etwa 500 Metern endet, biegen wir wieder rechts ab auf den Hubrigsteig. Der steigt ein wenig die Südwestseite des Hubrigberges hinauf, lässt ihn aber links liegen (nicht im rechten Winkel links abbiegen!). Eine ganze Zeitlang geht es nun immer geradeaus diesen romantischen Waldweg entlang nach Südosten. Am Hofeweg, an dem auf der anderen Seite des Keulenbergwaldes unser Parkplatz liegt, finden wir wieder Wegemarkierungen. Wir folgen dem blauen Strich geradeaus in Richtung Oberlichtenau.

Nachdem wir auf die andere Seite des Keulflusses gewechselt sind, stoßen wir auf den Liederweg, der uns nun bis Oberlichtenau begleitet. Mehrere Tafeln laden zum Singen ein. Im Tal der Keulenwiesen wird in Tiefbrunnen Trinkwasser für Königsbrück und Umgebung gewonnen. In Oberlichtenau biegen wir rechts in die Geschwister-Scholl-Straße ein, folgen ihr geradeaus am Kirchgarten mit der 1742 errichteten Kirche vorbei, biegen am Ende der Kirchgasse wieder rechts und wenige Meter weiter links ab und stehen im Park des Schlosses Oberlichtenau, erbaut im Barockstil um 1730. Nach 1945 bis nach der Wende diente es als Kinderheim. Jetzt ist es wieder in Privatbesitz, im Schlosssaal finden Veranstaltungen statt. Nachdem wir Park und Schloss gewürdigt haben, geht es direkt gegenüber weiter mit unserer Tour. Wir folgen nun dem Lehrpfadzeichen grüner Schrägstrich bis auf den Gipfel des Keulenberges. Dort finden wir, wie schon am Lehrpfad, genügend Schilder, die uns die Besonderheiten des Berges und seine Geschichte nahebringen. Die Gaststätte öffnet nur noch auf Anfrage für Gesellschaften, ein kleiner Kiosk, die „Goldene Wurzel“, ist eingeschränkt geöffnet. Vom Aussichtsturm hat man eine fantastische Sicht über das Meißner Land, die Lausitz und das Dresdner Elbtal bis ins Erzgebirge und zum Elbsandsteingebirge.

Der Rest ist schnell erledigt. Wir folgen links am Friedrich-August-Obelisk vorbei dem grünen Strich steil bergab, zunächst auf steinigem Weg. Nach der Linkskurve wird es besser, sacht geht es den Berghang entlang abwärts. Nach einer weiteren Schutzhütte tauchen rechts im Wald wieder Steinmauern auf. Danach verlassen wir den grünen Strich nach rechts (nicht nach rechts hinten) und gehen in großen Kurven abwärts. Die Mauern im Wald vermitteln fast einen antiken Eindruck. Noch ein paar Meter geht es hinunter, dann stehen wir auf der uns bekannten kleinen Straße. Rechts sehen wir schon unseren Parkplatz.